Ellen Kollender

“Nichtstaatliche und zivilgesellschaftliche Akteure im deutschen und türkischen Schulsystem: Neue Möglichkeiten für eine inklusive Bildung von Flüchtlingskindern?“

Ellen Kollender
Özgür Baykal

Ellen Kollender

Fellowship
IPC Fellowship
Vergebende Institution
Institution, an der das Projekt realisiert wird
Zeitraum des Fellowships
Oktober 2019 - September 2020
Projekt
“Nichtstaatliche und zivilgesellschaftliche Akteure im deutschen und türkischen Schulsystem: Neue Möglichkeiten für eine inklusive Bildung von Flüchtlingskindern?“
Beschreibung des Projektes

Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl an (unbegleiteten) Kindern und Jugendlichen, die in den letzten Jahren in Deutschland und der Türkei Schutz gesucht haben, zielt dieses Projekt darauf ab, die Rollen und Strategien nichtstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure bei der Förderung einer inklusiven Bildung in städtischen Schulen näher zu beleuchten. In zwei empirischen Fallstudien in Istanbul und Berlin werden die Ansätze und Aktivitäten der Akteure im Bereich der (erzwungenen) Migration und Bildung untersucht und wie diese mit aktuellen politischen Regelungen, gesellschaftspolitischen Debatten über „Flüchtlinge“ und neoliberalen Bildungsreformen in den beiden Ländern verflochten sind. Durch die Analyse der Arbeit nichtstaatlicher Bildungsakteure und deren struktureller Einschränkungen und Wechselbeziehungen soll das Verständnis von Faktoren vertieft werden, die eine inklusive Bildung erschweren. Weitere Schwerpunkte des Forschungsprojekts sind die Visionen, Programme und Strategien der entsprechenden Akteure, um exkludierende Praktiken im Bildungswesen abzubauen und in den Schulsystemen beider Länder die soziale Gerechtigkeit zu fördern. Dabei treten nichtstaatliche und zivilgesellschaftliche Akteure aus Deutschland und der Türkei in einen engeren Austausch, um Ansätze zu identifizieren und zu diskutieren, mit denen die politische und pädagogische Debatte über nötige Reformen und Einstellungen in eine Richtung gelenkt werden kann, die die Bedürfnisse aller Lernenden (stärker) berücksichtigt.

Kurzbiografie

Ellen Kollender absolviert einen Postdoc mit Schwerpunkt auf Forschung zu ungleichen Bildungschancen im Spannungsfeld von Migration, Globalisierung und Transnationalität. Im Rahmen eines Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg tätig. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie Prozesse der sozialen Ausgrenzung von Eltern und Schüler*innen mit Migrationshintergrund im Zusammenhang mit nationalistischen Diskursen und neoliberalen politischen Reformen in Deutschland. Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte und Veröffentlichungen entwickelte sie Ansätze für eine demokratische und antirassistische Lehrerausbildung und bewertete diese. Sie schulte und beriet außerdem sowohl zivilgesellschaftliche Akteure und staatliche Behörden, wie z. B. das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und das Zentrum für ethische Bildung in den Streitkräften, zu Diversity-Strategien und Antidiskriminierung. 2016 initiierte sie ein Projekt zur Schulung der Berliner Bezirke Kreuzberg und Neukölln im Umgang mit institutioneller Diskriminierung an Schulen und der Zusammenarbeit im Bereich einer gemeinsamen Politik der sozialen Gerechtigkeit. Zuvor arbeitete sie als Seminarleiterin für den Deutschen Gewerkschaftsbund und die Bundeszentrale für politische Bildung in der politischen Erwachsenenbildung in Deutschland und der Türkei.