Pressemitteilung
02.10.2007
Die Jugendaustauschorganisation AFS und die Stiftung Mercator haben ihr erstes gemeinsames Schüleraustauschprogramm mit der Türkei gestartet. Schüler aus Nordrhein-Westfalen können sich bis zum 15. Oktober 2007 für ein Schuljahr in Ankara, Istanbul oder Izmir bewerben.

Ein Schlüssel zum interkulturellen Verständnis zwischen Deutschen und Türken liegt im Schüleraustausch, wie ihn die gemeinnützige Austausch-organisation AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. organisiert. Am Donnerstag hat AFS gemeinsam mit der Stiftung Mercator in Essen sein neues Deutsch-Türkisches Schüleraustauschprogramm vorgestellt. Es richtet sich an deutsche Schüler aus Nordrhein-Westfalen, die bei der Abreise im Sommer 2008 zwischen 16 und 18 Jahre alt sind. Durch die Förderung der Stiftung Mercator kann für zehn Schüler pro Jahr, die sich einen Austausch aus finanziellen Gründen nicht leisten können, ein Teilstipendium vergeben werden. Auch Jugendliche aus der Türkei – vorrangig aus dem Osten des Landes – haben nun erstmals die Chance, mit dem Mercator-Stipendium ein Jahr lang in einer deutschen Gastfamilie zu leben.

"Mit diesem Projekt möchten wir einen Beitrag zum Dialog zwischen Deutschland und der Türkei leisten und Jugendlichen die Möglichkeit geben, das jeweils andere Land besser kennen zu lernen", sagt Robert Faulstich, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. Die Stiftung unterstützt Vorhaben, die Toleranz und den aktiven Wissensaustausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem nationalen, kulturellen und sozialen Hintergrund fördern. Eine Zusammenarbeit mit Deutschlands größter Jugendaustauschorganisation liegt demnach nahe. "Die Ausweitung des Stipendien-programms auf die Türkei ist ein Meilenstein im interkulturellen Austausch", sagt Mick Petersmann, Geschäftsführer von AFS. "Wer ein Jahr in einer Gastfamilie gelebt hat, vor Ort zur Schule gegangen ist und neue Freunde gefunden hat, kann sich ein umfassenderes Bild einer fremden Kultur machen. Ein Austauschjahr führt zu einer enormen Weiterentwicklung der Persönlichkeit, fördert interkulturelle Kompetenzen und macht Jugendliche zu Weltbürgern", ergänzt Faulstich.

AFS verfügt über langjährige Erfahrung im Schüleraustausch mit der Türkei: Bereits seit 28 Jahren organisiert die Organisation den Auslandsaufenthalt für deutsche Schüler. Die Jugendlichen leben in Gastfamilien und besuchen den regulären Schulunterricht. Vorkenntnisse in türkischer Sprache sind für den Austausch nicht notwendig. "Unsere Erfahrung zeigt, dass die Schüler nach einem Jahr trotz fehlender Vorkenntnisse sehr gut türkisch sprechen", berichtet Mick Petersmann. "Dank der Förderung durch Mercator sind wir jetzt in der Lage, den Schüleraustausch mit der Türkei weiter auszubauen und dieses Programm stärker bekannt zu machen."

AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. arbeitet gemeinnützig und ist Träger der freien Jugendhilfe. Dem Verein gehören bundesweit 93 Komitees mit mehr als 3.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern an. Die Zentrale sowie ein Regionalbüro haben ihren Sitz in Hamburg. In Berlin, Wiesbaden und Stuttgart gibt es weitere Regionalbüros. Anfang 2007 wurde auch in Moers (NRW) eine AFS Anlaufstelle eingerichtet.. Neben dem Schüleraustausch und dem Gast-familienprogramm ermöglicht AFS die Teilnahme an Freiwilligendiensten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich. Der Verein finanziert sich aus den Teilnahme- und Vereinsbeiträgen, durch Spenden, Stiftungsmittel und öffentliche Mittel. Das deutsch-türkische Stipendienprogramm von AFS und der türkischen Partnerorganisation AFS Türk Kültür Vakfi wurde 2006 von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dem damaligen türkischen Außenminister Gül in die Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen aufgenommen.

Die Stiftung Mercator GmbH unterstützt Projekte, die im Sinne Gerhard Mercators Toleranz und den aktiven Wissensaustausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem nationalen, kulturellen und sozialen Hintergrund fördern. Die Projekte sollen mit innovativen Ideen und Strukturen unter anderem im Schul- und Hochschulbereich Impulswirkung erzielen, um neue Lösungsstrategien in der Bildung und für ein friedliches Zusammenleben zu entwickeln.

Kontakt:
AFS Interkulturelle Begegnungen e. V.
Daniel Kober
Pressereferent
Tel.: 02841/6022551
E-Mail: Mehr Informationen zum Mercator-Schülerstipendienprogramm

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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