Pressemitteilung
Essen/Berlin, 20.03.2013

Berlin wird als erstes Bundesland die Junge Islam Konferenz (JIK) in diesem und den kommenden drei Jahren auf Länderebene ausrichten. Bis 2016 sollen drei weitere Bundesländer folgen, die eine solche Länder-JIK jährlich durchführen. Interessierte Bundesländer können sich für die Einrichtung und Durchführung ab sofort bewerben.
2011 haben die Stiftung Mercator und die Humboldt-Universität zu Berlin die Junge Islam Konferenz ins Leben gerufen. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Projekt 2012 fortgeführt. Die Bundeskonferenz 2013 der JIK am 8. März, zu deren Auftakt Bundespräsi-dent Joachim Gauck die Teilnehmer ins Schloss Bellevue eingeladen hatte, bildete den Startschuss für die Weiterentwicklung des Projekts, das von nun an auf Bundes- und Länderebene durchgeführt wird. Insgesamt stellt die Stiftung hierfür zwei Millionen Euro zur Verfügung.
„Wir freuen uns sehr, dass Berlin die Junge Islam Konferenz als erstes Bundesland auf Länderebene ausrichten wird“, so Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäfts-führung der Stiftung Mercator. „Mit der ersten Länder-JIK wollen wir noch mehr jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich Gehör zu verschaffen und die Integrationspolitik selbst aktiv mitzugestalten.“
„Es ist wichtig, dass bereits junge Menschen erkennen, wie gewinnbringend es ist, miteinander statt nebeneinander zu leben und zu arbeiten. Vorurteile und Schranken, mit denen wir aufwachsen, verhindern ein gleichberechtigtes Zusammenleben in unserer Stadt der Vielfalt. Ein offenes Miteinander, das die Potenziale und Ressourcen aller anerkennt, unabhängig von kultureller Prägung und Glauben, stiftet Identität, stärkt die Gemeinschaft und führt zu mehr Demokratie. Gemeinsam mit der Jungen Islam Konferenz wollen wir hierzu einen Beitrag leisten“, so Dr. Monika Lüke, Integrationsbeauftragte des Berliner Senats.
In diesem Herbst werden die ersten Berliner Jugendlichen zwischen 17 und 25 Jahren auf Einladung der Stiftung Mercator, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Berliner Senats in der Bundeshauptstadt zusammenkommen, um gemeinsam über das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland zu diskutieren. Anschließend wählen sie Delegierte, die ihre Interessen im kommenden Jahr bei der Bundeskonferenz der JIK vertreten werden.
Weitere interessierte Bundesländer können sich für die Ausrichtung und Durchführung von JIK-Länderkonferenzen bewerben. Die teilnehmenden Länder schreiben dann ihrerseits die Teilnehmerplätze für Jugendliche aus. Die ausgewählten Jugendlichen beteiligen sich an einem Vorbereitungsseminar sowie an einem Planspiel zur Deutschen Islam Konferenz und entsenden Delegierte in die jährlich stattfindende Bundeskonferenz.
Ihre Empfehlungen zum Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland, die die Teilnehmer der diesjährigen Jungen Islam Konferenz derzeit erarbeiten, übergeben die Jugendlichen im Rahmen der Deutschen Islam Konferenz im Mai an den Bundesinnenminister.
„Die Junge Islam Konferenz ist ein Projekt, das sich thematisch mit Islam und Muslimen beschäftigt, dabei aber den Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit diesen Themen in den Vordergrund stellt. Darüber hinaus werden junge Menschen durch die Vermittlung von forschungsbasiertem Wissen und die Sensibilisierung für politische Konflikte befähigt, aktiv an gesellschaftlichen und politischen Prozessen teilzuhaben. Berlin als Stadt der Vielfalt, aber auch als Labor für neue Ideen und neues Wissen verkörpert somit die Kernidee der JIK und trägt mit der Ausrichtung der JIK dazu bei, Berlin als globale Metropole der Integration weiterhin zu stärken, wobei Integration hier als Aufgabe der gesamten Stadt, also auch als Aufgabe der Berliner ohne den sogenannten Migrationshintergrund, verstanden wird“, so Dr. Naika Foroutan, die mit ihrem Forschungsteam an der Humboldt-Universität zu Berlin das Projekt seit drei Jahren wissenschaftlich verantwortet.
Über die Junge Islam Konferenz
Die Junge Islam Konferenz ist ein Think-Tank, Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren. Sie ist ein Projekt der Stiftung Mercator und der Humboldt-Universität zu Berlin. Als bundesweites Forum bietet die Junge Islam Konferenz religiösen und nicht-religiösen Jugendlichen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten.
Weitere Informationen unter www.junge-islamkonferenz.de
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:
Daniel Laprell
Kommunikationsmanager
Stiftung Mercator
Tel. 0201-245 22 841
daniel.laprell@stiftung-mercator.de

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
+49 201 24522-841
@