Wer wir sind und wer wir sein wollen: Die erste Junge Islam Konferenz startet in NRW

40 junge Muslime und Nicht-Muslime mit und ohne Migrationshintergrund diskutierten über gesellschaftliche Vielfalt, Diskriminierung, antimuslimischen Rassismus, Teilhabechancen und Zugehörigkeit

Pressemitteilung der Jungen Islam Konferenz

Düsseldorf/Berlin, 25.09.2016

  • Integrationsminister Rainer Schmeltzer spricht beim Dialogforum in Bonn mit den Teilnehmer*innen der Jungen Islam Konferenz darüber (25.9.2016), wie das “WIR“ in Deutschland vor den aktuellen Herausforderungen gelingen kann

  • Landtagspräsidentin Carina Gödecke hat die jungen Teilnehmenden der ersten Jungen Islam Konferenz – Nordrhein-Westfalen bereits am Freitag (23.09.2016) im Düsseldorfer Landtag begrüßt

Die Junge Islam Konferenz (JIK) – Nordrhein-Westfalen ging an diesem Wochenende auch im bevölkerungsreichsten Bundesland an den Start. Sie wird als jährliche Länderkonferenz bis 2019 durchgeführt. Während der ersten Konferenz in Nordrhein-Westfalen gingen 40 Muslime und Nicht-Muslime zwischen 17 und 23 Jahren der Frage nach, wer „wir“ sind und wer „wir“ sein wollen. Dazu diskutierten sie an insgesamt zwei Wochenenden gemeinsam mit Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis.

Mit NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer sprachen die Teilnehmenden heute beim Dialogforum in Bonn über ihre Erfahrungen und über ihre Visionen für die Zukunft einer vielfältiger werdenden Gesellschaft. Auch sprachen sie darüber, was sie und die Politik für ein gleichberechtigtes, demokratisches Zusammenleben tun können. Schmeltzer betonte: „Das Motto der Jungen Islam Konferenz ‚Zusammenhalt – jetzt erst recht!‘ könnte passender nicht sein. Gerade in Zeiten von Pegida, AfD und anderen rechten Aufwieglern, aber auch von so manchen Scharfmachern aus den muslimischen Verbänden beweisen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jungen-Islam-Konferenz Haltung für Dialog, für ein friedliches Miteinander und für Demokratie. Der Dialog mit Musliminnen und Muslimen in NRW hat Tradition. Wir haben 2012 das dialog forum islam gegründet, weil wir eine Plattform für den Austausch brauchen. Nur gemeinsam können wir ein friedliches Miteinander in NRW gestalten. Umso mehr freut es mich, dass die Junge Islam Konferenz jetzt auch ein Landesableger in NRW hat. Darum unterstützt das Integrationsministerium die JIK NRW. Gerade die Zusammenarbeit der jungen Menschen ist besonders wichtig, weil sie die Zukunft unseres Landes darstellen. Mit ihnen zu diskutieren, wie Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft gelingen kann, welche Konflikte und Herausforderungen es gibt und welche Möglichkeiten und Chancen hierfür bestehen, finde ich sehr spannend.“

Gesellschaftliche Vielfalt, Diskriminierung und antimuslimischer Rassismus sowie Teilhabechancen und Zugehörigkeit sind die Themen, welche die 40 Teilnehmer*innen während der Konferenz beschäftigten. „Ich wollte unbedingt Teil der ersten Jungen Islam Konferenz in NRW sein, weil ich hier mein Mitspracherecht als junger Mensch stärken und mit anderen in Kontakt treten kann“, so Nevin (19), Teilnehmerin der ersten Jungen Islam Konferenz in Nordrhein-Westfalen.

Seit 2011 bietet die JIK auf Bundesebene und seit 2013 auf Länderebene jungen Menschen ein Dialogforum, in dem aktuelle Herausforderungen und Auseinandersetzungen in der Einwanderungsgesellschaft thematisiert und gemeinsam reflektiert werden. „Gerade die zunehmende Polarisierung zwischen Willkommenskultur und Rechtspopulismus in den letzten Monaten zeigt deutlich, wie wichtig ein solcher konstruktiver Dialog ist. Denn nur im guten Miteinander kann unsere Einwanderungsgesellschaft so gestaltet werden, dass sie allen Menschen gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht. Von der Sichtweise der JIK können wir dabei alle nur profitieren, denn gerade für die jungen Menschen ist Vielfalt in Deutschland längst Normalität,“ erläutert Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Wir freuen uns, dass mit der JIK in NRW das vierte und bevölkerungsreichste Bundesland eine JIK eingerichtet hat und sind gespannt auf neue Impulse.“

Um Einstellungen und Wahrnehmungen gegenüber dem Islam und Muslimen in der nicht muslimischen Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen deutlich zu machen, wurde im Rahmen der JIK – Nordrhein-Westfalen am Freitag eine Studie der Forschungsgruppe JUNITED des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin veröffentlicht. Die Studie finden Sie hier: www.projekte.hu-berlin.de/de/junited

Ziel der Jungen Islam Konferenz ist es, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, die Debatte über Muslime und den Islam zu versachlichen und Vorurteile abzubauen sowie Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten, um sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft stark zu machen. Nina Prasch, Leiterin der JIK, betont: „Die Beantwortung der Fragen, wer „wir“ sind und wer „wir“ sein wollen, ist zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden. Wir möchten die junge postmigrantische Generation in NRW in diesen Diskurs einbinden. Diese Generation hat durch ihren täglich gelebten, angstfreien Umgang mit Diversität vielfach bereits Lösungen für Fragen gefunden, die andernorts noch als Konflikte empfunden werden. Von ihren Ideen und Haltungen sollte der Rest der Gesellschaft viel mehr erfahren! Die Junge Islam Konferenz möchte diese jungen Stimmen auch über die Konferenz hinaus stärken, sichtbar und hörbar machen.“

Teilnehmende der JIK – Nordrhein-Westfalen und Projektverantwortliche stehen gerne für Interviews zur Verfügung. Auf Anfrage werden auch gerne Pressebilder zur Verfügung gestellt.*** Für weitere Pressefragen wenden Sie sich gerne an:

Junge Islam Konferenz (JIK) – Deutschland
Rima Hanano | Kommunikationsmanagerin
presse@remove-this.j-i-k.de
Am Festungsgraben 1 | D- 10117 Berlin
T +49 30 2887 4567-7
M +49 160 95 66 31 21

Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (MAIS)
Pressestelle
presse@remove-this.mais.nrw.de
T +49 0211 855-3118

Über die Junge Islam Konferenz – Nordrhein-Westfalen
Die Junge Islam Konferenz ist ein Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 23 Jahren. Die Junge Islam Konferenz – Nordrhein-Westfalen ist ein Projekt des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, des Projektträgers Aktion Gemeinwesen und Beratung, der forum k&b gmbh und der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Stiftung Mercator. Als landesweites Forum bietet sie religiösen und nicht-religiösen jungen Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Teilnahme an gesellschaftlichen Debatten. Sie entsendet zudem Delegierte in die Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz. Das Projekt wird durch die Forschungsgruppe JUNITED im Berliner Institut für empirische Integrations-und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Über die Junge Islam Konferenz – Deutschland
Die Junge Islam Konferenz – Deutschland ist ein Projekt der forum k&b gmbh und der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Stiftung Mercator und wurde 2011 ins Leben gerufen. 2013 fand die erste Länderkonferenz in Berlin statt, 2014 folgte Hamburg als zweites Bundesland und 2016 Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Das Netzwerk der Jungen Islam Konferenz besteht mittlerweile aus mehr als 350 jungen Engagierten. In den vergangenen Jahren haben sich die Teilnehmenden der Junge Islam Konferenz auf vielfältige Weise in den Diskurs um eine offene und plurale Gesellschaft eingebracht: sie trafen Politiker wie Joachim Gauck, sprachen mit politischen Entscheider*innen und Multiplikator*innen wie Sylvia Löhrmann (Vize-Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2015) und Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Torsten Albig, initiierten Kampagnen und veranstalteten Aktionen wie Poetry Slams und Plakataktionen. Die Junge Islam Konferenz wird durch die Forschungsgruppe JUNITED im Berliner Institut für empirische Integrations-und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen unter www.j-i-k.de