Pressemitteilung
18.01.2007

Stiftung Mercator präsentiert zusammen mit Staatsministerin Maria Böhmer und Integrationsminister Armin Laschet Dokumentarfilm zur Sprachförderung für Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte.

In Anwesenheit von Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Kanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, und Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, hat die Stiftung Mercator am 18. Januar in Berlin den Film "Ohne Deutsch kann man hier nichts machen" zum Projekt "Förderunterricht" präsentiert.

Der Filmemacher Dr. Paul Schwarz begleitete die Initiative zur Sprachförderung für Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte über mehrere Monate. Der Film beleuchtet die Situation von Mädchen und Jungen aus Einwandererfamilien und zeigt, wie deren Potentiale durch systematische Förderung genutzt werden können. Kinder und Jugendliche aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte sind in deutschen Schulen oftmals benachteiligt. Betroffen sind rund eine Million Heranwachsende, die aktuell in weiterführenden Schulen lernen und keine Förderung im frühen Kindesalter genossen haben. Minister Laschet betonte in seiner Einführung: "Diese Zahl ist alarmierend. Wir müssen deswegen dafür sorgen, dass alle Kinder die bestmögliche Sprachförderung erhalten. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Schulische Bildung setzt voraus, dass man die deutsche Sprache bereits beherrscht, wenn man in die Schule kommt."
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Maria Böhmer, zitierte in ihrem Grußwort den Philosophen Ludwig Wittgenstein: "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt." Die Sprache sei nicht nur die Grundlage für den Bildungserfolg, sondern auch für das Verständnis des Landes und damit der vollen Teilhabe.

Im Projekt der Stiftung erhalten Kinder und Jugendliche der Sekundarstufe I und II kostenlosen sprachlichen und fachlichen Förderunterricht durch Lehramtsstudierende. Die geförderten Kinder verbessern so ihre Leistungen, während angehende Lehrerinnen und Lehrer von einer Zusatzqualifizierung und der Praxiserfahrung profitieren, wie die begleitende Evaluation zeigt. Ein weiterer Vorteil des Projektes: Die Fördermöglichkeiten können schnell, effektiv und kostengünstig vor Ort angeboten werden.

An dem Projekt der Stiftung Mercator nehmen derzeit mehr als 6.000 Schüler an 35 Standorten in ganz Deutschland teil. Der Förderunterricht findet mit zwei bis vier Stunden pro Woche nach der Schule statt. Die Projektpartner sind Universitäten, Schulen, Kommunen oder Vereine. Sie organisieren den Förderunterricht an den jeweiligen Standorten, stellen die Räumlichkeiten zu Verfügung und betreuen aktuell etwa 1100 Studierende, die als Förderlehrer den Unterricht erteilen. Das Projekt wird von der Stiftung Mercator noch bis 2009 mit insgesamt 10 Mio. Euro unterstützt. "Unser Projekt zeigt, wie angehende Lehrer durch Integration von Praxismodulen in die Lehrerausbildung optimal auf ihre spätere Tätigkeit vorbereitet werden und Schüler aus Zuwandererfamilien mit wenig Aufwand und Kosteneinsatz zu besseren Schulergebnissen geführt werden können," erklärte Annabel von Klenck, Geschäftsführerin der Stiftung Mercator. "Alle gesellschaftlichen Kräfte sollten nun zusammenwirken, um ein bedarfsgerechtes Förderangebot zu etablieren".

Die Stiftung Mercator trägt ihren Namen nach dem berühmten Duisburger Kartographen Gerhard Mercator und wurde 1996 von der aus Duisburg stammenden Handelsfamilie Karl Schmidt gegründet. Sie fördert Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Mercators unterstützt sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und der Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Förderschwerpunkte sind "Wissenschaft stärken", "Kinder und Jugendliche fördern" und "Kulturen verstehen, Toleranz lernen".

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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