Der Tagungsort Salzburg in Österreich bietet sich besonders an, denn kaum ein anderes Land ist durch so viele verklärende Vorstellungen geprägt, wie die Alpenrepublik. Die Klischees vom Bergidyll und Madeln im feschen Dirndl haben sich in Filmen und Büchern manifestiert und halten sich hartnäckig. Bei Sachertorte und Wiener Melange hoffen viele Migranten dort das bessere Leben zu finden. Währenddessen wird im Land selbst massiv über seine Rolle als Einwanderungsland gestritten. In Österreich gibt es anteilsmäßig zur Bevölkerung so viele Zuwanderer wie in den USA.
Ganz anders sieht es aus, wenn Menschen statt eine neue Heimat zu finden ihre alte verlieren. Die Forscher ergründen am Beispiel von Erfahrungsberichten russisch-orthodoxer Altgläubiger in Lettland den langen Weg der Identitätssuche, die mit der Suche nach einer neuen Heimat einhergeht. Sie zeigen während der Tagung, wie persönliche Identität und Identitätsfindung mit der Heimat verknüpft sind und führen als extremes Beispiel das Internetprojekt "Russland-2" an, das einen alternativen Heimatentwurf zum Putinschen Russland entwickelt und große Resonanz bei den russischen Intellektuellen findet.
Silke Flegel
Institut für Deutschlandforschung
Tel. 0234/32 – 28863
E-Mail idf(at)rub.de
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