Auftakt des Bundeskongresses der Jungen Islam Konferenz

Studie bestätigt: Für junge Deutsche ist Vielfalt Alltag

Pressemitteilung

Berlin, 13.03.2015

Die Junge Islam Konferenz (JIK) kommt heute zu ihrem jährlichen dreitägigen Bundeskongress für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund in Berlin zusammen. Unter dem Motto „Wem gehört das Abendland?“ erarbeiten die Teilnehmer als Antwort auf die aktuellen Debatten Strategien zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland. Anlässlich des Bundeskongresses wird eine repräsentative Studie der Forschungsgruppe JUNITED veröffentlicht, die die Einstellungen junger Menschen gegenüber Muslimen und Vielfalt erfasst hat. Mit den Ergebnissen beschäftigen sich die Teilnehmenden der JIK. Die Junge Islam Konferenz ist ein Projekt der Stiftung Mercator, des Mercator Program Centers und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Junge Islam Konferenz startet heute ihren diesjährigen Bundeskongress für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund im Auswärtigen Amt. Mehr als einhundert Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet tagen an drei Tagen in Berlin, um kreative Ideen und Konzepte zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland zu entwickeln. Die JIK-Bundeskonferenz ist ein Arbeitsgremium, das sich aktuellen Fragestellungen in den Themenfeldern „Vielfalt in der Einwanderungsgesellschaft“ sowie „Muslime in Deutschland“ widmet und politische Empfehlungen an Entscheidungsträger formuliert, um pragmatische Lösungen anzubieten.

Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator erklärt: „Vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Monate in Dresden, Paris und der Welt sind wir überzeugt davon, dass ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs zu den aktuellen Herausforderungen nötig ist. Die Junge Islam Konferenz bietet jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund eine geeignete Plattform, um miteinander in einen Dialog zur Gestaltung eines friedlichen und chancengleichen Zusammenlebens in unserer Einwanderungsgesellschaft zu treten. Für die meisten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist Vielfalt heute bereits Normalität, ihre Erfahrungen und Empfehlungen können daher im besonderen Maße dazu beitragen, unsere vielfältige Gesellschaft als Selbstverständlichkeit und Wert an sich zu begreifen.“

Anlässlich des diesjährigen JIK-Bundeskongresses wird eine repräsentative Studie der Forschungsgruppe JUNITED vorgestellt, die am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt und von der Stiftung Mercator gefördert wurde. Unter dem Titel "Deutschland postmigrantisch II - Einstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Gesellschaft, Religion und Identität" haben Dr. Naika Foroutan und ihre Forschungskollegen bundesweit Einstellungen junger Menschen zwischen 16 und 25 Jahren gegenüber Muslimen, der Pluralisierung der Gesellschaft und dem Wandel nationaler Identitäten erhoben.

Dr. Naika  Foroutan, Stellvertretende Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung, sagt: „Jugendliche in Deutschland haben heute häufiger einen Migrationshintergrund, eine höhere Bildung und sind religiös vielfältiger orientiert als Erwachsene. Der Kontakt zu Muslimen und das Wissen über sie weiten sich aus. Das verändert bei jungen Menschen die eigene Perspektive auf nationale Identität, Zugehörigkeit und Partizipation. Vielfältige kulturelle und religiöse Praktiken und  Unterschiedlichkeit an sich sind für junge Erwachsene Teil ihrer Lebensrealität.“

In der Studie geht es um die Kernfrage, ob Jugendliche, die bereits in einer pluralen postmigrantischen Gesellschaft aufgewachsen sind, dieser Vielfalt in der Gesellschaft gelassener und offener gegenüberstehen als Erwachsene.

Esra Kücük, Leiterin Junge Islam Konferenz, erklärt: „In den vergangenen Monaten wurde in Deutschland viel über den Islam als Teil unserer Gesellschaft gestritten. Wir stellen die Frage: Was denkt das Deutschland von morgen? Die Studie bestätigt dabei unsere Annahme in der Jungen Islam Konferenz: Vielfalt ist Alltag für das junge Deutschland! Jugendliche, die bereits in einer postmigrantischen Einwanderungsgesellschaft aufgewachsen sind, haben einen gelasseneren und optimistischeren Umgang mit Vielfalt als Erwachsene. Wir fragen daher: Was können Eltern von ihren Kindern lernen für die Gestaltung unserer Einwanderungsgesellschaft? Genau darüber wollen wir in den kommenden drei Tagen bei unserem Bundeskongress sprechen und die Deutungshoheit dabei nicht denjenigen, die unsere Gesellschaft zu spalten versuchen, überlassen. Den politischen Entscheidungsträgern legen wir unsere Ergebnisse besonders ans Herz, denn: Unser Land wird in Zukunft von dieser neuen, offeneren Generation geprägt werden!“

In den kommenden Wochen werden Vorschläge von den jungen Kongressteilnehmern erarbeitet, um sie politischen Entscheidungsträgern vorzustellen und sie mit ihnen zu erörtern. Das Bundesgremium der JIK tagt bereits zum fünften Mal. Im vergangenen Jahr empfahl die JIK die Einrichtung einer Leitbildkommission und eines neuen Narrativs zur Einwanderungsgesellschaft. Dieses Jahr greift das Bundesgremium die gegenwärtigen Irritationen in der Gesellschaft und die Suche der Politik nach Lösungen auf, um jugendliche Antworten anzubieten. 2011 haben die Stiftung Mercator und die Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Projekt das erste Dialogforum dieser Art für Jugendliche ins Leben gerufen. Seit 2013 tagen neben der jährlichen Bundeskonferenz auch Länderkonferenzen, die ihre Delegierten im darauffolgenden Jahr zur Bundes-JIK entsenden.

Über die Junge Islam Konferenz - Deutschland
Die Junge Islam Konferenz ist ein Think-Tank, Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren. Sie ist ein Projekt der Stiftung Mercator, des Mercator Program Centers und der Humboldt-Universität zu Berlin. Als bundesweites Forum bietet die Junge Islam Konferenz religiösen und nicht-religiösen Jugendlichen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten. Das Projekt wird durch die Forschungsgruppe JUNITED im Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:
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 Julia Heer
Julia Heer
Kommunikationsmanagerin Online
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