Pressemitteilung
Essen, 21.03.2013

Junge Menschen aus Elternhäusern ohne akademische Tradition sind an deutschen Hochschulen unterrepräsentiert und brechen ihr Studium überdurchschnittlich häufig ab. Um Talente in dieser Gruppe zu fördern und Bildungsungleichheit zu begegnen, starten die Stiftung Mercator und der Stifterverband die Initiative „Studienpioniere“. Fachhochschulen in ganz Deutschland können sich ab sofort mit Konzepten zur Rekrutierung und Betreuung von Studierenden aus Nicht-Akademiker-Familien mit und ohne Migrationshintergrund bewerben. Das Finanzvolumen der Initiative beträgt 3,2 Millionen Euro.
Während neun von zehn Kindern aus Akademiker-Familien den Schritt an eine Hochschule gehen, beginnt noch nicht einmal jedes zweite Kind aus einem Arbeiterhaushalt ein Studium. Bis zu zehn Fachhochschulen werden deshalb bei der Verwirklichung ihrer Konzepte zur gezielten Ansprache und Unterstützung von sogenannten Studienpionieren mit Strukturfördermitteln von jeweils bis zu 170.000 Euro unterstützt. Zusätzlich stellen Stiftung Mercator und Stifterverband den ausgewählten Hochschulen für eine Laufzeit von bis zu vier Jahren je 18 Stipendien in Höhe von monatlich 150 Euro pro Studienpionier zur Verfügung.
„Wir wollen mit dem Programm Chancen für Jugendliche schaffen, die in ihrer Familie Pioniere sind, weil sie sich als erste für ein Studium entscheiden. In Deutschland haben es Jugendliche aus dieser Gruppe ungleich schwerer, ihre Potenziale voll auszuschöpfen, als Jugendliche aus Akademiker-Familien. Das gilt insbesondere, wenn sie oder ihre Eltern nach Deutschland zugewandert sind“, sagt Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator.
„Aufstieg durch Bildung gehört zum Gründungsauftrag der Fachhochschulen. Das Programm soll Fachhochschulen in ihrem Bemühen stärken, sich beim Thema chancengerechte Bildung im Hochschulsystem zu profilieren“, so Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes.
Ausschreibung und Auswahlverfahren
Die Ausschreibung ist offen für alle staatlichen und privaten, staatlich anerkannten Fachhochschulen in Deutschland. Neben der Rekrutierung und Betreuung von Studienpionieren sind Maßnahmen gefragt, die künftigen Absolventen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.
Bewerbungen können bis zum 12. Juli 2013 eingereicht werden.
Eine etwa zwölfköpfige Jury aus Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft nominiert aus allen Einsendungen die Fachhochschulen, die in die zweite Runde des Auswahlverfahrens gelangen und ihre Konzepte Ende Oktober 2013 im Rahmen einer öffentlichen Jury-Sitzung in Berlin präsentieren können. Unter diesen werden bis zu neun Hochschulen für die Teilnahme an dem Programm ausgewählt.
Die Westfälische Hochschule hat in den letzten Jahren Erfahrung im Aufbau von Studienangeboten gesammelt, die neue Studierendengruppen ansprechen, und wurde für diese Angebote bereits ausgezeichnet. Sie unterstützte die Konzeption des Wettbewerbs mit ihrer Expertise und wird an dem Förderprogramm teilnehmen.
Weitere Informationen zur Ausschreibung:
www.stiftung-mercator.de/studienpionierewww.stifterverband.de/studienpioniere
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:
Kathrin Biegner
Kommunikation
Stiftung Mercator
Tel.: + 49 (0) 201 24522-827
E-Mail: kathrin.biegner@stiftung-mercator.de
Moritz Kralemann
Pressesprecher
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Tel.: +49 (0) 30 29 82-5 27
E-Mail: moritz.kralemann@stifterverband.de

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