Unser Ziel:

Wir wollen die Klimaresilienz der Gesellschaft in Deutschland und Europa stärken, indem wir die Entwicklung einer integrierten Klimapolitik unterstützen. 

Handlungsfelder:

UNSER BEITRAG:

Klimaresilienz verstehen wir als die Fähigkeit, Schocks zu verkraften (Persistenz), klimabedingte Veränderungen zu managen (Adaption) und langfristig neue Entwicklungspfade zu ermöglichen (Transformierbarkeit).  

Um die Klimaresilienz in Deutschland und Europa zu stärken, fördern wir die Entwicklung einer integrierten Klimapolitik, die beschleunigten Klimaschutz, den aktiven Entzug von Treibhausgasen aus der Atmosphäre und verbesserte Anpassungskapazitäten an unvermeidbare Klimafolgen wirkungsvoll miteinander verknüpft.  

Dazu bündeln wir Wissen, vernetzen einschlägige Akteure, befähigen Individuen und Organisationen zur aktiven Teilhabe, schaffen Experimentier- und Lernräume und unterstützen die Entwicklung förderlicher Rahmenbedingungen.  

Wir verstehen eine integrierte Klimapolitik als Querschnittsaufgabe aller Politikbereiche. Einen besonderen Fokus legen wir auf die Schnittmengen von Klima-, Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik. 

1 — WIRTSCHAFTLICHE MODERNISIERUNG DURCH KLIMASCHUTZ VORANTREIBEN

Zentrale Aufgabe für Deutschland und Europa ist es, einen klimafreundlichen, resilienten und zugleich wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort zu gestalten – insbesondere angesichts rasanter Veränderungen im Welthandel, globaler Lieferketten und geopolitischer Entwicklungen, die Europas Abhängigkeit von kritischen Technologien und Rohstoffen verdeutlichen. Gleichzeitig leidet der Standort unter wirtschaftlicher Stagnation, geringer Innovationsdynamik und fehlenden Investitionen bedingt durch globalen Wettbewerbsdruck, sinkende Nachfrage, hohe Energiepreise, Modernisierungs- und Investitionsstaus bei der Infrastruktur, langwierige Genehmigungsprozesse, regulatorische Komplexität, Fachkräftemangel und Defizite bei der Digitalisierung. 

Grundlegend umzusteuern ist daher notwendig – und zugleich eine Chance für Wirtschaft und Klimaschutz. Wachstum und Wohlstand lassen sich nicht durch Bewahrung traditioneller Geschäftsmodelle sichern, sondern nur durch deren Umbau und den Ausbau zentraler Zukunftsbranchen. Dekarbonisierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit sind eng miteinander verbunden und müssen gemeinsam gedacht werden. 

Diese Transformation erfordert erhebliche Mittel aus öffentlicher und vor allem privater Hand, die bisher nur unzureichend in Transformationsprojekte fließen. Zugleich muss die Industriepolitik Schwerpunkte setzen, muss sich Europa koordinieren und mit der Resilienz der eigenen Wirtschaft strategisch auseinandersetzen, insbesondere im Hinblick auf materielle Abhängigkeiten von China. 

Klimaschutz ist ein zentraler Eckpfeiler der Modernisierung der europäischen und deutschen Wirtschaft. 

  • Wir fördern die Analyse und Entwicklung von Lösungen, um strukturelle Investitionshindernisse abzubauen und klimafreundliche Investitionen in Deutschland und Europa zu stärken. 
  • Wir schaffen Räume für den Dialog, um Allianzen zwischen Finanz- und Realwirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft zu ermöglichen – mit Blick auf Strategien, Maßnahmen und Rahmenbedingungen zur Finanzierung der Dekarbonisierung.  
  • Wir stärken die Entwicklung und Sichtbarkeit von Change Makern, Leadership-Modellen und Corporate Governance-Innovationen für klimafreundliches Wirtschaften.  
  • Wir unterstützen die strategische Auseinandersetzung, die gemeinsame Positionierung und die Entwicklung von Lösungen zwischen Entscheider*innen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft – insbesondere zu Fragen kritischer Abhängigkeiten von China und zur Stärkung der Resilienz der europäischen Wirtschaft. 

2 — KLIMAPOLITIK SOZIAL GERECHT UMSETZEN

Effektiver Klimaschutz erfordert tiefgreifende Veränderungen in allen Sektoren und Lebensbereichen. Damit spüren ihn immer mehr Menschen in ihrem Alltag – vor allem in den Bereichen Wohnen und Mobilität. Viele erleben ihn hier als faktischen oder wahrgenommenen Kostentreiber. Dies trifft in einer Zeit allgemeiner Preissteigerungen und multipler Krisen auf wachsende Sorgen um den eigenen Lebensstandard. Populistische Kräfte nutzen diese Unsicherheit, um Klimapolitik als ungerecht darzustellen. Dabei gerät aus dem Blick, dass die Folgen unzureichenden Klimaschutzes gerade einkommensschwache Gruppen besonders hart treffen. Auch die Klimakrise selbst hat eine soziale Dimension: Höhere Einkommen gehen oft mit einem deutlichen größeren CO2-Fussabdruck einher. 

Damit Klimapolitik gesellschaftliche Unterstützung findet, muss die soziale Perspektive glaubwürdig und wahrnehmbar in entsprechende Strategien und Maßnahmen eingebunden werden. Eine reine Kompensation von Kosten reicht dabei nicht aus. Entscheidend ist ein integrierter Ansatz, der ökologische und soziale Ziele zusammendenkt. Dazu müssen nicht nur zusätzliche Belastungen vermieden, sondern die positiven Effekte von Klimaschutz bewusst gestaltet werden – etwa bessere Lebensqualität, neue Arbeitsplätze, mehr Gesundheitsschutz und stärkere gesellschaftliche Teilhabe. Eine sozial gerechte Klimapolitik ist Grundlage dafür, dass alle Menschen Zugang zu einem klimafreundlichen und klimaresilienten Leben erhalten und notwendige Veränderungen mitgetragen werden. 

Eine faire Verteilung von Nutzen und Lasten ist etabliertes Grundprinzip von Klimapolitik. 

  • Wir unterstützen die Entwicklung von Strategien, die zentrale klimapolitische Vorhaben finanzierbar und sozial gerecht machen. 
  • Wir ermöglichen die Analyse und vorausschauende Bearbeitung von Konflikten, die bei der Umsetzung von Klimapolitik entstehen. So stärken wir staatliche Umsetzungskompetenz und Handlungsfähigkeit. 
  • Wir fördern den strategischen Dialog und den Aufbau von Allianzen zwischen Akteuren aus Klima- und Sozialpolitik, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln, die soziale Gerechtigkeit als zentrale Grundlage einer zukunftsfähigen Klimapolitik verankern.  
  • Wir unterstützen die Erprobung von und das strategische Lernen aus der praktischen Anwendung von Konzepten sozialer Klimapolitik.  

 

3 — KLIMARESILIENZ GEMEINSCHAFTLICH GESTALTEN

Eine klimaresiliente Gesellschaft kann die Folgen der Klimakrise bewältigen, Schäden begrenzen und zugleich die notwendige Transformation voranbringen. Dafür braucht es nicht nur eine wirtschaftlich zukunftsfähige und sozial gerechte Klimapolitik, sondern auch positive gesellschaftliche Resonanz. Diese entsteht, wenn Menschen Vertrauen in politische Prozesse haben, sich ernst genommen fühlen und erleben, dass ihr Handeln Wirkung zeigt. Fehlt dieses Zusammenspiel, drohen Ohnmacht, Entfremdung und Widerstand. 

Die Zivilgesellschaft spielt dabei eine Schlüsselrolle. Ihre Organisationen vermitteln Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit, öffnen Räume für alternative Zukunftsentwürfe und geben ihren Zielgruppen eine politische Stimme. Viele von ihnen sind inzwischen selbst von Klimafolgen betroffen und entwickeln konkrete Ansätze für Klimaschutz und -anpassung. Klima ist so zu einem Querschnittsthema auch jenseits klassischer Umweltakteure geworden. Trotz finanzieller Engpässe, wachsender gesellschaftlicher Anforderungen und Polarisierung bleibt die Bereitschaft groß, das Thema in Strukturen und Selbstverständnis der Zivilgesellschaft zu verankern – eine fragile Dynamik, die es zu stabilisieren gilt. 

Besonders auf kommunaler Ebene entscheidet sich die Transformation: Dort sind Klimaschutz, Anpassung und Schadensbewältigung unmittelbar mit dem Alltag der Menschen verknüpft und eröffnen konkrete Beteiligungsmöglichkeiten. Eine konstruktive Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik trägt entscheidend zum gesellschaftlichen Rückhalt bei.  

Jungen Menschen sind besonders wichtig, da sie am stärksten von den Folgen heutigen Tuns betroffen sind. Um ihre aktive Trägerschaft zu stärken, muss das Vertrauen der jungen Generation in die Wirksamkeit eigenen und gemeinsamen Handelns – über alle gesellschaftlichen Milieus hinweg – gefördert werden. 

Menschen aller gesellschaftlichen Milieus gestalten aktiv eine klimaresiliente Zukunft. 

  • Wir schaffen Angebote, die zivilgesellschaftliche Organisationen außerhalb des Umweltschutzes dabei unterstützen, Klima zum Querschnittsthema ihrer Arbeit zu machen.  
  • Wir befähigen Organisationen, die Wechselwirkungen von Klimaschutz und Klimaanpassung zu verstehen und integrierte Ansätze für ihr Handeln zu entwickeln. 
  • Wir identifizieren und stärken gesellschaftliche Zukunftsgestalter*innen, die in ihren Strukturen eine zentrale Rolle im Aufbau einer klimaresilienten Gesellschaft einnehmen. 
  • Wir fördern Initiativen außerhalb des formalen Bildungssystems, die jungen Menschen aller gesellschaftlichen Milieus Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. 
  • Wir schaffen Experimentierräume, in denen Staat, Zivilgesellschaft und Wissenschaft neue Formen der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene erproben und für gemeinsames Lernen nutzen. 

4 — KLIMAPOLITISCHE STRATEGIEN ZUSAMMENDENKEN

Die klimapolitischen Herausforderungen sind mehrdimensional: Neben der Minderung von Emissionen wird angesichts zunehmender Klimafolgen die Anpassung an die Folgen des Klimawandels immer wichtiger. Deutschland und Mitteleuropa erwärmen sich besonders stark; Extremwetter treten häufiger auf, deren Folgen kurzfristig abgemildert und repariert werden müssen. 

Zwar werden die Folgen der Klimakrise für technische, infrastrukturelle und gesellschaftliche Systeme bereits untersucht und Anpassungsstrategien entwickelt, doch fehlt eine enge Verknüpfung mit den Anforderungen des Klimaschutzes. Fachleute kooperieren zu wenig, es mangelt an Verständnis, wie fortschreitender Klimawandel wiederum den Klimaschutz beeinflusst. Um Synergien, Zielkonflikte und Konkurrenz um Ressourcen besser zu erkennen und zu bearbeiten, müssen fragmentiertes Wissen gebündelt und Akteure stärker vernetzt werden. 

Da eine ausreichend schnelle Emissionsreduktion ausbleibt, wird eine Maßnahme immer wichtiger: Langfristig lässt sich die Temperatur nur stabilisieren, wenn weitgehende Dekarbonisierung mit dem aktiven Entzug von CO2 aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal = CDR) kombiniert wird. CDR umfasst natürliche und technische Verfahren zur Bindung und Speicherung von CO. Die Methoden sind aber umstritten, da sie Anreize zur Emissionsvermeidung schwächen und Konflikte um Flächennutzungen verschärfen können. Technische CDR-Verfahren sind derzeit weit von einer breiten wirtschaftlichen Anwendung entfernt. Der Aufbau entsprechender Märkte erfordert Regulierung und langfristige Förderung, was wiederum in Konkurrenz zu anderen Klimaschutztechnologien geraten kann. 

Diese Gemengelage birgt neue Konflikte um Aufmerksamkeit und Ressourcen. Eine resiliente Klimapolitik braucht daher einen Gesamtblick, der Klimaschutz, Anpassung und CDR systemisch zusammendenkt, um wohlfahrtsökonomisch sinnvoll entscheiden zu können. 

Klimapolitische Strategien berücksichtigen die Notwendigkeit und die Wechselwirkungen von Klimaschutz, Klimaanpassung und CDR und setzen sie in ein produktives Verhältnis. 

  • Wir fördern Analysen und Diskurse zum Zusammenspiel von Dekarbonisierung, Klimaanpassung und CDR aus wohlfahrtsökonomischer Sicht. 
  • Wir stärken das Verständnis für Potenziale, Chancen und Risiken von CDR sowie deren Wechselwirkungen mit Klimaschutz und Klimaanpassung bei Politik, Zivilgesellschaft und Medien  
  • Wir ermöglichen, Strategien für den Ausbau von CDR hinsichtlich Regulierung, Finanzierung und Umsetzung zu entwickeln. 
  • Wir unterstützen Entscheider*innen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, Synergien und Konflikte zwischen Klimaschutz und -anpassung zu bearbeiten sowie integrierte Konzepte abzuleiten.  
  • Wir fördern die Entwicklung und Erprobung von Lösungen, um die Konkurrenz zwischen CDR und weiteren Nutzungen von Flächen im Kontext des Klimawandels zu managen.  

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