Too Big to (Stable) Coin: Warum Big-Tech-Stablecoins Europas monetäre Souveränität gefährden

Stablecoins haben sich in den vergangenen Jahren zu einer vielbeachteten, zugleich aber auch umstrittenen Finanzinnovation entwickelt. Für große Technologieunternehmen wie Amazon oder Meta stellen eigene Stablecoins weit mehr als nur ein Zahlungsmittel dar: Sie sind ein strategisches Instrument mit erheblichem wirtschaftlichem Potenzial.

Als unternehmenseigene Zahlungssysteme könnten Stablecoins die jeweiligen digitalen Ökosysteme enger miteinander verzahnen und Nutzerinnen und Nutzer noch stärker an die Plattformen binden. Durch die bereits bestehenden Netzwerkeffekte innerhalb dieser Ökosysteme sowie die zusätzlichen Netzwerkeffekte eines weit verbreiteten Stablecoins könnten solche digitalen Währungen innerhalb kürzester Zeit eine systemrelevante Größe erreichen – auch in der Europäischen Union.

Die Risiken großer Big-Tech-Stablecoins sind nicht neu. Bereits vor knapp zehn Jahren führten entsprechende Bedenken dazu, dass das von Meta initiierte Stablecoin-Projekt Libra auf erheblichen politischen und regulatorischen Widerstand stieß und letztlich gestoppt wurde.

Das europäische Krypto-Regelwerk MiCA berücksichtigt die Ursachen des außergewöhnlichen Wachstumspotenzials von Big-Tech-Stablecoins jedoch bislang nur unzureichend. Insbesondere die marktmächtigen Ökosysteme der Technologiekonzerne und die daraus entstehenden Netzwerkeffekte werden kaum adressiert. Gerade diese Faktoren ermöglichen es Big-Tech-Unternehmen, ihre Stablecoins schnell und breit im Markt zu etablieren.

Dadurch können Risiken entstehen, die weit über den Kryptomarkt hinausreichen. Große Big-Tech-Stablecoins könnten den fairen Wettbewerb beeinträchtigen, neue Herausforderungen für die Finanzstabilität schaffen und langfristig sogar Europas monetäre Souveränität gefährden.

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AutorCarolina Melches, Laura Gaißmaier
Seiten32
VeröffentlichungJuni 2026
SpracheDeutsch

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