Pressemitteilung
23.11.2009

Essen, 23. November 2009. „Tanz soll die Jugendlichen lehren, aufrecht zu stehen und andere zu stützen. Daraus erwächst Respekt für sich und für andere“, sagte Royston Maldoom bei der zweiten Mercator EssensZeit. Der britische Choreograf und Tanzlehrer arbeitete mit 250 Berliner Kindern und Jugendlichen aus 25 Nationen und den Berliner Philharmonikern 2003 an dem Tanzprojekt „Sacre“, mit dem er durch den Dokumentarfilm „Rhythm is it“ international bekannt wurde. In seinem Vortrag „Dance can Change your Life“ in der Stiftung Mercator in Essen sprach Maldoom über die Bedeutung und Herausforderung künstlerischer Arbeit mit Jugendlichen. Er verlange viel von seinen Schülern, absolute Konzentration, Disziplin und Leidenschaft.

Royston Maldoom präsentierte seine Thesen zur kulturellen Bildung vor rund 100 Gästen bei der zweiten Mercator EssensZeit, die von der Stiftung Mercator in Kooperation mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung veranstaltet wurde. Obwohl Maldoom inzwischen eine Ikone in der kulturellen Bildung ist, bleibt er in seinem Wirken und Denken unverändert streitbar: Wer Jugendliche erreichen will, muss sie fordern und konfrontieren, auch mit dem klassischen künstlerischen Bildungskanon, statt sich bei ihnen mit vermeintlicher „Jugendkultur“ anzudienen. Ein Filmausschnitt aus „Rhythm is it“ zeigt die Härte und den Anspruch mit der Maldoom Jugendliche behandelt, aber auch wie sich aus Tiefen, Höhen, aus Unsicherheit, Selbstbewusstsein und aus Zweifel, Begeisterung entwickelt.

„Kulturelle Bildung ist für die Stiftung Mercator ein unverzichtbarer Teil einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung und ein Schwerpunktthema unserer Arbeit“, sagte Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. „Deswegen verfolgen wir das Ziel, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang und die aktive  Auseinandersetzug mit Kunst und Kultur zu ermöglichen.“

„Wenn junge Menschen durch die Künste – und speziell den Tanz – erfahren, wie es ist, sich einer Sache gewachsen zu fühlen und Herausforderungen anzunehmen, dann kann kulturelle Bildung sie nicht überfordern“, so Jens Dirksen, Ressortleiter Kultur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Zur Person:
Im Alter von 22 Jahren begann Royston Maldoon mit einer Ausbildung zum klassischen Ballett-Tänzer. Beim Royal Ballet und am Alvin Ailey American Dance Theater lernte Maldoom die Grundprinzipien des Ausdruckstanzes und der Laientanzbewegung («Community Dance») kennen. Bereits 1975 erhielt er für seine Arbeit als Choreograf erste Preise. Es folgten Inszenierungen unter anderem für das Dance Theater in Harlem oder das peruanische Nationalballett. Von 1980 bis 1983 war Maldoom für das Fife Regional Council in Schottland tätig. Dort organisierte er Workshops, Sommerkurse und Festspiele und rief kommunale Tanzgruppen für Jugendliche und Erwachsene ins Leben. In den 1980er und 1990erJahren fuhr er mit einem Campingbus durch die meisten europäischen Staaten und organisierte dort Tanzprojekte. Er konzentrierte seine choreographischen Projekte verstärkt auf den sozialen Bereich. So arbeitete er 1996 mit hundert Straßenkindern in Addis Abeba  und choreographierte gemeinsam mit protestantischen und katholischen Jugendlichen in Nordirland oder in Hamburg mit jungen Männern ohne Hauptschulabschluss. Sein international bekanntestes Tanzprojekt, Sacre,  und der darüber entstandene Dokumentarfilm Rhythm Is It! machte ihn international bekannt. Seitdem ist  Maldoom ein gefragter Tanzpädagoge, der in Deutschland besonders von Schulen und sozialen Einrichtungen um Unterstützung gebeten wird.

Über die Stiftung Mercator:
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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