… weil wir bald mit Galileo zur Oma navigieren können

32 Gründe, warum die Europäische Union eine verdammt gute Idee ist

Eine letzte gute Nachricht. Am 25. Juli 2018 starteten an Bord einer Ariane-5-Rakete Samuel, Tara, Anna und Ellen ins All, die letzten vier Satelliten für das Galileo-Navigationssystem. Sie umkreisen jetzt in 23.200 Kilometern Höhe die Erde, 3,6 Kilometer pro Sekunde schnell. Nicht mehr lange, und das System aus 30 Satelliten wird in Betrieb gehen. Dann haben die Amerikaner GPS, die Russen GLONASS, die Chinesen Beidou und wir in der EU Galileo. Es gibt einen wesentlichen Unterschied: Bei den anderen sitzen letztlich Generäle an den Schaltpulten, bei uns Zivilisten.

Galileo wird selbstfahrende Autos zentimetergenau leiten können. Es ist ein offenes System: Kombiniert man es mit GPS, wird es noch präziser. Und es macht uns unabhängig. Sollten sich Washington und Brüssel eines Tages ernsthaft verkrachen, könnten wir mit Galileo zur Oma navigieren.

Und warum nun Samuel, Tara, Anna und Ellen? Weil die 30 Galileo- Satelliten nach Kindern benannt wurden, die zum Start des Projektes an einem Malwettbewerb teilgenommen haben. Und darunter waren auch diese vier, die heute vielleicht schon groß sind und irgendwo in Europa leben, während ihre Namensvettern durchs All jagen. Samuel, Tara, Anna und Ellen. Gute Reise!

 

Dieser Text stammt aus dem Buch „Von Staubsaugern und Menschenrechten. 32 Gründe, warum Europa eine verdammt gute Idee ist“ von Correctiv, das wir gefördert haben.