"Rückzug vom Pariser Klimavertrag unterwandert die Meinung des amerikanischen Volkes"

John E. Morton, ehemaliger Koordinator der Energie- und Klimapolitik der Obama-Regierung, zur angekündigten Entscheidung von US-Präsident Trump, aus dem Pariser Weltklimaschutzabkommen auszusteigen.

John E. Morton, 46, Stiftung Mercator Senior Fellow an der HHL Leipzig Graduate School of Management ab September 2017, sagt über die erwartete Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, das Pariser Weltklimaschutzabkommen aufzukündigen:

"Trumps angekündigte Entscheidung ist kurzsichtig, untergräbt weiter die amerikanische Führung und Glaubwürdigkeit auf der internationalen Bühne und unterwandert stark die Meinung der amerikanischen Bürger, von denen nur 17 Prozent einen Rückzug aus den Pariser Verträgen unterstützen. Die gute Nachricht ist, dass Firmenvertreter, darunter die größten amerikanischen Öl- und Gas-Unternehmen, erkennen, dass der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft wesentlich und unvermeidlich ist. Deshalb haben sie gemeinsam versucht, Trump zu überzeugen, im Pariser Abkommen zu bleiben. Der Übergang wird so oder so fortgesetzt. Aber nun mit anderen Ländern, darunter auch Deutschland und China, die hierbei zunehmend eine Führungsrolle einnehmen. Es ist höchst bedauerlich, dass Präsident Trump sich noch einmal dafür entschieden hat, an die Randgruppen seiner Wahlbasis zu appellieren, anstatt an das Land, das er jetzt regiert."

John E. Morton, der als Koordinator der Energie- und Klimapolitik der Obama-Regierung wirkte, wird sich im Rahmen seines Mercator Fellowships an der HHL Leipzig Graduate School of Management der Frage widmen, wie ausreichend privates Kapital für den globalen Klimaschutz mobilisiert werden kann.

„Wir sind inmitten des voraussehbarsten, folgenreichsten und am schnellsten voranschreitenden ökonomischen Umwandlungsprozess seit Jahrhunderten“, sagt Morton. „Es stellt sich nun die Frage, wie private Kapitalströme in weltweite Klimaschutzprojekte beschleunigt werden können. An dieser Fragestellung werde ich mit Unterstützung der Stiftung Mercator an der HHL arbeiten.“

Mit seiner über 25jährigen Erfahrung im öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Sektor, bringt John.E. Morton eine einzigartige Sicht auf diese Fragestellung mit. Er wird sich intensiv mit den zahlreichen einschlägigen internationalen Erfahrungen auseinandersetzen und erfolgsversprechende Strategien und Maßnahmen identifizieren. Auch die deutsche Energiewende wird als positives Beispiel herangezogen, wie privates Kapital durch staatliche Anreizsysteme für einen nachhaltigen Umbau des Energiesystems mobilisiert werden kann.

Das Mercator Fellowship-Programm wurde im Jahr 2013 ins Leben gerufen. Herausragenden Persönlichkeiten soll der nötige Freiraum geboten werden, um explorativ forschen und arbeiten zu können. Durch ein umfangreiches Programm möchte die Stiftung Mercator dazu beitragen, neue Impulse zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen zu entwickeln.

Pressekontakt

 Cathrin Sengpiehl
Cathrin Sengpiehl
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