Förderkriterien

1. Was wir fördern

Die Stiftung Mercator ist sowohl operativ als auch fördernd tätig. In der Praxis werden ungefähr 20 Prozent der Projekte durch die Stiftung selbst durchgeführt, etwa 80 Prozent werden als Förderprojekte verwirklicht.

Jedes Jahr erhält die Stiftung Mercator eine Vielzahl von Förderanträgen, die die verfügbaren Fördermittel bei weitem übersteigen. Bei der Auswahl der zu fördernden Vorhaben müssen wir daher einen strengen Maßstab anlegen. Dabei orientieren wir uns an den nachfolgend aufgeführten inhaltlichen und strategischen Förderkriterien.

Wir bitten ausdrücklich darum, nur Förderanträge einzureichen, die den hier genannten Kriterien entsprechen.

Thematische Förderkriterien

Wir wählen Projekte vor allem danach aus, inwieweit sie auf die konkreten Ziele in unseren vier Themenclustern einzahlen. Alle eingereichten Förderanträge sollten mindestens auf eines dieser Themen ausgerichtet sein und auf die dort genannten Ziele hinwirken.

  • Europa: Wir wollen den Zusammenhalt und die Handlungsfähigkeit Europas stärken. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu unserem Engagement im Bereich Europa.
  • Integration: Ziel ist es, bis 2025 die Bildungsungleichheit in Deutschland hinsichtlich der Schul- und Hochschulabschlüsse von Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 15 bis 30 Jahren um 70 Prozent – gemessen am Stand von 2005 – zu reduzieren. Als Zwischenziel streben wir bis 2015 eine Verringerung der Unterschiede um 30 Prozent an. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu unserem Engagement im Bereich Integration.
  • Klimawandel: Ziel ist es, die anthropogene Emission von im Kyoto-Protokoll eingeschlossenen Treibhausgasen in Deutschland um 40 Prozent bis 2020 und um mindestens 80 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 zu senken. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu unserem Engagement im Bereich Klimawandel.
  • Kulturelle Bildung: Ziel ist es, kulturelle Bildung als gleichwertigen Teil allgemeiner Bildung in den Schulsystemen der deutschen Bundesländer zu verankern. Dafür setzen wir uns für die Formulierung von Qualitätskriterien kultureller Bildung in den schulischen Qualitätsrahmen ein. Bis 2015 wollen wir dies in mindestens vier, bis 2025 in allen Bundesländern erreicht haben. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu unserem Engagement im Bereich kulturelle Bildung.

Neben diesen vier Themen fördern wir auch Projekte in einigen ausgewählten Handlungsfeldern:

Im Bereich Wissenschaft

  • Schnittstelle von Wissenschaft und Politik
  • Institutionelle Kooperation von Hochschulen im Ruhrgebiet

In den Bereichen Bildung und Integration fördern wir ausschließlich Projekte im Rahmen der genannten Ziele in unseren vier Themenclustern und fokussieren uns dabei vor allem auf folgende Handlungsfelder:

  • Unterstützung einer individuell fördernden Lehr- und Lernkultur
  • Sprachförderung
  • Vernetzung von Bildungsinstitutionen

Die Arbeit des Bereichs Internationale Verständigung konzentriert sich ausschließlich auf drei Regionen:

  • Europa/Türkei
  • China

Strategische Förderkriterien

Zusätzlich zu den oben genannten thematischen Kriterien bewerten wir jeden Förderantrag auch nach den folgenden strategischen Kriterien:

  • Qualität: Eine Aussicht auf Förderung haben nur solche Anträge, die den höchsten qualitativen Maßstäben ihres jeweiligen Feldes entsprechen. Die Antragsteller müssen eine ausgewiesene Expertise in dem spezifischen Themenfeld aufweisen.
  • Systemische Wirkung: Stiftungen sind vor allem dort erfolgreich, wo sie langfristige Ziele gesellschaftlichen Wandels verfolgen. Daher sind wir nicht an Einzelmaßnahmen, sondern vor allem an systemisch wirkenden Projekten interessiert. Um die Nachhaltigkeit unserer Förderung sicherzustellen, wollen wir bereits bei der Antragstellung wissen, wie eine sich an unsere Förderung anschließende, langfristige Verankerung im System erreicht werden soll.
  • Förderzeitraum: Veränderungsprozesse im Wissenschafts- und Bildungssystem brauchen Zeit. In unserer Förderung setzen wir daher insbesondere auf längerfristige Vorhaben, die inhaltlich und organisatorisch intensiv begleitet werden und einen dauerhaften Effekt auf die geförderte Einrichtung und das System haben.
  • Evaluation: Projekte, die während des Förderzeitraums wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden, werden bevorzugt gefördert.
  • Sektorübergreifendes Handeln: Stiftungen können ihre spezifischen Vorteile als neutrale Akteure besonders dann nutzen, wenn sie an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren tätig sind. Daher unterstützen wir insbesondere Antragsteller, die Institutionen aus anderen gesellschaftlichen Sektoren, die im gleichen Themenfeld arbeiten, mit einbeziehen (zum Beispiel politische Entscheidungsträger, Ministerien des Bundes und der Bundesländer, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände und Vereine).
  • Regionale Projekte: Das Ruhrgebiet ist die Heimat unserer Stifterfamilie und daher der privilegierte Anwendungsraum der Strategie der Stiftung Mercator.

2. Was wir nicht fördern

Folgende Vorhaben werden grundsätzlich nicht gefördert:

  • Einzelstipendien außerhalb der von der Stiftung geförderten Stipendienprogramme und Fellowships
  • Druckbeihilfen für Publikationen
  • Übernahme zeitlich unbegrenzter Verpflichtungen
  • Schließen von Etatlücken der öffentlichen Hand
  • Baumaßnahmen
  • Kommerziell ausgerichtete (nicht gemeinnützige) Vorhaben und Institutionen
  • Internationale Projekte, die keinen Deutschland-Bezug haben
  • Projekte, die reinen Event-/Festivalcharakter haben
  • Simulationsspiele für Schüler und Studierende (zum Beispiel Model United Nations)
  • Im Themenbereich Integration: Projekte, die nicht auf die Verbesserung der Schul- und Hochschulabschlüsse abzielen und keinen klaren Bezug zum Thema Bildungsteilhabe besitzen
  • Im Themenbereich Klimawandel: Projekte, die ausschließlich auf die Umwelterziehung von Jugendlichen fokussieren
  • Im Themenbereich Kulturelle Bildung: Projekte, die keinen direkten Bezug zu unseren Zielen in diesem Bereich haben (zum Beispiel einzelne Praxisprojekte, außerschulische Projekte, reine Kunstprojekte)