Pressemitteilung
07.12.2012

Die Stiftung Mercator und die Humboldt-Universität zu Berlin bieten bundesweit 40 Jugendlichen die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an der Jungen Islam Konferenz (JIK) 2013 zu bewerben. Vor dem Hintergrund der anstehenden Plenarsitzung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) werden sich die Teilnehmer der JIK mit der Frage befassen, wie der Dialog zwischen Staat und Muslimen nach der Bundestagswahl 2013 gestaltet werden kann. Ihre Empfehlungen werden sie im kommenden Frühjahr im Rahmen der DIK dem Bundesinnenminister überreichen. Bewerben können sich Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren mit und ohne muslimischen Hintergrund. Die Bewerbungsfrist endet am 6. Januar 2013. Die Bewerbungsunterlagen können unter www.junge-islamkonferenz.de„>Stiftung Mercator gefördert.
Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) wurde 2006 vom Bundesinnenministerium ins Leben gerufen, um den Dialog zwischen Staat und Muslimen in Deutschland zu unterstützen. Ihr Arbeitsprogramm wurde vorerst auf die laufende Legislaturperiode begrenzt. Demnach stellt sich die Frage, wie der Dialog zwischen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen nach der Bundestagswahl 2013 gestaltet wird. Dies nimmt im Frühjahr 2013 die Junge Islam Konferenz zum Anlass, um mit etwa 40 Jugendlichen zwischen 17 und 25 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet eine Antwort auf die Frage zu finden, wie zukünftig ein Dialog auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu den Themen Islam und Muslime in Deutschland aussehen soll. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt  am 16./17. Februar 2013 an der Humboldt-Universität zu Berlin und vom 8. bis 10. März im Bundeshaus des Bundesinnen-ministeriums in Berlin werden die Jugendlichen ein Konzept erstellen. Dieses werden sie dem Bundesinnenminister und den Teilnehmern der Deutschen Islam Konferenz anlässlich ihrer abschließenden Plenarsitzung überreichen.
Die Junge Islam Konferenz findet bereits zum dritten Mal statt. 2011 haben die Stiftung Mercator und die Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Pilotprojekt das erste Dialogforum dieser Art für Jugendliche ins Leben gerufen, 2012 fand die zweite JIK statt. Die Bundeskon-ferenz 2013 der JIK bildet den Startschuss für die Fortführung des Projekts, das von nun an auf Bundes- und Länderebene stattfinden wird. Die Junge Islam Konferenz bietet Jugendli-chen mit und ohne muslimischen Hintergrund die Möglichkeit, sich über die Rolle „des Islam“ und „der Muslime“ in Deutschland auszutauschen.
„Heute leben etwa vier Millionen Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund in Deutschland, ungefähr die Hälfte von Ihnen ist unter 25 Jahren. Sie prägen unsere Gesellschaft entscheidend mit. Aus diesem Grund möchten wir Jugendlichen mit der Jungen Islam Konferenz ein Forum bieten, um das vielfältige Zusammenleben in Deutschland zu diskutieren und ihnen die Möglichkeit geben, ein Dialogkonzept zu den Themen Islam und Muslime in Deutschland zu entwickeln“, so Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator.
„Wir stellen fest, dass der Diskurs zu den Themen Islam und Muslime in Deutschland seit längerem einer negativen Wahrnehmung unterliegt“, ergänzt Dr. Naika Foroutan, Leiterin der durchführenden Forschungsgruppe an der Humboldt-Universität zu Berlin. „Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen das konstant hohe Niveau anti-muslimischer Stereotype gerade in Deutschland. Die Junge Islam Konferenz als forschungsbasierter außerschulischer Akteur der politischen Bildungsarbeit bietet eine dringend notwendige Möglichkeit, jungen, herkunftsübergreifenden Sichtweisen auf die deutsche Einwanderungsgesellschaft Gehör zu verschaffen. Die JIK soll dazu beitragen, mittels der Teilnehmer Wissen und Austausch zu Islam und Muslimen in Deutschland in Schulen, Familien und in den Alltag hinein zu tragen und darüber Wissens- und Normalisierungsprozesse anzustoßen.“
Die Teilnahme an der Jungen Islam Konferenz ist kostenlos, Anfahrt und Übernachtung werden von der Stiftung Mercator getragen.
Die Bewerbungsunterlagen sowie weitere Informationen und Bildmaterial zur Jungen Islam Konferenz – Bundeskonferenz 2013 können online unter www.junge-islamkonferenz.de„>Humboldt-Universität zu Berlin. Als bundesweites Forum bietet die Junge Islam Konferenz religiösen und nicht-religiösen Jugendlichen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten.

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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