TalentKolleg Ruhr

Verborgene Talente fördern

Pressemitteilung

Herne, 23.01.2015

Weil Bildungserfolg immer noch stark von der sozialen Herkunft abhängt und Bildungschancen dadurch nicht ausreichend genutzt werden, richtet die Westfälische Hochschule in Herne das TalentKolleg Ruhr ein. In einem ehemaligen Schulgebäude in der Innenstadt sollen zukünftig Talente - vorwiegend aus Nichtakademikerfamilien - an die für sie geeignete Bildungsform und den passenden Beruf herangeführt werden.

Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck dankt allen Verantwortlichen für die Entscheidung, den Standort des TalentKollegs nach Herne zu legen und wünscht dem Projekt einen erfolgreichen Start und allen Beteiligten eine gute Zusammenarbeit. Die Stadt Herne sorgt für die kostenfreie Bereitstellung der Räumlichkeiten in einer ehemaligen Schule an der Viktor-Reuter-Straße, begleitet  Koordinationsaufgaben vor Ort, hilft beim Aufbau eines Netzwerkes und unterstützt bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Stiftung Mercator fördert das TalentKolleg Ruhr der Westfälischen Hochschule mit über 1,5 Mio. Euro für Personal- und Sachkosten.

In einer bis zu einem Jahr dauernden Orientierungsphase können die Jugendlichen bei dem Projekt herausfinden, ob ein Studium oder eine Ausbildung im Betrieb das Richtige für sie ist. Dabei werden sie von den Dozenten der Westfälischen Hochschule beraten und qualifiziert. Hat sich der Jugendliche entschieden, bekommt er Hilfe, potenzielle Stolpersteine wie Defizite in kritischen Fächern, fehlende Computerkenntnisse oder schlechtes Zeit- und Selbstmanagement aus dem Weg zu räumen.

„Wir werden daran arbeiten, nicht vermeintliche Defizite zu betonen, sondern junge Menschen zu ermutigen und befähigen, ihre oft selbst unterschätzten Talente zu entfalten“, so Professor Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule.

Auf diese Weise finden auch Talente aus Elternhäusern ohne akademische Tradition und unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Herkunft, Religion und Einkommen ihren Weg in das richtige Studium oder den richtigen Beruf. Das Ruhrgebiet, in dem die Zahl der Jugendlichen zurückgeht, muss seine Talentpotenziale so gut wie möglich ausschöpfen, um auch zukünftig im Wettbewerb der Regionen bestehen zu können.

Das TalentKolleg Ruhr in Herne ist Bestandteil einer gemeinsamen Initiative der Universität Duisburg-Essen, der Fachhochschule Dortmund und der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen. Die Stiftung Mercator hat das Programm mitentwickelt und fördert es in den kommenden fünf Jahren mit fünf Mio. Euro.

“Wir fördern das TalentKolleg Ruhr, weil es den Bildungs- und Wissenschaftsraum Ruhr stärkt. Drei Hochschulen aus dem Ruhrgebiet setzen sich im TalentKolleg Ruhr für die Erhöhung der Chancen auf Bildungsteilhabe und den Bildungserfolg von jungen Menschen aus Nichtakademikerfamilien mit oder ohne Migrationshintergrund ein”, erläutert Dr. Felix Streiter, Leiter des Bereichs Wissenschaft der Stiftung Mercator.“

“Wir freuen uns sehr, dass dieses ambitionierte Projekt in Herne für zunächst 5 Jahre seinen Standort haben wird”, betonte Oberbürgermeister Horst Schiereck bei der Vorstellung des Vorhabens.

Die Westfälische Hochschule praktiziert die Suche nach Talenten bereits seit vier Jahren erfolgreich. Zurzeit baut sie mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen in Gelsenkirchen das NRW-Zentrum für Talentförderung auf.