Michael Kaeding

Fellowship

Vergebende Institution

Zeitraum des Fellowships

Januar 2021 - Oktober 2021

Projekttitel

„(Verstärktes) Engagement der Türkei in EU-Agenturen: Ein möglicher Ersatzmechanismus für die Mitgliedschaft in einer differenzierten Europäischen Union“

Beschreibung des Projektes

Derzeit gibt es 48 EU-Agenturen in mehr als 22 EU-Mitgliedstaaten. Die EU-Agenturen stehen heute mehr denn je für die Lösung europäischer Probleme und die Förderung der europäischen Integration. Was allerdings häufig außer Acht gelassen wird, ist die wachsende Beteiligung von Drittländern in den EU-Agenturen als Form einer externen differenzierten europäischen Integration. Aktuell beteiligt sich die Türkei vollumfänglich nur in zwei von 34 mächtigen, dezentralen Regulierungsagenturen der EU: der Europäischen Umweltagentur (EEA) und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA).
Da es für die systematische Beteiligung von Drittländern an EU-Agenturen keine einheitliche Regelung gibt, widmet sich dieses Projekt der folgenden Frage: In welchen politischen Bereichen und unter welchen Bedingungen könnte die (verstärkte) Beteiligung der Türkei in EU-Agenturen als ein Ersatzmechanismus für die EU-Mitgliedschaft, und damit als eine Form der externen Differenzierung, verwendet werden? Dieses Projekt beleuchtet die dynamische und flexible Zusammenarbeit im Rahmen von EU-Agenturen, die – angesichts des langen und ungewissen Wegs bis zur EU-Mitgliedschaft und des Überdrusses in der EU aufgrund des langwierigen Erweiterungsprozesses – eine wertvolle Ressource für die Türkei und die EU darstellen kann.

Arbeitsfeld

Politik

Expertise

EU Governance, Wahlen und Politikgestaltung, europäische Integration

Kurzbiografie

Michael Kaeding ist Professor für Europäische Integration und Europapolitik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen und Inhaber eines ad personam Jean Monnet Lehrstuhls in „Understanding EU Decision Making and Member States’ Compliance with EU Policies“. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität Konstanz und Studienaufenthalten in Frankreich, Italien und Russland promovierte er zum Thema „Umsetzung von EU-Recht in den europäischen Mitgliedsstaaten“ an der Universität Leiden, wo er auch als Post-Doc zu alternativen Formen der europäischen Entscheidungsfindung forschte. Zwischenzeitlich beriet er verschiedene EU Institutionen und nationale Ministerien und arbeitete bei der Delegation der Europäischen Kommission bei den Vereinigten Staaten in Washington DC, beim Ratssekretariat der Europäischen Union und am Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel. Michael ist Gastprofessor am Europakolleg in Brügge, Visiting Fellow am European Institute of Public Administration (EIPA) und Honorary Fellow der Universität Maastricht. Seit Juli 2016 ist er zudem Vorstandsvorsitzender der Trans European Policy Studies Association (TEPSA).