Pressemitteilung
19.05.2011

„Der Dialog zwischen Wissenschaft und Politik muss in eine neue Phase treten“, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Initiator der vor vier Jahren begonnenen Nobelpreisträgertreffen und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Es geht um erkenntnisgestützte Entscheidungen statt ideologiegetriebene Politik.“ Dieses Signal gehe von dem globalen Symposium in Stockholm aus, dem dritten nach Potsdam und London.

„Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind die Bedingung für Armutsbekämpfung und wirtschaftliche Entwicklung“, betonen die Wissenschaftler in der Erklärung. Es sei falsch, einen Gegensatz zu sehen zwischen Entwicklung und beispielsweise Klimaschutz. Gerade die Bevölkerung in den armen Ländern der Welt ist Umweltveränderungen besonders ausgesetzt. Das Wachstum der Weltbevölkerung, heißt es in dem Papier, mache die Wende zur Nachhaltigkeit noch dringlicher. Die Erderwärmung müsse unter zwei Grad Celsius bleiben, wenn gefährliche Klimaveränderungen vermieden werden sollen.

„Trotz mancher Unsicherheiten wissen wir genug, um sagen zu können: Es gibt erhebliche Risiken“, sagte der Chemie-Nobelpreisträger Mario Molina, Professor an der Universität von Kalifornien. Ein Beispiel sei der Treibhauseffekt als Folge von CO2-Emissionen. „Wir verändern die Funktionsweise unseres Planeten, und wir stoßen an die Grenzen seiner Belastbarkeit“, sagte Molina. Die Nobelpreisträger seien in ihrem Urteil in besonderer Weise unabhängig, betonte Molina. Sie arbeiten mehrheitlich nicht im Feld Klima, Energie, Umwelt – kommen aber zu den gleichen Schlussfolgerungen wie die Nachhaltigkeitsforschung selbst.
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Um die Interessen unserer Nachfahren bei Entscheidungen über die Zukunft angemessen zu berücksichtigen, so das Memorandum, sollten neuartige Elemente generationenübergreifender Demokratie erkundet werden. Jenseits der Idee „grünen Wachstums“ müsse in Zukunft das Naturkapital ebenso wie das finanzielle Kapital bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen mit einberechnet werden. Ökosystemare Leistungen – etwa die von Wäldern – seien einer jener Faktoren, die in konventionelle Berechnungsweisen wie die des Brutto-Inlandsprodukts nicht einfließen. Derzeit lebe die Gegenwart auf Kosten der Zukunft.

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