Forschungsprojekt von BIM und SVR-Forschungsbereich zu Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund

Gemeinsames Forschungsprojekt untersucht den Zusammenhang von Einstellungen und Erwartungen von Lehrern auf die Leistungen von Schülern

Kooperation von Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin und Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration

Nach wie vor haben Schüler mit Migrationshintergrund im Bildungsbereich nicht die gleichen Chancen. Welche Maßnahmen können hier Abhilfe schaffen? Das gemeinsame Forschungsprojekt widmet sich den bislang noch kaum erforschten Fragen, welche Einstellungen und Erwartungen Lehrkräfte gegenüber einer vielfältigen Schülerschaft haben. Es wird zwar vielfach angenommen, dass die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern eine wichtige Rolle für den Lernerfolg von Schülern spielt, hierzu fehlen bislang aber empirisch abgesicherte Erkenntnisse. Als unmittelbare Folge dieser Forschungslücke ist weitgehend ungeklärt, ob und ggf. wie mit didaktischen und schul- oder bildungspolitischen Maßnahmen etwa bestehenden negativen Effekten von Einstellungen und Erwartungen der Lehrer wirksam begegnet werden kann. Die Ergebnisse können für Schulen und Lehrkräfte relevant sein, um die Rahmenbedingungen für den Bildungserfolg von Schülern zu verbessern. Das Forschungsprojekt verknüpft in einem interdisziplinären Ansatz Erkenntnisse der quantitativen Sozialforschung und der experimentellen Bildungsforschung. Dabei werden Umfragedaten einer Lehrerstichprobe der deutschlandweit durchgeführten Befragung „Deutschland postmigrantisch“ ausgewertet und weiterführende Reanalysen von Daten aus der Studie „Kompetenzerwerb und Lernvoraussetzungen (KuL)“ vorgenommen, welche unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Kristen, Prof. Dr. Irena Kogan und Prof. Dr. Petra Stanat durchgeführt worden ist.

Das Forschungsprojekt von BIM und SVR-Forschungsbereich wird von der Stiftung Mercator gefördert. Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator: „Benachteiligungen im Bildungssystem können ganz vielfältige Ursachen haben. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts und die daraus ableitbaren Handlungsempfehlungen können Bausteine sein, um bessere Bildungserfolge vor allem von Schülern mit Migrationshintergrund zu ermöglichen und damit mehr Chancengleichheit herzustellen.“ Das Kooperationsprojekt ist in drei Teilbereiche untergliedert. Das Teilprojekt „Einstellungen von Lehrkräften gegenüber Vielfalt in der Migrationsgesellschaft“ wird am BIM von Prof. Dr. Naika Foroutan und Dr. Tim Müller durchgeführt. Das Teilprojekt „Erwartungen von Lehrkräften gegenüber Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“ wird am BIM von Georg Lorenz (Bildungsabteilung) in enger Kooperation mit dem „KuL“-Projektteam umgesetzt. Das Teilprojekt zu Handlungsmöglichkeiten von Lehrkräften zur Verbesserung der Schülerleistung wird am SVR-Forschungsbereich von Dr. Mohini Lokhande und Dr. Tim Müller durchgeführt.

Die gemeinsame Studie wird im Sommer 2017 veröffentlicht.

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Über den Forschungsbereich beim Sachverständigenrat
Der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat führt eigenständige, anwendungsorientierte Forschungsprojekte zu den Themenbereichen Integration und Migration durch. Die projekt-basierten Studien widmen sich neu aufkommenden Entwicklungen und Fragestellungen. Ein Schwerpunkt der Forschungsvorhaben liegt auf dem Themenfeld Bildung. Der SVR-Forschungsbereich ergänzt die Arbeit des Sachverständigenrats. Die Grundfinanzierung wird von der Stiftung Mercator getragen.Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration geht auf eine Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung zurück. Ihr gehören weitere fünf Stiftungen an: Bertelsmann Stiftung, Freudenberg Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Vodafone Stiftung Deutschland. Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Beobachtungs-, Bewertungs- und Beratungsgremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht und handlungsorientierte Politikberatung anbietet.

Weitere Informationen unter: www.svr-migration.de/Forschungsbereich

Über das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin
Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) wird durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung (Förderpartner), den Deutschen Fußball-Bund (DFB/Förder-partner), die Bundesagentur für Arbeit (BA/Unterstützungspartner) und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Unterstützungspartnerin) gefördert und unterstützt.

Weitere Informationen unter: www.bim.hu-berlin.de

Pressekontakt

 Cathrin Sengpiehl
Cathrin Sengpiehl
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