Forschungsprogramm zur Türkei verlängert – langfristige Grundlagen für gegenseitiges Verständnis gesucht

Stiftung Mercator fördert mit 2,3 Millionen Euro fünf weitere Forschungsvorhaben zur Türkei

Pressemitteilung der Stiftung Mercator

Essen, 22.11.2016

Das Verhältnis zwischen Deutschland, Europa und der Türkei ist stark belastet. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen will das von der Stiftung Mercator ins Leben gerufene Forschungsprogramm „Blickwechsel. Studien zur zeitgenössischen Türkei“ mit fünf Projekten, die von Rechtsstaatlichkeits-, Frauen- und Geschlechter- sowie sozialen Fragen bis hin zu Aspekten des Atheismus reichen, zu einem differenzierteren Bild beitragen.

Die gegenseitige Wahrnehmung wird momentan stark von tagespolitischen Ereignissen geprägt, während längerfristige Entwicklungen und deren Einordnung in den Hintergrund treten. Durch wissenschaftliche Forschung und deren Transfer in die Öffentlichkeit, möchte die Stiftung Mercator zu einem besseren gegenseitigen Verständnis zwischen Deutschland und der Türkei beitragen. Das interdisziplinäre und standortübergreifende Programm fördert seit 2014 Forschungsprojekte zu aktuellen politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Entwicklungen in der Türkei. Die fünf Forschungsvorhaben der zweiten Programmrunde, die ab Januar 2017 mit insgesamt 2,3 Millionen Euro gefördert werden, stehen nun fest.

Aus den im Rahmen der Ausschreibung eingereichten Projektanträgen wurden von einer Expertenkommission fünf Projekte zur Förderung ausgewählt:

  • „Forschungswerkstatt - Verfassungspolitik in der Türkei" des Instituts für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • „How ‘social‘ is Turkey? Turkey's social security system in a European context” des Instituts für Weltgesellschaft an der Universität Bielefeld
  • „Universitäre Frauen- und Geschlechterforschung in der Türkei - zwischen staatlichem Auftrag, unabhängiger Grundlagenforschung und zivilgesellschaftlichem Widerstand“ des Fachbereiches Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Bremen
  • „Ne mutlu ateistim diyene - Atheism & The Politics of Culture in Contemporary Turkey” des Centrums für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps-Universität Marburg
  • „TRIANGLE - Blickwechsel in EU/German-Turkish Relations Beyond Conflicts: Towards a Unique Partnership for a Contemporary Turkey?" des Centrums für Türkei und EU Studien an der Universität zu Köln

Vernetzt und unterstützt werden die fünf Projekte durch eine an der HU Berlin angesiedelte Koordinierungsstelle.

Auch in der ersten Runde des „Blickwechsel“-Programms waren fünf Projekte zur dreijährigen Förderung ausgewählt worden. Diese forschen seit Januar 2014 zur Türkei als Energieknotenpunkt, zu Frauenbewegungen, der türkischen Verfassungspolitik, Migration im türkischen und deutsch-türkischen Film sowie zu frühkindlicher Entwicklung und Erziehung. Ihre zentralen Ergebnisse stellen die Projekte vom 30. November bis 2. Dezember 2016 auf der Abschlusskonferenz „Changing Perspectives“ in Berlin vor.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter http://www.blickwechsel-tuerkei.de/de/

Über das Türkeiengagement der Stiftung Mercator:
Derzeit unterstützt die Stiftung Mercator rund 40 türkeibezogene Projekte mit einem Förderbudget von aktuell circa 20 Millionen Euro. Hierzu gehört die Istanbul Policy Center – Sabancı Universität – Stiftung Mercator Initiative, dessen Herzstück das Mercator-IPC-Fellowship-Programm ist. Es ermöglicht einer Vielzahl von Wissenschaftlern und Praktikern mehrmonatige Aufenthalte in der Türkei. Um einen strukturellen Beitrag zum deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch zu leisten, hat die Stiftung Mercator die Deutsch-Türkische Jugendbrücke initiiert. Daneben fördert die Stiftung Mercator den Austausch von Journalisten, Kulturmanagern, Wissenschaftlern, Nachwuchsführungskräften und einer Reihe von zivilgesellschaftlichen Akteuren zwischen Europa, Deutschland und der Türkei.

Pressekontakt

 Cathrin Sengpiehl
Cathrin Sengpiehl
Kommunikationsmanagerin Presse
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