Pressemitteilung
21.04.2012

 Von Fossilien und Käfern über Münzen bis hin zu Hand-schriften und Instrumenten: deutsche Universitäten sind reich an Sammlungen. Insgesamt 86 der 105 Universitäten nennen einen Teil dieses Reichtums ihr Eigen. Nur genutzt werden die Sammlungen immer weniger. Durch den verstärkten  Einsatz neuer Medien, wie digitale Formate und Animationen, entfernen sich Lernende und Lehrende immer weiter von den Untersuchungsgegenständen. Die Lehre wird so zunehmend abstrakter. Dabei liegt in den Sammlungsobjekten das Potential kultureller und im umfassenden Sinne ästhetischer Bildung, das ent-scheidend zur Verbesserung der Lehre beitragen kann. Die Stiftung Mercator möchte das Sammlungen und Objekten innewohnende Potential mit der Initiative „SammLehr – an Objekten lehren und lernen“ weiter erschließen und stellt dafür knapp eine Million Euro zur Verfügung. Die Universitäten in Deutschland können sich ab heute bis zum 31. August 2012 mit ihren Konzepten für eine stärker objektbezogene Lehre bewerben.
„Universitäre Sammlungen bieten eine einmalige Gelegenheit, Lerninhalte in eigenständiger und einprägsamer Weise zu vermitteln und die Qualität der Lehre nachhaltig zu ver-bessern“, so Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Mit der Initiative SammLehr möchten wir die Sammlungen wieder in Lehre und Wissenschaft einbinden, denn haptische Erfahrungen und Sinneseindrücke können nur durch die Arbeit an und mit Objekten gewonnen werden.“
Die Ausschreibung
Die Ausschreibung ist offen für alle staatlich anerkannten Universitäten in Deutschland. Gefördert werden Konzeption und Umsetzung von obligatorischen und im Fachcurriculum verankerten Lehrveranstaltungen, in denen Objekte, Universitätssammlungen oder für die Veranstaltungsreihe angelegte temporäre Lehrsammlungen, einen festen Bestandteil bilden und so den Mehrwert von sammlungsbezogener Lehre in innovativer Weise nutzen. Dabei sollen die Konzepte fachlich und inhaltlich sowie in der Vermittlung an das jeweilige Fach anschlussfähig sein.
Auswahlverfahren
Bewerbungen können bis zum 31. August 2012 eingereicht werden. Eine Gutachterkommission mit Vertretern aus Wissenschaft und Wissenschafts-management wird im Oktober über die Auswahl der Projekte entscheiden.
Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.
Über die Stiftung Mercator:
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
+49 201 24522-841
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