Die Stiftung Mercator hat mit Finance for Transition – Zentrum für resiliente Wirtschaft und Finanzen eine Berliner Denkfabrik gegründet, die zeigen soll, wie sich privates Kapital gezielt für die Modernisierung und Dekarbonisierung der Wirtschaft mobilisieren lässt. Die Leitung übernimmt Silke Stremlau, eine der profiliertesten Stimmen des nachhaltigen Finanzmarktes in Deutschland.
Geopolitische Konflikte, Extremwetter und technische Disruptionen setzen die Wirtschaft unter Druck. Das erfordert eine tiefgreifende Modernisierung der Unternehmen – die aber häufig an fehlenden Investitionsanreizen und unzureichender Verzahnung von Politik, Wirtschaft und Finanzmärkten scheitert. Hier setzt Finance for Transition (kurz F4T) an, indem es wissenschaftliche Expertise und praktische Umsetzung miteinander verbindet.
„Insbesondere der Zugang zu Kapital ist trotz vieler etablierter Instrumente ein zentraler Engpass, wenn es um die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Geschäftsmodelle – gerade im Mittelstand – geht“, beschreibt Dr. Lars Grotewold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, ein zentrales wirtschaftspolitisches Problem, zu dessen Lösung F4T beitragen wird. Der neue Think-and-Do-Tank werde daher systematisch erfassen, welche strukturellen Hemmnisse die Mobilisierung privaten Kapitals auf Seiten von Unternehmen und Investoren behindern. Die Stiftung Mercator stellt dazu in der ersten Förderphase 7,1 Millionen Euro über fünf Jahre bereit.
Lösungen für die Wärmewende in Kommunen
„Um diese Hürden aus dem Weg zu räumen, verbinden wir Finanzmarkt, Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft“, erklärt Silke Stremlau, Geschäftsführerin von F4T. „Wir werden zwischen den Welten übersetzen und Brücken bauen“. Erfahrungen mit diesem Ansatz hat sie bereits in der vorherigen Legislaturperiode als Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirates der Bundesregierung sammeln können. Zudem hat sie die Pensionskasse Hannoversche Kassen geleitet, war Generalbevollmächtigte bei der Bank im Bistum Essen und Gesellschafterin der imug Beratungsgesellschaft.
Stremlau und ihr Team werden vorhandenes Wissen zur Transformationsfinanzierung bündeln und anwenden, um die Dekarbonisierung der Wirtschaft voranzutreiben. F4T wird auch im vorwettbewerblichen Bereich praxisnahe Lösungen erarbeiten, beispielsweise wenn es um die kommunale Wärmewende geht. Denn aktuell besteht für viele Stadtwerke ein Problem: Die örtlichen Sparkassen oder Volksbanken können oftmals nicht Kredite in der erforderlichen Höhe bereitstellen, für große institutionelle Investoren ist das Geschäft dagegen zu kleinteilig. Ein Ansatz könnte es sein, Projekte mit mehreren Stadtwerken zu bündeln – was aber regulatorische und organisatorische Herausforderungen mit sich bringt. Hier braucht es neue Wege der Kooperation.
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ÜBER DIE STIFTUNG MERCATOR
Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige und gemeinnützige Stiftung, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung handelt. Seit 1996 tritt sie für eine solidarische und partizipative Gesellschaft ein. Dazu fördert und entwickelt sie Projekte, die Chancen auf Teilhabe und den Zusammenhalt im Gemeinwesen verbessern. Die Stiftung Mercator setzt sich für ein handlungsfähiges und demokratisches Europa ein, eine an den Grundrechten orientierte digitale Transformation von Staat und Gesellschaft sowie eine resiliente, sozial ausgewogene Klimapolitik. Dies lässt sich nur in einer liberalen Demokratie verwirklichen, welche die Stiftung Mercator verteidigen und festigen will – wie es ihr Motto zusammenfasst: #WirstärkenDemokratie. Sie engagiert sich in Deutschland, Europa und weltweit. Dem Ruhrgebiet, Heimat der Stifterfamilie und Stiftungssitz, fühlt sie sich besonders verbunden.
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