Pressemitteilung
23.01.2009

Flexibles Zeitmanagement, keine überfüllten Hörsäle und praxisnahe Themen: Im Ruhrgebiet gibt es diese idealen Studienbedingungen. Denn die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen haben einen gemeinsamen virtuellen Standort: den RuhrCampusOnline (RCO), der von der Stiftung Mercator gefördert wird. Studierende können live oder über das Internet an Vorlesungen und Seminaren der drei Hochschulen teilnehmen – zu Schwerpunkten wie Literaturverfilmungen, Demokratietheorien oder neue Medien im Physikunterricht. Erworbene Leistungspunkte werden gegenseitig anerkannt.
Die Seminare oder Übungen verbinden als so genannte Blended Learning-Kurse verschiedene Elemente miteinander. „Während eine Präsenzveranstaltung an der jeweiligen Universität vor Ort zu festen Zeiten stattfindet, gibt es beim Blended Learning zusätzlich Online-Phasen, in denen beispielsweise Tests, Recherchen oder Gruppenarbeiten stattfinden. In diesen Phasen kann man sich das Arbeitspensum individuell einteilen“, erklärt Projektkoordinator Prof. Dr. Michael Kerres den Unterschied der beiden Lehrformen. Ein klarer Vorteil für die angehenden Akademiker: „Blended Learning-Kurse erfordern ein gutes Selbst- und Zeitmanagement. Zudem wird die Medienkompetenz geschult, weil man mit verschiedenen Programmen und Methoden arbeitet.“ So ortsunabhängig das Studieren am RCO auch ist – vor dem heimischen PC wird niemand allein gelassen. Es gibt immer Präsenzphasen, damit Fragen geklärt oder Präsentationen vorgestellt werden können.

Campusübergreifend und zeitunabhängig lernen: Der RCO ist das erste innovative E-Learning-Projekt unter dem Dach eines Hochschulverbundes. Zum aktuellen Wintersemester sind neun Veranstaltungen erfolgreich angelaufen, darunter „Vom Ruhrgebiet zur Metropole Ruhr“. Dabei setzten sich die Studierenden selbstständig mit der Ruhrgebietsthematik auseinander, nutzen umfangreiche multimediale Materialien und kommunizieren auf verschiedenen Wegen mit ihren Kommilitonen. Ergänzend zu diesem online-gestützten Selbststudium finden vier Präsenzsitzungen statt. Darüber hinaus erkunden die Studierenden auf „Self-Learning-Trails“ das Ruhrgebiet und halten ihre Eindrücke z.B. durch Berichte und Fotos fest, die wiederum im Internet veröffentlicht werden.

Vielfalt in der Lehre
Die neue Plattform bietet zudem großes Potenzial für die Dozenten: Sie können ihr Lehrangebot auf die drei Unis ausweiten, interdisziplinär arbeiten und sich an den einzelnen Standorten spezialisieren. „RuhrCampusOnline ist damit ein Modell des flexibleren Studierens und untersucht, wie der Austausch von Studienleistungen künftig zwischen Hochschulen technisch und organisatorisch aussehen könnte“, meint Professor Kerres.

Das Portal soll weiter wachsen. Wer an den drei Ruhrgebietsunis eingeschrieben ist, hat künftig noch mehr Auswahl bei den Lehrveranstaltungen. „Über 89.000 Studierende in der Ruhrregion bekommen mit RuhrCampusOnline die Chance, über Universitätsgrenzen hinweg Seminare zu besuchen“, so Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, die den Aufbau mit 800.000 Euro unterstützt. „Die Stiftung Mercator möchte so die Lehre innerhalb der Hochschulallianz Metropole Ruhr fördern und damit die Wissenschaftsregion Ruhr stärken.“ Zusätzlich stellen die Universitäten aus eigenen Mitteln pro Jahr jeweils 100.000 Euro für die Produktion von hochschulübergreifenden E-Learning-Kursen bereit.

E-Learning-Tagung
Wie kommt der virtuelle Campus bei den Studierenden an? Um das Projekt und den aktuellen Forschungsstand vorzustellen, findet am 1. April eine große Tagung statt. Sie richtet sich unter dem Titel „E-Learning in der Universitätsallianz Metropole Ruhr – Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven“ an Hochschullehrende und Interessierte. Die Teilnehmer erhalten einen Einblick in aktuelle E-Learning-Themen, lernen gelungene Blended Learning-Praxisbeispiele kennen und können sich mit Fachleuten austauschen. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Weitere Informationen unter: nicole.engelhardt(at)uni-due.de

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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