Verleihung des Integrationspreises der Bezirksregierung Arnsberg

Auszeichnung für Projekte in Lünen, Dortmund, Sundern und Soest

Pressemitteilung

Arnsberg, 06.12.2013

Insgesamt 47 Bewerbungen und Vorschläge waren seit Ausschreibung des ersten Integrationspreises der Bezirksregierung Arnsberg im vergangen Juni eingegangen. Darunter waren Schulen, Vereine, Migrantenselbstorganisationen, Verbände und weitere Einrichtungen bzw. Einzelpersonen aus dem Regierungsbezirk, die einen wertvollen Beitrag zur Bildung, Integration und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte leisten.

Am 5. Dezember hat Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann die Preise im  Wert von insgesamt 5000 Euro im Rahmen einer festlich fröhlichen Feier in den Räumen des Dortmunder Signal-Iduna-Stadions übergeben. Die Preisgelder können dank der Unterstützung der Stiftung Mercator vergeben werden, wie Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann in seiner Begrüßung ausdrücklich dankend hervorhob. Zwei Sonderpreise wurden vom Landessportbund und der Westfalenpost durch den Vizepräsidenten des Westdeutschen Basketballverbandes, Wolfgang Mohr, sowie den Chefredakteur der Westfalenpost, Stephan  Kläsener, ausgehändigt. Die Preisverleihung in den Räumen des Signal-Iduna-Park-Stadions, wurde durch die Unterstützung der BvB-Stiftung „Leuchte auf“ ermöglicht. Die Moderation übernahm der ehemalige Chefredakteur der Westfalenpost, Bodo Zapp.

Der erste Preis im Wert von 2000 Euro geht an das „Multikulturelle Forum Lünen“ für das Projekt „Hallo! Schalom! Selam! Privjet!“. Es wendet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und hat den Abbau von rassistischen und antisemitischen Vorurteilen und Haltungen zum Ziel. In der Würdigung der Jury heißt es: „Ein einzigartiges Jugendprojekt, das Jugendliche verschiedener Glaubensrichtungen (Aleviten, Sunniten, Juden) zusammen bringt und gegen Vorurteile und Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit kämpft. Die Modellhaftigkeit  des Projektes zeigt sich bei dem mutigen Vorhaben, den muslimisch-jüdischen Dialog zu suchen und dort Vorurteile abzubauen. Besonders gelungen ist die Verankerung der Nachhaltigkeit durch die Gewinnung von Multiplikatoren, die immer wieder für die Belebung und Weiterführung der Projektidee sorgen.“

Jeweils ein zweiter Preis im Wert von 1500 Euro geht an die Gemeinschaftshauptschule Sundern sowie den „Verbund der sozial-kulturellen Migrantenselbstorganisation in Dortmund (VMDO) e.V.“. Die Gemeinschaftshauptschule Sundern wird für ihren aktiven Umgang mit der schulspezifischen Situation eines Migrationsanteils von 40 % ausgezeichnet. Ländertage, Unterrichtsinhalte mit integrativer Ausrichtung, Städtepartnerschaften, herkunftssprachlicher Unterricht, Projekte zum Cybermobbing sind einige Bausteine dieses im Schulalltag gelebten Leitbildes, das in neun Sprachen übersetzt ist.

Der Verbund der sozial-kulturellen Migrantenselbstorganisation in Dortmund (VMDO) e.V. bekommt ebenfalls einen zweiten Preis. Die Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche im Stadtteil Dorstfelder Brücke hat die Jury überzeugt. Der Verein ist in seiner Arbeit sehr breit aufgestellt und erreicht eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen und darüber hinaus auch deren Eltern. Die interkulturellen Schwerpunkte stehen im Vordergrund vieler Aktivitäten, sei es in Form von Projekten, Musik- und Kulturangeboten, Förderung von Fremdsprachen, usw. Der geschlechtsspezifische Aspekt wird gesondert behandelt. Der Verein bemüht sich um Kontakte zu anderen Netzwerken und Gremien, zur lokalen Politik und kommunaler Verwaltung.

Aufgrund der multinationalen Ausrichtung des Vereins werden viele Nationalitäten angesprochen. Sensibilisierungsmaßnahmen gegen Fremdenfeindlichkeit sowie eine individuelle Begleitung der Jugendlichen auf dem Weg zur Ausbildung runden das Profil ab. Das Projekt ist im sogenannten "Problemstadtteil" Dortmund-Dorstfeld angesiedelt, der in jüngster Vergangenheit oft mit Aktivitäten von Neonazis in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Deshalb findet durch die Stärkung der erreichbaren Jugendlichen auch wertvolle Antidiskriminierungsarbeit statt.

Daneben gehen ein Sonderpreis des Landessportbundes an den SSV Sundern-Stockum und ein weiterer von der Westfalenpost gestifteter Sonderpreis an die Stadt Soest und den Verein „Integration und Kultur Soest“ e.V.. Beim SSV Stockum wird die Integrationsarbeit über den Basketballsport initiiert, während das ausgezeichnete Projekt der Stadt Soest einen bildungsorientierten Ansatz für seine Initiative gewählt hat.

Pressekontakt:
Christoph Söbbeler
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