Pressemitteilung
24.06.2010

Essen, 24. Juni 2010 – Im Rahmen der dritten Mercator Lecture der Stiftung Mercator diskutierte George Soros, Gründer des Open Society Institute, die Zukunft der Europäischen Union im Kontext der Finanzkrise mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Rund 300 Gäste waren gekommen, um George Soros zum Thema „Europe in Crisis“ zu hören. Gemeinsam mit Petra Pinzler, Die ZEIT, diskutierte der US-amerikanische Investor und Philanthrop seine Thesen. Soros analysierte den Zusammenhang zwischen der Finanzkrise und den aktuellen Problemen der Europäischen Union. Die Finanzkrise, so Soros, bedrohe die Idee von Europa als Modell einer global offenen Gesellschaft. Die ursprüngliche Stärke der Union, kurzfristige und politisch erreichbare Ziele und Entwicklungsschritte anzustreben, entwickle sich mittlerweile zum Problem. „Zunächst müssen wir Europa helfen, seine Schwierigkeiten zu überwinden, und dann die Struktur des Euro neu aufbauen und stärken. Ohne eine deutsche Führungsrolle wird das nicht möglich sein. Ich hoffe, dass Deutschland sich erneut dieser Verantwortung stellen wird“, so Soros. Vor allem die Krise in Griechenland zeige, dass nur eine neue wirtschaftliche Denkweise und eine stärkere Rolle Deutschlands darauf hinwirken können, die Zukunft der Europäischen Union zu sichern.

Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, betonte, wie wichtig es sei, dass Deutschland eine aktive Rolle in einem zukunftsfähigen Europa spiele: „Mit unserer Arbeit setzen wir uns für ein Europa ein, das allen Bürgern ein chancengleiches Leben in Wohlstand, Toleranz und Solidarität bietet; ein Europa, das international mit einer Stimme spricht und in der Lage ist, globale Zukunftsthemen und Herausforderungen erfolgreich mitzuprägen.“ Die Stiftung Mercator konzentriert sich innerhalb ihrer Strategie im Kompetenzzentrum Internationale Verständigung auf die Regionen Europa, China und die Türkei.

Mit der Mercator Lecture bietet die Stiftung Mercator seit Oktober 2008 einmal im Jahr eine Plattform für den konstruktiven Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über aktuelle und zentrale gesellschaftspolitische Fragen. Redner der vergangenen Mercator Lectures waren NRW-Ministerpräsident, Dr. Jürgen Rüttgers, der Soziologe Ralf Dahrendorf und Bundesminister des Auswärtigen und Vize-Kanzler a.D., Joschka Fischer.

Pressekontakt

Jochen Heimberg
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