Pressemitteilung
05.10.2011

4. Oktober 2011. Während der Euro die politische Aufmerksamkeit auf sich zieht, bleiben Migrations- und Asylpolitik in Europa ungelöste Probleme: Italien, Griechenland und Malta wollen die Verantwortung für Flüchtlinge teilen, die über das Mittelmeer in Europa ankommen. Die Regierungen vor allem in Deutschland und Frankreich lehnen dies kategorisch ab – Innenminister Friedrich erkennt „keine Notwendigkeit” für ein europäisches Eingreifen.
Junge Menschen aus ganz Europa wenden sich jetzt gegen diese Position: 78% fordern, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und das Flüchtlingsproblem europäisch zu lösen. Darüber hinaus zeigt der aktuelle European Youth Poll: 71% wollen,dass über Fragen von Migration gemeinsam in Europa entschieden wird – und Einwanderer nicht einer Vielzahl unterschiedlicher und teilweise widersprüchlicher nationaler Regelungen ausgesetzt werden.
2352 junge Menschen zwischen 16 und 27 aus 43 europäischen Ländern nahmen an der Umfrage teil, die das Europäische Jugendparlament vom 13.-26. September online über Facebook veranstaltete – mit Unterstützung der Stiftung Mercator.
Selbst in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit sprechen sich die Teilnehmer grundsätzlich klar für eine Offenheit gegenüber Zuwanderung aus (76%). Sie waren jedoch gespalten, wer nach Europa einwandern soll: Auf die Frage, ob Europas eigene ökonomische Interessen das entscheidende Kriterium sein sollten, antworteten 50% mit ja, 46% mit nein.
Das European Youth Parliament (EYP) ist als unabhängige Organisation in der Jugendbildung seit 1989 tätig. Es ist eins der größten europäischen Foren für politische Debatten, internationale Begegnungen, politische Bildungsarbeit und den Austausch von Ideen zwischen Jugendlichen in Europa. Das EYP besteht aus Organisationen in 35 Ländern, in denen tausende junger Menschen unterschiedlichster Herkunft ehrenamtlich aktiv sind. Die internationale Dachorganisation des EYP ist die Schwarzkopf-Stiftung.
Griechen pro EU: Trotz Unmut und Protesten gegen europäische Einmischung sprechen sich 71% der jungen Griechen grundsätzlich für mehr europäische Integration aus, mehr als in vielen anderen Ländern.
Alle Ergebnisse und weitere Informationen: www.eyp.org/youthpolls
Kontakt:
Jacob Düringer
Internationales Büro des EYP
Sophienstraße 28-29
10178 Berlin
+49 030 280 951 46
j.dueringer@eyp.org

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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