Europa

DIE HERAUSFORDERUNG

MANGELNDES VERTRAUEN GEFÄHRDET EUROPAS ZUKUNFT

Europa steht für Rechts- und Sozialstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Demokratie und Freiheit des Individuums. Die Idee von einem geeinten Europa, das diese Werte spiegelt, hat aber an Vertrauen verloren. Viele Menschen nehmen ein Europa wahr, das von Krisen geschüttelt ist, dessen Länder untereinander zerstritten sind und das nicht handlungsfähig scheint. Organe und Arbeitsweisen der Europäischen Union bleiben vielen Menschen fremd. Nationalistische Parteien gewinnen immer mehr Zuwachs. Europa, verstanden als die aktuellen und potenziellen Mitglieder der Europäischen Union, steht an einem Scheideweg.

UNSERE VISION

EIN EUROPA, DAS ZUSAMMENHÄLT UND ZUSAMMEN HANDELT

Nur gemeinsam können wir Europäer*innen Lösungen für Herausforderungen wie den ‪‎Klimawandel oder ‪‎ Migration und Integration finden und umsetzen. Wir glauben an ein Europa, das zusammenhält und zusammen handelt. Wir wollen ein Europa, das von seinen Bürgerinnen und Bürgern mitgestaltet wird, das auf Weltoffenheit und Toleranz basiert, das Gerechtigkeit und Chancengleichheit bietet, die Rechte des Einzelnen schützt, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gewährleistet und Frieden sichert.

UNSER ZIEL

BEZIEHUNGEN AUFBAUEN, VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN, HANDLUNGSFÄHIGKEIT STÄRKEN

Unser Ziel ist es, den Zusammenhalt und die Handlungsfähigkeit von Europa zu stärken. Dazu gehören auch tragfähige Beziehungen zwischen Deutschland und den anderen europäischen Staaten und der Türkei. Die geografische Lage und ihre vielfältigen politischen, kulturellen, historischen und wirtschaftlichen Bezüge verbinden die Türkei mit Europa. Wir wollen, dass Deutschland seiner historischen Verantwortung für ein friedliches, geeintes und freiheitliches Europa zu werden, gerecht wird. Wir sind davon überzeugt, dass das geeinte Europa das Beste für unseren Kontinent ist.

UNSER WEG

EUROPA ERLEBEN UND GESTALTEN

Zusammenhalt entsteht, wenn die Menschen in Europa sich als Europäer*innen fühlen und die Vorteile der Gemeinschaft erleben und verstehen. Wir wollen vor allem junge Menschen für ein geeintes und handlungsfähiges Europa begeistern. Wir geben ihnen die Möglichkeit, Europa zu erleben und aktiv mitzugestalten, und zeigen ihnen Chancen für ihr Leben und Arbeiten in Europa. Dabei konzentrieren wir uns auf die Rolle von Europa in der Welt, die europäische Klimapolitik, die europäische Migrationspolitik, den kulturellen und öffentlichen Raum, europäische politische Bildung und Wirtschaft und Arbeit in Europa.

Integration

DIE HERAUSFORDERUNG

HERKUNFT BESTIMMT DEN BILDUNGSERFOLG

Bildungserfolg ist in Deutschland in erster Linie eine Frage sozialer Herkunft: Ob ein Kind eine erfolgreiche Bildungslaufbahn durchläuft, hängt wesentlich davon ab, in welche Familie es hineingeboren wurde. Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien nehmen (bei gleicher Leistung) beispielsweise deutlich seltener ein Hochschulstudium auf als Kinder aus Beamtenfamilien. Das betrifft grundsätzlich Kinder mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen. Doppelt benachteiligt sind junge Menschen mit Migrationshintergrund aus sozial benachteiligten Familien: Sie haben außerdem mit zuwanderungsbedingten Nachteilen zu kämpfen, etwa hinsichtlich ihrer Sprachkenntnisse oder auch der Vertrautheit ihrer Familien mit dem deutschen Bildungssystem.

UNSERE VISION

CHANCENGLEICHHEIT FÜR ALLE

Wir glauben daran, dass es eine Gesellschaft geben kann, in der jedes Kind die gleichen Chancen auf eine erfolgreiche Bildungslaufbahn hat, unabhängig von seiner Herkunft. Alle Menschen in Deutschland sollen die gleiche Chance haben, an zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzuhaben. Die soziale und ethnische Herkunft darf keine Hürde für den Bildungserfolg sein. Unsere Gesellschaft muss zusammenhalten und darf Minderheiten weder diskriminieren, noch ausgrenzen.

UNSER ZIEL

KEINE UNTERSCHIEDE BEI BILDUNGSABSCHLÜSSEN

Ein Indikator für Chancengleichheit und Partizipation ist die Anzahl der Schul- und Hochschulabschlüsse von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Vergleich. Hier gibt es deutliche Unterschiede, die uns zeigen, dass unser Engagement wichtig ist. Es ist unser Ziel, bis 2025 die Bildungsungleichheit in Deutschland hinsichtlich der Schul- und Hochschulabschlüsse – gemessen am Stand vom 2005 – um 70 Prozent für Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 15 bis 30 Jahren zu reduzieren.

UNSER WEG

STRUKTURELLE TRANSFORMATIONEN IM BILDUNGSSYSTEM

Wir unterstützen Schulen und Hochschulen dabei, sich systematisch so zu verändern, dass sie alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen fördern und so herkunftsbedingte Nachteile ausgleichen können. Auch das gesellschaftliche Umfeld ist von hoher Bedeutung, wenn Integration gelingen soll. Mit Argumenten und Faktenwissen tragen wir zu einer positiven Entwicklung des Integrationsklimas bei und stehen für eine Gesellschaft, die Vielfalt wertschätzt. Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf sechs Handlungsfelder:

• Durchgängige Sprachbildung

Voraussetzung für eine chancengleiche Teilhabe ist Sprache. Sprachliche Bildung zu fördern ist daher unabdingbar, wenn wir Chancengleichheit und Teilhabe für alle jungen Menschen erreichen wollen. MEHR

• Bildungsübergänge

Bildungsübergänge sind zentrale Weichen in der Bildungsbiografie. Wir wollen diese Übergänge erleichtern und verbessern: von der Kita bis zur Hochschule. Denn dort werden entscheidende Weichen für Chancengleichheit und Teilhabe gestellt. MEHR

• Ganztag

Die Schule ist der Ort, an dem sich entscheidet, ob junge Menschen ihre Potenziale entfalten können. Deswegen müssen alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft, möglichst gut gefördert werden. Der Ganztag ist eine ideale Rahmenbedingung für Chancengleichheit und Teilhabe in Schule. MEHR

• Erfolgreich studieren

Studierende aus Nichtakademiker-Familien mit Migrationshintergrund oder niedrigem sozioökonomischen Status fällt ein Studium deutlich schwerer als Kindern aus Akademikerfamilien. Das Hochschulsystem muss sich auf nicht-traditionelle Studierendengruppen einstellen, um auch im Studium mehr Chancengleichheit und Teilhabe zu erreichen. MEHR

• Umgang mit Diversität

Menschen mit bestimmten sozialen, kulturellen und religiösen Merkmalen werden während ihrer Bildungsbiografie häufig diskriminiert: Die Aussichten auf Lernerfolg sinken. Ein bewusster Umgang mit Diversität im Bildungssystem kann diesen Tendenzen entgegenwirken und bessere Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen schaffen. MEHR

• Integrationsklima

Gemeinsame und gleichwertige Lebensbindungen aller Bevölkerungsgruppen, egal welcher Herkunft, müssen von Politik und Gesellschaft anerkannt und geschaffen werden. Dies ist die zentrale Herausforderung von Integration – und Bedingung für Chancengleichheit und Teilhabe. MEHR

Klimaschutz

DIE HERAUSFORDERUNG

DIE GLOBALE ERWÄRMUNG GEFÄHRDET UNSERE ZUKUNFT

Der menschengemachte Klimawandel ist Realität. Unsere Lebensweise verursacht eine globale Erwärmung und führt zu einer Verschlechterung der Grundlagen für das Zusammenleben der Menschen auf der Erde. Schon heute sind die Konsequenzen zu beobachten: Überschwemmungen in Asien, Dürren in Afrika, schmelzende Eismassen an den Polkappen und Gletschern, steigender Meeresspiegel. All dies bringt menschliches Leid und hohe soziale und ökonomische Folgekosten mit sich.

UNSERE VISION

TREIBHAUSGASEMISSIONEN VERRINGERN, KLIMAWANDEL EINDÄMMEN

In der Überzeugung, dass ein fortschreitender Klimawandel die Lebensgrundlagen für uns Menschen bedroht, wollen wir Lösungen für eine Eindämmung des Klimawandels voranbringen. Hierzu sehen wir uns zum einen in der moralischen Verpflichtung gegenüber den schon jetzt vom Klimawandel betroffenen Menschen sowie folgenden Generationen. Zum anderen gehen wir davon aus, dass es möglich und volkswirtschaftlich sinnvoll ist, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, wenn seiner Ursache entschieden entgegengewirkt wird. Daraus folgt die Notwendigkeit, den Ausstoß von Treibhausgasen schnell und deutlich zu verringern.

UNSER ZIEL

DEUTSCHLAND ALS VORREITER MIT EINER ERFOLGREICHEN ENERGIEWENDE

Deutschland steht als Industrieland in einer besonderen Verantwortung, Vorreiter bei der Verringerung von Treibhausgas-Emissionen zu sein. Hierauf zielt die Energiewende. Zugleich eröffnet sie die Chance, eine neue Form von Wohlstand und Wachstum zu entwickeln, die nicht länger mit immer höherem Ressourcenverbrauch und steigenden Emissionen einhergeht. Mit einer erfolgreichen Energiewende kann Deutschland zeigen, dass ökologische Nachhaltigkeit und ökonomische Wettbewerbsfähigkeit kein Widerspruch sind. Wir setzen uns daher für das Gelingen der Energiewende in Deutschland ein, um die Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent bis 2030 und um mindestens 80 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 zu senken. Dies würde eine überzeugende Referenz für einen Klimaschutz-konformen Umbau einer erfolgreichen Volkswirtschaft schaffen, die andere Nationen motivieren kann, einen ähnlichen Weg zu gehen.

UNSERE STRATEGIE

POLITISCHE UMSTELLUNG UNTERSTÜTZEN

Die Energiewende gelingt mit einer Kombination förderlicher politischer Rahmenbedingungen und einem Wandel der Konsummuster jedes Einzelnen. Aufgrund der Dringlichkeit und Größe der Herausforderung konzentrieren wir uns bei unserer Arbeit darauf, strukturelle und systemische Veränderungen zu unterstützen, die zur Verringerung von Treibhausgas-Emissionen führen.

Wir initiieren und fördern Projekte,

  • die die wissenschaftliche Grundlage für einen politischen Wandel zugunsten ehrgeizigen Klimaschutzes schaffen,
  • die praktische Fragen der Umsetzung politischer Strategien und Beschlüsse zur Treibhausgas-Reduktion beantworten,
  • die Unterstützung für zielführende Strategien und Umsetzungspläne organisieren.

Thematisch spielen dabei der Energie- und Verkehrssektor sowie Aspekte der Stadt- und Infrastrukturentwicklung aufgrund ihres hohen Anteils an den menschengemachten Treibhausgas-Emissionen eine besondere Rolle.

Kulturelle Bildung

DIE HERAUSFORDERUNG

UNGLEICHE ZUGANGSCHANCEN ZU KULTURELLER BILDUNG

Kulturelle Bildung fördert maßgeblich die Persönlichkeitsentwicklung, die Ausdrucksfähigkeit und die Gestaltungskompetenz von Kindern und Jugendlichen. Musik, Theater, Malerei, Plastik, Film, Tanz oder Literatur eröffnen Kindern und Jugendlichen Gelegenheiten, sich selbst und die Welt um sie herum besser zu verstehen und grundlegende Kompetenzen für eine aktive Gestaltung der Lebens- und Arbeitswelt von heute und morgen zu erwerben. Allerdings haben nicht alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Zugangschancen zu Angeboten kultureller Bildung. Diese hängen zurzeit oft noch vom individuellen Elternhaus ab.

UNSERE VISION

OPTIMALE FÖRDERUNG ALLER KINDER UND JUGENDLICHER

Unsere Vision ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen optimal in ihrer Persönlichkeits- und Kompetenz-Entwicklung gefördert werden und dadurch gleiche Chancen auf Teilhabe an der gesellschaftlichen Lebens- und Arbeitswelt erhalten. Deshalb setzen wir uns für die Schaffung gleichwertiger Zugänge zu kultureller Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ein. Kulturelle Bildung darf kein Sonderrecht privilegierter Kinder und Jugendlicher bleiben, sondern muss allen offenstehen – besonders auch denjenigen, die sozio-ökonomisch benachteiligt sind und durch ihre Elternhäuser keinen selbstverständlichen Zugang zu Angeboten kultureller Bildung erhalten.

UNSER ZIEL

KULTURELLE BILDUNG ALS TEIL ALLGEMEINER BILDUNG

Die aktive Auseinandersetzung mit ihren Lebensfragen und übergreifenden Gesellschaftsthemen im Medium der Künste eröffnet Kindern und Jugendlichen Gelegenheiten, eigene Ideen, Gefühle und Gedanken zu erkunden und zum Ausdruck zu bringen, wie dies in keiner anderen Form in gleicher Weise möglich ist. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass kulturelle Bildung kein zufälliges Zusatz-Thema bleiben kann, sondern ein unverzichtbarer und wesentlicher Teil allgemeiner Bildung werden muss.

UNSER WEG

KRITERIEN QUALITATIV HOCHWERTIGER KULTURELLER BILDUNG FÜR SCHULPRAXIS UND -SYSTEM

Um möglichst viele Schulen und Schüler*innen zu erreichen, ist die Ebene des Schulsystems und seiner Steuerungsinstrumente für unsere Ziele von besonderer Bedeutung. Wir unterstützen die zuständigen Ministerien in den Ländern dabei, Kriterien qualitativ hochwertiger kultureller Bildung in ihre Orientierungs- und Referenzrahmen für Schulqualität aufzunehmen und in die Anwendung vor Ort zu übertragen. Unser Ziel ist es, dass dies bis 2015 in Nordrhein-Westfalen sowie drei weiteren Bundesländern und bis 2025 in allen Ländern gelingt.

Wir engagieren uns für den Austausch und den konstruktiven Diskurs zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik. So fördern wir beispielgebende Modelle kultureller Bildung in Schulen und unterstützen den Transfer professionellen Wissens in die Strukturen und Netzwerke des föderalen Bildungssystems. Trotz vielfältiger Projekte wissen wir noch zu wenig über die Qualitäten kultureller Bildung. Daher sehen wir eine gezielte Forschungsförderung und den Aufbau eines professionellen Beratungssystems als Grundlage, um politische Entscheidungsträger*innen und Stakeholder in Praxis und Wissenschaft bei ihren Entscheidungen zu unterstützen.


Cluster Newsletter

Melden Sie sich jetzt für unsere Cluster Newsletter an und erhalten Sie exklusiv interessante Infos aus den Clusterthemen Europa, Integration, Klimawandel und Kulturelle Bildung per Mail.