Pressemitteilung
10.06.2009

Eine langfristige und effektive Energie- und Klimapolitik sei nur dann möglich, wenn diese so weit wie möglich entpolitisiert wird. Das sagte Lord Anthony Giddens während der Vorstellung seines Buches "The Politics of Climate Change" in der Stiftung Mercator in Essen. Klima- und Energiepolitik seien von Natur aus weder rechte noch linke Themen. "Deshalb brauchen wir einen parteienübergreifender Pakt, der einen langfristig tragfähigen politischen und wirtschaftlichen Rahmen zum Wohle kommender Generationen bietet", so Giddens.

Lord Anthony Giddens stellte sein neues Buch vor rund 100 Gästen bei der ersten Mercator EssensZeit, die von der Stiftung Mercator in Kooperation mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung veranstaltet wurde, vor. "Die Stiftung Mercator wird in Zukunft einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Thema Klimawandel legen", sagte Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, bei der Mercator EssensZeit. Ziel der Stiftung sei es, Verständnis für die Chancen eines Umsteuerns zu schaffen. "Wir müssen jetzt die Grundlagen für einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformationsprozess schaffen, um negative Folgen des sich vollziehenden Klimawandels zu minimieren", so Lorentz.

Dr. Hermann Ott, Leiter des Berliner Büros des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie: "Es ist immer ein Gewinn, wenn sich ein herausragender Denker eines neuen Themas annimmt – häufig folgen daraus neue und wichtige Erkenntnisse. Anthony Giddens ist ein solcher Denker und die Lektüre seines aktuellen Buches über die Klimapolitik verspricht genau das."

"Wenn Anthony Giddens Recht hat, und viel spricht dafür, dann zeigt das nur, wie weit unser Weg noch ist", so Ulrich Reitz, Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Zur Person
Der Soziologe und Vordenker des "Dritten Weges" Lord Anthony Giddens ist der ehemalige Direktor der London School of Economics and Political Science (LSE). Sein aktuelles Buch "The Politics of Climate Change" ist im März bei Polity Press erschienen. Vor seiner Tätigkeit als Direktor der LSE von 1997 bis 2003 war er Professor der Soziologie am King´s College in Cambridge. 2004 wurde ihm mit der Aufnahme ins britische House of Lords der Titel eines Lords verliehen. Neben seiner wissenschaftlichen Karriere ist er als Berater von Tony Blair und der Politik des "Dritten Weges" bekannt geworden. Seit einigen Jahren setzt er sich mit dem Klimawandel und den Konsequenzen der Moderne in einer globalisierten Welt auseinander.

Über die Stiftung Mercator
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

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