Vom Welterbe Zollverein zur UN-Weltklimakonferenz nach Lima

Ausstellung „zur nachahmung empfohlen!“ endete mit einer Baumpflanzung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Pressemitteilung

Essen, 09.09.2014

Mit viel Inspiration bereicherte die internationale Kunstausstellung „zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit!“ (ZNE!) vom 18. Juli bis zum 4.September 2014 das UNESCO-Welterbe Zollverein. Neben innovativen Exponaten von Künstlern aus aller Welt, bot auch ein umfangreiches Begleitprogramm den Ausstellungsgästen zahlreiche Impulse. Rund 2000 Besucher nutzten die Gelegenheit, dieAusstellung mit ihren vielfältigen Werken und Ideen rund um Themen wie Klimaschutz, neue Energieformen, Endlichkeit der Ressourcen, Biodiversität und Wiederentdeckung alter Kulturtechniken zu besuchen.

Zu den insgesamt 54 Exponaten internationaler Künstler gehören auch drei eindrucksvolle Beiträge aus der Region – das Färbergarten-Projektvon Peter Reichenbach, die Fotoserie „Food Waste“ von Emine Ercihan und die Performance „The Good Life“ von Steven Emmanuelim Rahmen des Programms „VISIT“ der RWE Stiftung. Steven Emmanuel lebte fast vier Wochen lang im Freiraum des Welterbes Zollverein und setzte sich der Situation aus, ohne künstliche Energie-und Wasserquellen überleben zu müssen. „Es ist apokalyptisch gewesen“, resümiert der Künstler die erlebte Zeit.

„zur nachahmung empfohlen!“ demnächst in Peru
Noch während des begleitenden Symposiums erreichte Kuratorin Adrienne Goehler die offizielle Nachricht, dass ZNE! in Kooperation mitdem Goethe-Institut Lima im Dezember als deutscher Beitrag zur UN-Klimakonferenz in Lima gezeigt wird. Damit kommt die seit vierJahren rund um den Globus wandernde Ausstellung mit der Andenmetropole zu einer weiteren wichtigen Station. Für Adrienne Goehler, langjährige Präsidentin der Hamburger Kunsthochschule und ehemalige Berliner Kultursenatorin, geht damit ein lang gehegterWunsch in Erfüllung. „Es ist ein gutes Gefühl mit vielen praktischen Ideen aus aller Welt den politischen Diskurs der Weltklimakonferenz zu bebildern. ZNE! ist ein Nasenstüber an die Kunst und zugleich an den von der Politik getriebenen Nachhaltigkeitsdialog. ZNE! liefertPositionen, die uns alle angehen und die es leicht machen, über Alternativen im Alltag nachzudenken!“ Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert ZNE! aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und als Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative.

Mit nach Lima reist unter anderem der fliegende Färbergärten des Essener Künstlers Peter Reichenbach, der es vielen Schulklassen und Lehrernin Peru ermöglichen wird, über traditionelle Kulturtechniken der Färberei neu nach zudenken. Zusammen mit dem Goethe-Institut ist ein überregionales Schulprojekt für Peru geplant. ZNE! Eröffnung in Lima ist am 28. Oktober 2014.

Die in der ZNE!-Ausstellung in Essen gezeigten Arbeiten reichen von Ursula Schulz-Dornburgs Beitrag zum Thema Bio-Diversität mit „glatt“ gezüchteten Weizensorten globaler Saatgutkonzerne über die handwerklich beeindruckende Plastiktütenkunst von DodiReifenberg, die vor Augen führt, dass Plastiktüten durchschnittlich 25 Minuten lang im Gebrauch sind und 1000 Jahre in der Umwelt verbleiben. Mit vielen emotionalen Erlebnissen nahmen die Besucher die Arbeit von Gustavo Romano auf. Fünf Volunteers aus demStadtbezirk VI – Zollverein betreuten das Kunstwerk des Argentiniers, der sich mit dem Gebrauch und dem Wert von Zeit auseinandersetzt. Im „Büro zum Kauf und Verkauf von Zeit“boten sie Ausstellungsbesuchern Minuten, Stunden, sogar Jahre an. Die Besucher sollten dafür lediglich in eine Liste eintragen, was sie mit der neu erworbenen Zeit tun würden.

Für die Stiftung Zollverein war „zur nachahmung empfohlen!“ eine große Bereicherung undsinnvolle Ergänzung des Bildungs- und Kulturangebots. Jolanta Nölle, Mitglied des Vorstandes der Stiftung Zollverein: „Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist als Denkmal der Schwerindustrie besonders mit dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen verbunden. Adrienne Goehlers Ausstellung hat diese Verbindung bestärkt und das Kulturprogramm der Stiftung Zollverein nachhaltig bereichert. Die Impulse etwa durch das Färbergartenprojekt, die Einbindung der Nachbarschaft und ganz besonders das Workshopangebot zeigten, wiesehr diese Themen die Menschen bewegen. Wir danken unseren Fördergebern und Sponsoren, dass sie die Ausstellung auf Zollverein ermöglicht haben.“

Das umfangreiche Begleitprogramm - bestehend aus fünf Workshops für Erwachsene und Kinder sowie einem interdisziplinären Symposium – gab den Teilnehmern viele Impulse für nachhaltige Handlungsweisen. Es wurde von der Stiftung Zollverein in Zusammenarbeit mit der RWE Stiftung entwickelt und reichte von Experimenten mit Färberpflanzen über einenWorkshop zum Umgang mit Lebensmitteln bis hin zum Entwickeln von Filmen ganz ohne Chemie. „Die Ausstellung stellt das Thema Nachhaltigkeit ins Zentrum. Dies ist eines unserer Kernthemen – bezogen auf die Energielandschaft, aber auch auf die Gesellschaft als  Ganzes. Der künstlerische Diskurs stellt hierzu dierichtigen Fragen und gibt neue, unkonventionelle Antworten. Dass diese Ausstellung nun im Ruhrgebiet stattgefunden hat, ist eine Auszeichnung. Aber auch eine Verpflichtung, immer wieder Neues zu wagen,“ so Dr.Stephan Muschick, Geschäftsführer der RWE Stiftung.

Für Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator verbindet „‚zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit‘ nicht nur zwei unserer Themencluster - Klimawandel und Kulturelle Bildung - miteinander, sondern fördert auchdie interdisziplinäre Zusammenarbeit von Künstlern, Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Ruhr-Region, der sich die Stiftung als ihrer Heimat besonders verbunden fühlt."

Symbolisch wurde zum Ende der Ausstellung „zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit“ (ZNE!) auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein gemeinsam mit Besuchern am 4. September 2014, im Anschluss an die Finissage ein Walnussbaum in unmittelbarer Nähe des von Peter Reichenbach angelegten Färbergartens am Stellwerk Igepflanzt. Die Baumpflanzung ist inspiriert durch die Arbeit des in der Ausstellung vertretenen mexikanischen Künstlers Pedro Reyes, der aus 1527 eingeschmolzenen Waffen ebenso viele Schaufeln gießen ließ und zusätzlich für jede zerstörte Waffe einen Baumpflanzte. Der Baum wurde gespendet von der HVG Grünflächenmanagement GmbH und trägt vielleicht schon im nächsten Jahr Früchte für die Allgemeinheit.

„zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit“ (ZNE!)
Kuratorin:
Adrienne Goehler
Schirmherr:
Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtages Nordrhein-Westfalen
Veranstalter: Stiftung Zollverein

Das Projekt wurde gefördert durch:
die RWE Stiftung, die Stiftung Mercator, die Stiftung Kulturhauptstadt RUHR.2010, die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen,das NRW KULTURsekretariat, die Anneliese Brost-Stiftung, GLS Treuhand e.V., die Stadt Essen im Rahmen des Kulturrucksackprogramms und die100 prozent erneuerbar stiftung


Pressekontakt Stiftung Zollverein:

Ute Durchholz, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fon +49 201-246 81-121, ute.durchholz@remove-this.zollverein.de