… weil Europa immer kleiner wird

32 Gründe, warum die Europäische Union eine verdammt gute idee ist

Europa, das war ja einmal der Nabel der Welt. London war der Mittelpunkt eines Kolonialreiches, in Wien wurden Opern komponiert, in Paris Leinwände bemalt. Und was wurde nicht alles in der Gegend erfunden, die heute Deutschland heißt: der Buchdruck und die Mundharmonika, der Dynamo und das Auto, der Kunstdünger und die Zündkerze.

Demnächst werden wir ein wohlhabender Kontinent sein, dessen Bevölkerung schrumpft und immer älter wird. Weltkonzerne sitzen in Kalifornien oder Shanghai und hoffentlich bald auch in Nairobi und Jakarta. Es ist ja gut, dass der Rest der Welt aufholt.

Es ist gut, dass niemand mehr Hunger leidet und bald alle ein Smartphone in der Tasche haben. Aber eines steht fest: Europa wird dabei immer kleiner. Relativ gesehen.

Bitte schauen Sie sich dazu diese drei Grafiken an.

… weil Europa immer kleiner wird

Auf der ersten sehen Sie, wie vergleichsweise wenige wir heute sind. Um das Jahr 1900 stellte Europa rund ein Viertel der Weltbevölkerung. 2060 werden es noch 4 Prozent sein.

Auf dem zweiten Schaubild sehen Sie, wie rasch – binnen eines Jahrzehnts – sich die wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben. Sicher: Europas Wirtschaft wird noch lange eine führende Rolle spielen. Aber China holt mächtig auf, Indien und Brasilien wachsen dynamisch, genau wie viele andere Länder. Dort zeigen die Pfeile steil nach oben. Während es in Europa, vergleichsweise, bergab geht.

Und noch eine dritte Grafik möchte ich Ihnen zeigen. Auch die habe ich entdeckt im „Weißbuch zur Zukunft Europas”, herausgegeben von der EU-Kommission. Sie zeigt, nach Kontinenten geordnet, wie alt die Menschen im Jahr 2030 sein werden. Wir Europäerinnen und Europäer sind die ältesten. Ich finde: Da ist es gut, wenn wir weiter zusammenstehen.

 

Dieser Text stammt aus dem Buch „Von Staubsaugern und Menschenrechten. 32 Gründe, warum Europa eine verdammt gute Idee ist“ von Correctiv, das wir gefördert haben.