Migrationspolitik im Bundestagswahlkampf 2017 – Die Kluft zwischen Entscheidungs- und Darstellungspolitik

MIDEM Policy Paper 2018/02

Der Wahlkampf zur Bundestagswahl war von einem Paradoxon geprägt: Die Erwartung an Parteien als rationale Akteure im Wahlkampf ist, dass sie zu relevanten Themen ihre Konzepte und Erfolge darstellen. Doch obwohl die Zuwanderung eine erhebliche Rolle in der öffentlichen Diskussion spielte und die Regierung seit 2015 viele Entscheidungen der Migrationskontrolle getroffen hatte, wurde dies im Wahlkampf der Regierungsparteien nicht dargestellt. Der Wahlkampf war von einem Syndrom geprägt, das wir fame avoidance nennen: Die Regierungsparteien rühmten sich nicht der von ihnen auf den Weg gebrachten Gesetzesänderungen und der erzielten Steuerungserfolge. Die Strategien der Akteure mögen jeweils für sich rekonstruierbar sein, doch führt fame avoidance zu einem kollektiv problematischen Ergebnis.

Details zur Publikation

Autor: Andreas Blätte et al. Herausgeber: Prof. Dr. Hans Vorländer, Direktor des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) Seiten: 24 Veröffentlichung: Juni 2018 Sprache: Deutsch