Özge Geyik

Fellowship

Vergebende Institution

Zeitraum des Fellowships

Oktober 2020 - August 2021

Projekttitel

„Klimawandel und Nahrungsmittelnachhaltigkeit: Ziele für Klimawandel, Nahrungsmittelproduktion und öffentliches Gesundheits- und Ernährungswesen in Einklang bringen“

Beschreibung des Projektes

Globale Nahrungsmittelsysteme im Sinne von sozio-ökologischen Systemen mit biophysikalischen, sozialen und politischen Faktoren stehen im Zentrum aller Bemühungen um Nachhaltigkeit. Zum einen entfällt ein wesentlicher Anteil globaler Treibhausgasemissionen auf die Nahrungsmittelproduktion. Zum anderen sind drei Formen der Fehlernährung immer weiter verbreitet: Hunger (Kaloriendefizit), Übergewicht/Adipositas (Kalorienüberschuss) und verborgener Hunger (Mikronährstoffdefizit).
Dies verdeutlicht, dass die aktuellen Nahrungsmittelsysteme – trotz steigender Produktions- und Liefermengen – dem Nahrungsmittelbedarf der Menschen nicht gerecht werden. In der Türkei als einem der zehn größten Produzenten landwirtschaftlicher Rohstoffe (gemessen am Bruttoproduktionswert) sind die Energieintensität der landwirtschaftlichen Produktion und damit die Treibhausgasemissionen stark gestiegen, letztere um ganze 75 %. Dennoch gibt es keine konkreten Pläne, um diesen Trend umzukehren. In der türkischen Bevölkerung zeichnen sich ein persistierender Eisenmangel und ein konstanter Anstieg von Übergewicht und Adipositas ab. Diese beiden Formen von Fehlernährung führen also zu einem doppelten Risiko.
Ziel des Projekts ist, mithilfe eines fächerübergreifenden Ansatzes (Klimawissenschaft, Pflanzenbauwissenschaft und öffentliches Gesundheits- und Ernährungswesen) Möglichkeiten der Ausweitung nährstoffsensibler und nachhaltiger Nahrungsmittelsysteme in der Türkei zu bewerten. Dabei wird neues Wissen zu folgenden Aspekten erarbeitet: (i) Anteil der Türkei an der Klimaverantwortung aufgrund der dortigen Landwirtschaftspraktiken, (ii) ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes öffentliches Gesundheits- und Ernährungswesen, (iii) Auswirkungen des Klimawandels und Nahrungsmittelsicherheit in der Türkei und (iv) ganzheitliche Politik für Nahrungsmittelnachhaltigkeit.

Kurzbiografie

Özge Geyik ist Doktorandin am Institut für Lebens- und Umweltwissenschaften der Deakin University, Australien. Ihre Arbeit konzentriert sich auf nachhaltige und nährstoffsensible Nahrungsmittelsysteme. Sie hat einen Doppelmaster in Industrieökologie der Technischen Hochschule Chalmers (Schweden) und der Universität Graz (Österreich). Ihre Forschungsinteressen umfassen Nachhaltigkeitsindikatoren und -beurteilungen, Nahrungsmittelnachhaltigkeit, Systemdenken, Klimaschutz und Anpassung in landbasierten Systemen sowie industrielle und sozio-ökologische Prinzipien, mit denen globale Umweltprobleme angegangen werden. Außerdem war sie an Forschungsprojekten zu Querschnittsthemen wie den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und autonome Anpassungsstrategien von Landwirten beteiligt. Als Mitglied multidisziplinärer und multikultureller Teams hat sie Erfahrung mit Beratungsprojekten zu Kohlenstoffmärkten und mit zivilgesellschaftlichem Engagement.