HINTERGRUND
Trotz einzelner Fortschritte genügen die globalen Klimaschutzbemühungen nicht, um die Ziele der internationalen Staatengemeinschaft einzuhalten. Das 1,5°C-Limit gilt als überschritten, auch das 2°C-Ziel ist ohne radikale Kurskorrektur kaum erreichbar. Emissionen und Temperaturen steigen weiter, Szenarien lassen eine globale Temperaturerhöhung von 3°C oder mehr bis zum Ende des Jahrhunderts erwarten.
Gleichzeitig fehlen die notwendigen gesellschaftlichen und technologischen Dynamiken, die eine tiefgreifende Dekarbonisierung bis zur Mitte des Jahrhunderts plausibel erscheinen lassen – zumal Klimapolitik durch geopolitische Spannungen, ökonomische Stagnation und gesellschaftliche Polarisierung zusätzlich geschwächt wird.
Weil Emissionen zu langsam reduziert werden, gewinnen Strategien zum aktiven CO₂-Entzug (Carbon Dioxide Removal) an Bedeutung. Diese naturbasierten und technischen Verfahren sind langfristig unverzichtbar, aber bisher kaum wirtschaftlich nutzbar.
Zugleich richten Klimafolgen bereits heute erhebliche Schäden an und binden Ressourcen, was die Spielräume für tiefgreifende Veränderungen weiter verringert. Ein stärkerer Fokus auf Anpassung und Schadensbewältigung wird zu einer wichtigen Voraussetzung, um Transformationsfähigkeit erhalten zu können.
Daraus ergibt sich ein notwendiger Dreiklang für die klimapolitische Agenda: die Reduktion von Treibhausgasen beschleunigen, Strategien für negative Emissionen skalieren und die gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit verbessern.