Pressemitteilung
15.10.2008
Als Gemeinschaftsprojekt haben heute acht deutsche Stiftungen aus der Mitte der Zivilgesellschaft den "Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration" ins Leben gerufen. Das unabhängige wissenschaftliche Expertengremium wird von nun an in einem Jahresbericht und verschiedenen Gutachten Stellung zu integrations- und migrationspolitischen Themen beziehen. Ziel ist es, die Politik in Bund, Ländern und Gemeinden sowie die Zivilgesellschaft mit wissenschaftlich fundierten und handlungsorientierten Empfehlungen zu begleiten. Die acht Stiftungen stellen insgesamt rund 1,7 Millionen Euro für den Aufbau des Sachverständigenrats in den kommenden drei Jahren zur Verfügung.

Integration und Migration stellen zentrale Herausforderungen unserer Gesellschaft dar. Doch bislang ist das Themenfeld Integration und Migration ohne systematische, kontinuierliche und unabhängig kritische Begleitung durch die Wissenschaft geblieben. Diese Lücke wird nun durch die Initiative von Stiftung Mercator, VolkswagenStiftung, Bertelsmann Stiftung, Freudenberg Stiftung, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Körber-Stiftung, Vodafone Stiftung und ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius geschlossen. "Anders als die existierenden Sachverständigenräte ist dieser nicht von der Politik, sondern von der Zivilgesellschaft berufen. Das verleiht ihm als unabhängiges Gremium ein besonderes Gewicht", so Rüdiger Frohn, Vorsitzender des Kuratoriums und Beiratsvorsitzender der Stiftung Mercator. "Ein solcher Zusammenschluss deutscher Stiftungen ist ein Novum im deutschen Stiftungswesen. Denn hier geht es nicht primär um die gemeinsame Finanzierung, sondern darum, sich im Stiftungsverbund zu einem gesellschaftspolitischen Thema zusammenzufinden und Lösungsansätze zu entwickeln", sagte Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Der Sachverständigenrat entwickelt und erstellt im ersten Jahr unter anderem das sogenannte Integrationsbarometer. Dieses Erhebungsinstrument soll ab Herbst 2009 jährlich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund befragen und so Aufschluss über ihre Einstellungen, Meinungen und Stimmungen im Hinblick auf die Themen Integration und Migration geben. "Integrationspolitik braucht die kontinuierliche Beobachtung ihrer Kontextbedingungen und Wirkungen. Sie muss wissen, ob das Vertrauen der Menschen sinkt oder steigt, welche Meinungen und Einstellungen die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, also beide Seiten der Einwanderungsgesellschaft dazu haben", so der international renommierte Migrationsforscher Prof. Dr. Klaus J. Bade, Vorsitzender des Sachverständigenrats.

Neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus J. Bade gehören dem Sachverständigenrat acht weitere Mitglieder an. Dies sind: als stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Neumann, Universität Hamburg, sowie Prof. Dr. Michael Bommes, Universität Osnabrück, Prof. Dr. Heinz Faßmann, Universität Wien, Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu, Universität Bremen, Prof. Dr. Christine Langenfeld, Universität Göttingen, Prof. Dr. Werner Schiffauer, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut, und Prof. Dr. Steven Vertovec, Max-Planck-Institut Göttingen. Die Mitglieder wurden von einer internationalen Findungskommission unter Leitung von Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., vorgeschlagen.

Der Rechtsträger des Sachverständigenrats ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin. Der Sachverständigenrat nimmt seine Arbeit in diesen Tagen auf. Dr. des. Gunilla Fincke wird ab dem 1.1.2009 als Geschäftsführerin die Geschäftsstelle leiten.

Über den Sachverständigenrat
Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration geht auf eine Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung zurück. Ihr gehören acht Stiftungen an. Neben der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung sind dies: Bertelsmann Stiftung, Freudenberg Stiftung, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Körber-Stiftung, Vodafone Stiftung und ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Beobachtungs-, Bewertungs- und Beratungsgremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht und handlungsorientierte Politikberatung anbietet. Die Ergebnisse seiner Arbeit werden in einem Jahresbericht veröffentlicht.

Weitere Informationen unter: jung(at)volkswagenstiftung.de

Rede von Rüdiger Frohn zum Download
Rede von Dr. Wilhelm Krull zum Download
Rede von Prof. Dr. Klaus J. Bade zum Download

Pressekontakt

Jochen Heimberg
Pressesprecher
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