Hochschulen sollten freiwilliges Engagement ihrer Studierenden besser unterstützen

Freiwilliges Engagement unter Studierenden dient der Persönlichkeitsentwicklung und erhöht die Bereitschaft zur späteren Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung

Pressemitteilung der Stiftung Mercator

Essen, 27.10.2017

Eine Studie der INBAS-Sozialforschung GmbH – gefördert von der Stiftung Mercator – hat knapp 2.000 Studierende in Deutschland zu ihrem Engagement befragt: Hochschulen sind sehr gut geeignet, das freiwillige Engagement von jungen Menschen zu fördern. Sie tun es nur noch zu wenig.

Hochschulen schaffen Zugangsmöglichkeiten zum Engagement für Studierende, die bis dahin nur wenige Berührungspunkte hierzu hatten. So engagieren sich zwar die befragten Studierenden, die im Ausland geboren wurden oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, deutlich weniger als die Studierenden, die in Deutschland geboren wurden und eine deutsche Staatsangehörigkeit haben (55% versus 74%). Wenn sie sich engagieren, tun sie dies aber häufiger im Hochschulkontext. Hochschulen können also zu Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen, indem sie das Engagement ihrer Studierenden, insbesondere derer mit Migrationshintergrund, unterstützen.

Studierende, die sich bislang nicht engagieren, nennen hier hauptsächlich Zeitmangel (90%) als Grund. Dabei spielt das Studium eine übergeordnete Rolle. Nebentätigkeiten werden nur selten genannt. Nur bei 15 Prozent der befragten Studierenden wird das freiwillige Engagement als Leistungspunkte im Studium angerechnet. 35 Prozent erhalten von der Hochschule immerhin einen Nachweis über ihr Engagement. Der überwiegende Anteil der befragten Studierenden würde sich mehr Unterstützung für ihr Engagement vonseiten der Hochschulen wünschen.

„Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass das Engagement unter Studierenden gesteigert werden könnte, wenn die Hochschulen hierfür mehr Unterstützung anbieten würden. Mehr als ein Drittel der Studierenden, die sich derzeit nicht engagieren (37%), können sich dies künftig vorstellen. Die große Mehrheit davon zieht dafür den Hochschulkontext in Betracht. Angebote, die die Aufnahme eines Engagements mit geringem zusätzlichen Zeitaufwand im Rahmen des Studium ermöglichen, erscheinen hierfür besonders geeignet“, sagt Susanne Huth von der INBAS Sozialforschung GmbH. „Ein erfolgreiches Studium umfasst neben dem Erwerb eines Hochschulabschlusses ebenso die Persönlichkeitsbildung junger Menschen, die zukünftig Fach- und Führungspositionen übernehmen sollen. Freiwilliges Engagement leistet einen wichtigen Beitrag dazu, soziale und persönliche Kompetenzen von Studierenden zu stärken und ihre Bereitschaft zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu erhöhen“, unterstreicht Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, die Empfehlung an die Hochschulen.

 

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