Pressemitteilung
Berlin, 07.05.2013

Wie sieht die Zukunft der Deutschen Islam Konferenz (DIK) aus? Die Antwortvorschläge der Jungen Islam Konferenz (JIK) auf diese Fragen überreichten zwei Delegierte, Mahada Wayah (Hessen) und Benedikt Erb (Sachsen), heute bei der letzten Plenarsitzung der DIK in dieser Legislaturperiode an Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich und die Teilnehmenden der DIK. Seit drei Jahren begleitet die Junge Islam Konferenz die Arbeit der DIK und überreicht dieser jährlich ihre Empfehlungen. Auch 2013 nahmen zwei der 40 Delegierten der JIK im Anschluss an die Übergabe des Empfehlungskatalogs an der Plenarsitzung der Deutschen Islam Konferenz teil.  Die JIK ist ein Projekt der Stiftung Mercator und der Humboldt-Universität zu Berlin.
In ihrem diesjährigen Empfehlungskatalog fordert die JIK unter anderem, Sicherheits- und Integrationsfragen aus der DIK auszukoppeln und, aufgrund ihrer gesamtgesellschaftlichen Relevanz, in einer überparteilichen Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag zu verankern.

„Keine der bisherigen 25 Enquete-Kommissionen in Deutschland hat sich mit dem Wandel unserer Gesellschaft in eine Migrationsgesellschaft befasst. Dabei ist dies ein zentrales Zukunftsthema unseres Landes", sagt Dr. Naika Foroutan, Leiterin der Forschungsgruppe zu Jungen Islambezogenen Themen in Deutschland (JUNITED) an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Teilnehmenden der JIK 2013 haben zudem einen Vorschlag für eine Erweiterung des Dialogs auf Länderebene ausgesprochen. Die zentralen Forderungen der diesjährigen JIK für die Deutsche Islam Konferenz III in der 18. Legislaturperiode lauten:

  1. Sicherheits- und Integrationsfragen raus aus der DIK! Weiterführung der DIK mit alleinigem Fokus auf religionsrechtliche Fragen. Entwicklung eines Zeit- und Aktionsplans als Orientierungsrahmen für die dafür zuständigen Bundesländer, um die Gleichstellung islamischer Religionsgemeinschaften bundesweit voranzutreiben.
  2. Staatlich muslimischen Dialog in die Breite tragen! Landes Islam Konferenzen (LIK) einrichten. Lokale Netzwerke auf kommunaler Ebene sollten ausgebaut werden, um das Thema Islam und Muslime in Deutschland vor Ort gemeinsam auszuhandeln.
  3. Sicherheit und Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen! Einrichtung einer überparteilichen Enquete-Kommission zum Thema „Diversität und gesamtgesellschaftliche Inklusion“ im deutschen Bundestag. Muslime und andere Minderheiten haben bei steigenden rechtsextremen und muslimfeindlichen Einstellungen in Deutschland, ebenso wie die Mehrheitsgesellschaft, ein Bedürfnis nach Sicherheit.

„Die JIK steht für eine Gesellschaft, in der Vielfalt als Normalität verstanden wird. Diese Vision möchten wir als Stiftung Mercator in die Breite tragen“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator.

Die Projektleiterin der Jungen Islam Konferenz, Esra Kücük, ergänzt: „Die Deutsche Islam Konferenz wurde seit ihrer Gründung vor etwa sieben Jahren mit viel Kritik begleitet. Sie ist allerdings nach wie vor das zentralste und symbolträchtigste Forum zu Islam und Muslimen in Deutschland. Diese Chance sollte sie nutzen, um in der kommenden Legislaturperiode die religiöse Gleichstellung voranzutreiben, die einen zentralen Pfeiler für gesamtgesellschaftliche Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit bildet.“
Die Bundeskonferenz der JIK tagte in diesem Jahr bereit zum dritten Mal mit 40 jungen Teilnehmern aus ganz Deutschland. Die Konferenz wird zukünftig auch auf Landesebene fortgeführt. Erstes Austragungsland der Landeskonferenz der JIK wird 2014 Berlin sein. Die dortigen Teilnehmer wählen Delegierte, die sie zur nächsten bundesweiten JIK entsenden.

Über die Junge Islam Konferenz
Die Junge Islam Konferenz ist ein Think-Tank, Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren. Sie ist ein Projekt der Stiftung Mercator und der Humboldt-Universität zu Berlin. Als bundesweites Forum bietet die Junge Islam Konferenz religiösen und nicht-religiösen Jugendlichen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten.
Weitere Informationen zur Jungen Islam Konferenz – Deutschland 2013, eine Liste der Teilnehmer, den Empfehlungskatalog sowie Näheres zur Länderkonferenz Berlin finden Sie unter www.junge-islamkonferenz.de.julia.heer@stiftung-mercator.de

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
+49 201 24522-841
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