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Learning from Partners

Einzelreport der Stiftung Mercator 2015

Wir sind davon überzeugt, dass Stiftungen von ihren Partnerschaften leben. Aus diesem Grund haben wir die Idee des Learning from Partners aus den USA nach Deutschland geholt. Anfang 2015 luden wir 699 Partner und Antragsteller dazu ein, sich an der zweiten Umfrage von Learning from Partners zu beteiligen. 194 Rückmeldungen gingen bei uns ein. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 27,8 Prozent. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Ergebnisse der Befragung vor.

Einzelreport 2015 Stiftung Mercator

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Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und sich daraus resultierender Handlungsempfehlungen

Wahrnehmung

Ergebnis:

Die Stiftung Mercator gilt als strategische und zielorientierte Organisation von hohem Renommee und konnte dieses im Vergleich zu 2012 noch weiter steigern. Sie ist aber insgesamt noch unterdurchschnittlich bekannt. Zudem gilt eine Förderung durch die Stiftung Mercator nur für einen Teil der Partner als Qualitätsausweis. Daraus wird deutlich, dass die Stiftung bereits erfolgreich vermitteln konnte, wie sie arbeitet. Sie konnte aber noch nicht ausreichend Renommee und Bekanntheit in den einzelnen Themenfeldern aufbauen.

Handlungsempfehlung:

Um sich als Expertin für ihre Themenfelder zu positionieren sowie Renommee und Bekanntheit auszubauen, wird die Stiftung Mercator zukünftig stärker auf die Kommunikation ihrer Schwerpunktthemen und weniger auf projektbezogene Kommunikation setzen.

Öffentlichkeitsarbeit

Ergebnis:

In der Bewertung der Öffentlichkeitsarbeit besteht eine Diskrepanz zwischen der positiven Rückmeldung hinsichtlich der Unterstützung bei der Sichtbarmachung des Projekts und dem kritischen Feedback zu den dabei gemachten Vorgaben. Die Unterstützung in Form von Beratung und Bereitstellung von Netzwerken sowie die gemeinsame Umsetzung von Aktivitäten werden also offenbar geschätzt, während einzelne Vorgaben als zu eng empfunden werden.

Handlungsempfehlung:

Zukünftig werden die Projekte nach Prüfung ihrer strategischen Relevanz für die Stiftung Mercator und ihres Kommunikationspotenzials individueller betreut. Dies bedeutet, eine stärkere Zusammenarbeit auf Augenhöhe von Stiftung und ihren Projektpartnern bei Projekten mit hoher Relevanz und Potenzial sowie eine Abschwächung der Vorgaben bei den restlichen Projekten. Für diese Projekte werden künftig unterstützende Leitfäden zur Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellen.

Capacity Building

Ergebnis:

Die Unterstützung der Projektpartner beim Capacity Building wird von diesen wie bereits 2012 als besondere Stärke der Stiftung Mercator ausgewiesen, dennoch hat sich die Stiftung Mercator hier in allen Punkten – Bereitstellung von Netzwerken, Sichtbarmachung des Projekts, Unterstützung beim Projektmanagement, Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit und Bereitstellung von Fachkenntnissen – verschlechtert. Sie scheint ihre Partner nun in geringerem Maß zu unterstützen, als dies noch vor drei Jahren der Fall war.

Handlungsempfehlung:

Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Stiftung in diesem Bereich ist, dass intern ein einheitliches Verständnis von Capacity Building entwickelt wird. Dabei wird diskutiert werden, welche Fähigkeiten auf Partnerseite für die Stiftung wichtig sind und wie Angebote zur Befähigung der Partner aussehen und finanziert werden sollen, zum Beispiel durch Teilnahme an Seminaren des Fortbildungszentrums LEAD Mercator Capacity Building Center for Leadership and Advocacy. Zudem wird die geplante Alumni-Arbeit der Stiftung Mercator zu einer besseren Vernetzung der Stiftung mit aktuellen und ehemaligen Projektpartnern führen und das peer-Learning und peer-Capacity Building der Partner untereinander unterstützen.

Administrative Prozesse

Ergebnis: 

Die administrativen Prozesse der Stiftung Mercator werden von ihren Projektpartnern deutlich unterdurchschnittlich bewertet, auch wenn die Bewertung teilweise besser ausfällt als 2012. Dies betrifft sowohl die Phase der Antragstellung als auch den administrativen Aufwand für die Projekte. Alle administrativen Dokumente (Bewilligungsbedingungen, Verwendungsnachweis und Abschlussbericht etc.) sowie die Vorgaben zur Öffentlichkeitsarbeit werden schlechter bewertet als im Stiftungsschnitt.

Handlungsempfehlung:

Die Stiftung Mercator hat bereits in diesem Jahr begonnen, ihre administrativen Projektmanagement-Prozesse zu analysieren und auch zu verbessern. Dabei hat sich insbesondere die Einstellung eines Projektcontrollers bewährt, der für die Projektmanager der Stiftung als zentraler Ansprechpartner zu allen administrativen Fragen innerhalb der Projekte fungiert. Im Rahmen dieser Prozess-Revision unterzieht die Stiftung Mercator auch ihre administrativen Dokumente einer eingehenden Prüfung. In der Darstellung der Förderangebote und der formalen Anforderungen an einen Antrag besteht anscheinend ebenso Verbesserungsbedarf wie bei der Information der Antragsteller über den stiftungsinternen Ablauf nach Einreichung eines Antrags. Die Stiftung Mercator wird den Prozess der Antragsbearbeitung und -ablehnung sorgfältig überprüfen und gezielt verbessern. Im Zuge dessen wird sie auch das Antragsformular überarbeiten und mit Hilfestellungen für die Antragsteller versehen. Darüber hinaus wird geprüft, ob sich die Informationen zur Antragstellung und zum stiftungsinternen Bewilligungsprozess auf der Webseite der Stiftung verbessern lassen.