… weil sie uns nur 50 Cent pro Tag kostet

32 Gründe, warum die Europäische Union eine verdammt gute Idee ist

„Jedes Jahr müssen die europäischen Länder Milliarden an eine Gruppe nicht-gewählter, überbezahlter Sesselfurzer abdrücken. Die EU ist eine riesen Geldverschwendung. Reichere Länder verschwenden dabei das hart verdiente Geld der Steuerzahler an Korruption, ineffiziente Landwirtschaft oder sinnlose Infrastrukturprojekte, die niemandem etwas bringen. Regierungen täten besser daran, das Geld einfach zu behalten.“

Da haben wir sie versammelt: alle Vorurteile auf einmal. Gefunden auf der Debattenplattform www.debatingeurope.eu. Gehen wir sie kurz durch:

Das Budget der EU beträgt rund 140 Milliarden Euro pro Jahr, macht pro Kopf und Jahr rund 187 Euro. Und das führt zu der erstaunlichen Erkenntnis: Die EU kostet Sie nur 50 Cent pro Tag. Das ist weniger als für eine krumme Salatgurke.

Der Apparat der EU ist relativ klein. Knapp 60.000 Angestellte regeln die Geschicke von mehr als 500 Millionen Menschen. Die Stadt Wien, mit ihren 1,9 Millionen Einwohnern, beschäftigt ähnlich viele Männer und Frauen. Rund 6 Prozent des EU-Budgets gehen drauf für die Verwaltung. Hinzu kommen gut 1 Milliarde Euro pro Jahr für Übersetzungen.

Die Beamten in Brüssel verdienen in der Tat ordentlich. Einige ranghohe Kader bekommen rund 18.000 Euro Grundgehalt pro Monat, und wer neu in Brüssel ist, erhält 16 Prozent Auslandszuschlag. Dazu gibt es allerlei Einrichtungs- und Wiedereinrichtungsbeihilfen. Die Kommission verteidigt derlei Besitzstände gern mit dem Argument, sie seien bei internationalen Organisationen üblich.

Die Bauern haben früher zwei Drittel des Budgets bekommen. Demnächst wird es weniger als ein Drittel sein.

Korruption: Kommt in der Tat kaum vor und wird systematisch bekämpft. Das macht leider manche Verwaltungsabläufe schwerfällig.

Infrastruktur: Gewiss gibt es manche EU-Brücken, die ins Nichts führen. Schuld daran sind Fehler in den Planungsbehörden der Mitgliedstaaten. Und es soll nicht mehr vorkommen. Früher genügte es, sich an die Vorschriften zu halten und alle waren happy. Inzwischen ist auch „Performance“ ein Kriterium: Geld wirklich nur dort zu investieren, wo es sich auszahlt.

Und es zahlt sich aus. Ein großer Teil des Budgets fließt in Investitionen. In Straßen, Glasfaserkabel, Labore. Für die ärmeren Länder ist das ein wichtiger Posten. Die EU-Kommission hat ausgerechnet: Jeder investierte Förder-Euro wirft binnen zehn Jahren eine Rendite von 2,74 Euro ab. Kein Sparbuch bringt so viel ein.


Dieser Text stammt aus dem Buch „Von Staubsaugern und Menschenrechten. 32 Gründe, warum Europa eine verdammt gute Idee ist“ von Correctiv, das wir gefördert haben.