Europäischer KI-Fonds startet 1. Bewerbungsphase

Zivilgesellschaftliche Organisationen können sich um Förderung bewerben

Pressemitteilung

Brüssel, 23.09.2020

Ein Netzwerk internationaler Stiftungen, dem auch die Stiftung Mercator angehört, will mit einem KI-Fonds die Stimme der europäischen Zivilgesellschaft in den Diskussionen um den Einsatz Künstlicher Intelligenz und algorithmischer Systeme stärken.

Die Europäische Kommission strebt an, in den kommenden fünf Jahren einen Fahrplan für die digitale Transformation in Europa zu erarbeiten. Aus Sicht der Stiftung Mercator müssen in diese Debatte alle gesellschaftlichen Gruppen eingebunden werden.

Der European AI Fund will Verbände, Vereine, Think Tanks und andere zivilgesellschaftliche Organisationen in die Lage versetzen, sich in die politischen Debatten rund um die Rahmenbedingungen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz einzubringen.

In einer ersten Ausschreibung stellt der Fonds zivilgesellschaftlichen Akteuren insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen von diesen dazu eingesetzt werden, ihre Kompetenzen und Expertise im Bereich Strategie- und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Feld der Digitalisierung zu entwickeln und zu vertiefen. Sie sollen so noch besser in die Lage versetzt werden, die öffentliche und politische Debatte im Interesse der Bürger*innen Europas mitzugestalten. Interessierte Institutionen können sich bis zum 1. November um eine Förderung bewerben.

Der Fonds richtet sich auch an zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich bislang noch nicht explizit mit KI/algorithmischen Systemen befassen, deren Themenfelder aber zukünftig durch den Einsatz solcher Systeme (mit)geprägt werden. Die Organisationen sollen dabei unterstützt werden, sich systematisch mit den Auswirkungen dieses Einsatzes auseinanderzusetzen.

"Europa kann eine Schlüsselrolle dabei spielen, die digitale Transformation an demokratische und rechtsstaatliche Standards zu binden", so Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. "Wir sind überzeugt, dass es dafür einen öffentlichen Diskurs braucht, der eine Vielzahl von Akteuren, ihre Expertise und Interessen einbezieht. Mit dem Fonds möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die Voraussetzungen für öffentliches Engagement und Teilhabe rund um den Einsatz algorithmischer Systeme und KI zu verbessern", so Rohe.

Der European AI Fund geht auf eine Initiative einer Gruppe internationaler Stiftungen zurück. Der Fonds ist am Network of European Foundations in Brüssel angesiedelt. Er wird gefördert von der Charles Stewart Mott Foundation, King Baudouin Foundation, Luminate Foundation, Mozilla Foundation, Oak Foundation, Open Society Foundations und der Stiftung Mercator. Die Stiftung Mercator stellt dem Fonds in den kommenden drei Jahren insgesamt 750.000 Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen: europeanaifund.org