MCC vertieft mit PIK Forschung zu globalen Gemeinschaftsgütern

MCC-Direktor Edenhofer übernimmt auch Spitze des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), wird neben seiner Funktion am MCC künftig auch Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Edenhofer war dort bislang Chefökonom. Am PIK folgt er im September in einer gleichberechtigten Doppelspitze gemeinsam mit Johan Rockström vom Stockholm Resilience Center auf Hans Joachim Schellnhuber. Dies beschloss am Freitag das Kuratorium des PIK unter Leitung des Brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Der noch amtierende PIK-Direktor geht in den Ruhestand.

Damit leitet Edenhofer bei zwei MCC-Kernthemen – der systematischen wissenschaftlichen Politikberatung und den globalen Gemeinschaftsgütern – auch eine engere Zusammenarbeit mit dem PIK ein. Bei den globalen Gemeinschaftsgütern geht es um die Frage, wie beispielsweise die Atmosphäre oder Wälder nachhaltig und gerecht bewirtschaftet werden können. Hierzu erarbeitet das MCC Lösungsansätze und erforscht entsprechende Politikinstrumente, etwa mit Blick auf Verteilungsfragen und die Effekte einer CO2-Bepreisung für die Finanz- und Steuerpolitik.

„Das MCC ist ein Pionier in der Forschung zu den globalen Gemeinschaftsgütern. Durch eine intensive Kooperation mit dem MCC kann das PIK seine Expertise in den Sozialwissenschaften stärken, ohne seine Kernkompetenz im Bereich der Naturwissenschaften zu verlieren“, sagt Edenhofer. „Am MCC forcieren wir einen kontinuierlichen Dialog über Ziele und Politikmaßnahmen, um eine nachhaltige Nutzung der globalen Gemeinschaftsgüter zu erreichen und damit Wachstum und Wohlstand auf lange Sicht zu erhalten.“

Edenhofer wird neben seiner Rolle als PIK-Direktor auch weiterhin als Direktor das durch die Stiftung Mercator finanzierte MCC führen. Die wissenschaftliche Ausrichtung des Instituts mit seinen derzeit 46 Mitarbeitern wird beibehalten und die systematische Synthese von Wissen verstärkt. Das MCC ist erst im November vergangenen Jahres von der Stiftung Mercator in einer zweiten Förderperiode mit weiteren 12,15 Millionen Euro bis einschließlich 2024 finanziert worden. Die Stiftung stellt die etwa zwei Millionen Euro pro Jahr vor allem für die thematische Fokussierung auf die globalen Gemeinschaftsgüter, die Politikberatung durch Assessment-Prozesse und die wissenschaftliche Exzellenz des Instituts zur Verfügung.

Der MCC-Ansatz der systematischen wissenschaftlichen Politikberatung soll in Zukunft am PIK ebenfalls eine größere Rolle spielen. Ein Schwerpunkt des wissenschaftlichen Think Tanks MCC sind sogenannte „Assessment“-Prozesse. Dabei werden unterschiedliche gesellschaftliche Zielvorstellungen transparent gemacht und auf Basis des wissenschaftlichen Kenntnisstandes in alternative Politikoptionen und Landkarten des Wissens übersetzt.

Brigitte Knopf, Generalsekretärin des MCC, freut sich über die zusätzliche Berufung von Edenhofer als PIK-Direktor. „Es ist eine großartige Nachricht, dass Ottmar Edenhofer die herausragende und lösungsorientierte Politik-Beratung am MCC nun noch stärker mit den entsprechenden Ansätzen am PIK bündeln kann“, sagt Knopf. „Die nachhaltige und sozial gerechte Bewirtschaftung der globalen Gemeinschaftsgüter ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Gemeinsam mit dem PIK werden wir an Lösungen dieser Frage arbeiten.“

Das politisch unabhängige MCC hat laut der jüngsten Evaluierung im Auftrag der Stiftung Mercator aufgrund seiner „ausgezeichneten Qualität“ in der Forschung entscheidende Beiträge für die wissenschaftliche Politikberatung geleistet. Besonders betont wurde etwa die Forschung über CO2-Preise und die Reform des Europäischen Emissionshandels (ETS) durch einen Mindestpreis. Beim ICCG-Think-Tank-Ranking 2016 war das MCC zum besten europäischen Think Tank im Bereich Klima gekürt und international auf Platz 4 gelistet worden.

 

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