Pressemitteilung
25.03.2009

Ein Erfolgsmodell macht Schule: seit 35 Jahren werden an der Universität in Essen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sprachlich und fachlich gefördert. Zurzeit kümmern sich 100 Lehramtsstudierende um 800 Schüler aus 46 Herkunftsländern, die an der Universität Duisburg-Essen (UDE) kostenfreien außerschulischen Förderunterricht erhalten. In den vergangenen 20 Jahren haben so 815 Geförderte die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangt, 1.369 die
Fachhochschulreife. Am 29. Juni wird der aktuelle Abiturjahrgang der Förderschüler feierlich im Glaspavillon am Essener Campus verabschiedet.

Ermöglicht wurde dieses bundesweite Vorzeige-Projekt „Förderunterricht“ durch das finanzielle Engagement verschiedener Institutionen: Seit 23 Jahren fließen kommunale Fördergelder, auch die Stiftung Mercator fördert das Projekt bereits seit einigen Jahren mit rund 350.000 Euro. Weitere Unterstützer sind die Alfred-Krupp-und-Friedrich-Alfred-Krupp-Stiftung, die Anneliese Brost-Stiftung, der Lions-Club Essen Ludgerus, die Rheinisch-Westfälische Verlagsgesellschaft, die Sparkasse Essen und die Spindelmann Stiftung.
Die guten Erfahrungen an der UDE waren auch ausschlaggebend für die Mercator Stiftung, das Förderkonzept bundesweit auszudehnen. Seit fünf Jahren werden an 35 Standorten 6.500 Schüler von 1.500 Lehramtsstudierenden unterrichtet. Mit Erfolg, wie jetzt eine unabhängige Expertise der Universität Bamberg (europäisches forum für migrationsstudien) bestätigte. 70 Prozent der Förderschüler mit anfangs mangelhaften und ungenügenden Noten in Deutsch und Mathematik haben sich um mindestens eine Note gesteigert.
Dabei zeigte sich, dass vor allem jene Schüler von der Förderung profitieren, die von Förderlehrern gleicher ethnischer Herkunft unterrichtet werden. Zudem fühlen sich die Lehramtsstudierenden durch die Unterrichtspraxis besser auf ihren künftigen Beruf vorbereitet, sowohl im Bezug auf ihre didaktischen und pädagogischen Kompetenzen als auch im Umgang mit kultureller Vielfalt.
Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercator Stiftung: „Wir freuen uns, dass die Zielsetzung unseres Projekts, die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen, durch die Evaluationsergebnisse bestätigt wird. Der Erfolg des Konzepts bestärkt uns darin, das Modell ‚Förderunterricht‘ weiterzuentwickeln und fortzuführen. Daher stellt die Stiftung Mercator nun einen Matching Fund in Höhe von 2,1 Millionen Euro zur Verfügung.“
Mit diesem Konzept sollen die Standorte nachhaltig gesichert werden. Mit dem Matching Fund wird den Projektpartnern des Förderunterrichts eine zweijährige Anschlussfinanzierung in Aussicht gestellt, unter der Bedingung, dass ein weiterer Träger eine Gegenfinanzierung und Fortsetzung des Projekts sicherstellt. Die Förderunterrichtsstandorte können ab sofort ihre Bewerbung bei der Stiftung Mercator für den Matching Fund einreichen.
Dr. Claudia Benholz, Projektbetreuerin an der UDE: „Es freut mich sehr, dass die Evaluation des Förderunterrichts unsere Erfahrungen und Projektergebnisse bestätigt. Wir möchten das Projekt an der UDE natürlich weiterentwickeln und fortsetzen. Deshalb werden wir uns  auch an der neuen Ausschreibung beteiligen. Sie gibt uns die Chance, die städtischen Mittel aufzustocken und unsere Arbeit nochmals zu intensivieren.“
Insgesamt unterstützt die Stiftung Mercator das Projekt mit zehn Millionen Euro. Internationale Studien belegen seit vielen Jahren, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt sind. Die Grundlage für Bildungserfolg sind gute Sprachkenntnisse. Während die frühkindliche Sprachförderung bei Kindern aus Migrantenfamilien mittlerweile greift, fehlen entsprechende Angebote für Schüler der Sekundarstufe I und II. Diese Lücke will das von der Stiftung Mercator initiierte Projekt schließen.

Über die Stiftung Mercator
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen.Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.
Weitere Informationen:
Dr. Claudia Benholz
Tel.: 0201/183-3248
www.uni-due.de/foerderunterricht

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
+49 201 24522-841
@