Pressemitteilung
Berlin/Essen/Düsseldorf, 25.04.2013

Welche Instrumente brauchen Lehrkräfte und Erzieher, um Kinder und Jugendliche mit Sprachförderbedarf frühzeitig und optimal zu unterstützen? Wie wird das pädagogische Personal für diese Aufgabe zur Zeit qualifiziert und welche Ausbildung ist für eine gelingende Sprachförderung nötig? Zu diesen Fragen diskutierten heute Experten aus Politik, Wissenschaft, Bildungsadministration, Praxis und Zivilgesellschaft im Rahmen der Fachkonferenz „Integration durch Sprachbildung“ im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator.

„Eine qualitativ hochwertige Sprachförderung von Anfang an ist Voraussetzung für das Gelingen von Integration! Umso wichtiger ist die nachhaltige Qualifizierung der Erzieherinnen und Lehrkräfte. Mit der „Offensive Frühe Chancen“ fördert der Bund mit 400 Millionen Euro speziell auch die Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften, die in 4000 Schwerpunkt-Kitas zum Einsatz kommen. In den Schulen müssen die Lehrkräfte verstärkt auf Quereinsteiger vorbereitet werden, die über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen. Für einen erfolgreichen Spracherwerb ist zudem die Mitwirkung der Eltern entscheidend: Notwendig ist eine Informationsoffensive, die Eltern darüber aufklärt, wie sie ihre Kinder unterstützen können“, betonte Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Aus Kindertagesstätten und Schulen dringt vielfach der Wunsch der pädagogischen Fachkräfte, für die Aufgabe der Sprachbildung und -förderung besser gewappnet zu sein. So hat beispielsweise eine Umfrage des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache ergeben, dass 70 Prozent aller Lehrer einen Sprachförderbedarf bei ihren Schülern erkennen. Gleichzeitig fühlen sich aber nicht einmal die Hälfte der Befragten ausreichend auf diese Aufgabe vorbereitet. Für die Schüler bedeutet das schlechte Bildungschancen, Benachteiligung in der Berufsausbildung und weniger gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten.

„Wir brauchen dringend eine Aus- und Weiterbildung, die Erziehern und Lehrern die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Umgang mit sprachlich heterogenen Klassen vermittelt. Außerdem werden Wissenschaftler benötigt, die Forschungslücken schließen und Erkenntnisse sammeln, die wiederum in die Ausbildung und den Kita- und Schulalltag einfließen“, so Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. „Bei Bund und Ländern –  und den Stiftungen – steht das Thema Sprachförderung  seit vielen Jahren im Fokus. Vieles ist auf diesem Feld gut gemeint, aber noch nicht wirkungsvoll genug entwickelt, damit Sprache Kindern und Jugendlichen Teilhabe in unserem Land ermöglicht und Heimat vermittelt. Gemeinsam müssen wir nach Lösungen suchen, um benachteiligten Jugendlichen mehr Bildungschancen zu eröffnen“, ergänzte Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland.

Gezielte Sprachförderung in Bildungsinstitutionen ist eine der wichtigsten Stellschrauben für gelungene Bildungsverläufe: In Deutschland besuchen rund 89 Prozent der Dreijährigen und etwa 96 Prozent der Vier- und Fünfjährigen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung. In der Primar- und Sekundarstufe könnten alle Kinder und Jugendlichen mit einer gezielten Sprachförderung erreicht werden. Um individuell und optimal zu fördern, müssen jedoch Erzieher ebenso wie Lehrer durch eine entsprechende Qualifizierung für die konkreten Herausforderungen und Aufgaben im Sprachförderbereich ausgebildet werden.

Die Fachkonferenz „Integration durch Sprachbildung: Qualität durch Qualifizierung von Lehrern und Erziehern? “ ist eine gemeinsame Veranstaltung der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, der Vodafone Stiftung und der Stiftung Mercator. Die Anliegen zur Qualifizierung des pädagogischen Personals werden im Expertenkreis aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft diskutiert und entwickelt. Eine Dokumentation der Konferenz und der erarbeiteten Ergebnisse wird im Nachgang veröffentlicht. 

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:

Oliver Mohr
Pressesprecher
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
Tel. +49 (0) 30 184 00 20 36oliver.mohr@bk.bund.de

Julia Heer
Kommunikationsmanagerin
Stiftung Mercator
Tel. +49 (0) 201 245 22 849julia.heer@stiftung-mercator.de

Danyal Alaybeyoglu
Pressesprecher
Vodafone Stiftung Deutschland
Tel. +49 (0) 211 533 67 86 danyal.alaybeyoglu@vodafone.com

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
+49 201 24522-841
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