Studie: Niedriger Rohölpreis führt zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und hat negativen Folgen für den Klimaschutz

Bestehende politische Instrumente reichen nicht aus, um das deutsche Klimaschutzziel zu erreichen – Deutschland braucht eine Verkehrswend

Pressemitteilung

Berlin, 19.11.2015

Der seit Mitte 2014 niedrige Preis für Rohöl hat erhebliche negative Folgen für den Klimaschutz: Durch einen langfristig niedrigen Preis steigt die Verkehrsleistung, die Marktdurchdringung von alternativen Antrieben wie Elektromotoren wird gehemmt und Energieverbrauch und CO2-Emissionen steigen. Das belegt eine neue Studie der M-Five GmbH Mobility, Futures, Innovation, Economics und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Stiftung Mercator, die heute in Berlin vorgestellt wird.

„Die Studie zeigt, dass Umsetzungsgeschwindigkeit und Ambition bestehender politischer Instrumente bei weitem nicht ausreichen, um den Klimaschutz im Verkehr voranzutreiben und Deutschlands nationales Klimaschutzziel zu erreichen“, so Dr. Lars Grotewold, Leiter der Bereichs Klimawandel in der Stiftung Mercator. Das Klimaschutzziel der Bundesregierung sieht eine Reduktion der Gesamtemissionen von mindestens 40 Prozent bis 2020 und 80 bis 95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 vor. Etwa ein Fünftel der in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgase stammt dabei aus dem Verkehrssektor. „Das bedeutet konkret, wenn der Verkehrssektor weiter so geringe Minderungsbeiträge liefert wie bisher, müssten alle anderen Sektoren ihre Emissionen bis 2050 auf null reduzieren“, erläutert Dr. Wolfgang Schade, Autor der Studie und wissenschaftlicher Leiter von M-Five. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sind also verstärkte Maßnahmen zur Minderung der Emissionen im Verkehrssektor notwendig.

In ihrer im letzten Jahr verabschiedeten Strategie „Mercator 2020“ hat die Stiftung Mercator beschlossen, ihr Engagement zum Klimaschutz im Verkehrssektor auszuweiten, um einen Beitrag zum Aufbau eines postfossilen Verkehrssystems zu leisten. „Wir brauchen eine Verkehrswende – und wir müssen uns jetzt darüber unterhalten, wie dieser Wandelprozess ökologisch und ökonomisch erfolgreich gestaltet werden kann", so Dr. Lars Grotewold. Hierzu hat die Stiftung Mercator Projekte initiiert, die Impulse geben sollen, den Verkehr effizienter zu gestalten, Mobilität langfristig neu zu denken und einen klimafreundlicheren Güterverkehr zu organisieren.

Die Studie steht kostenlos zum Download zur Verfügung:
www.stiftung-mercator.de/oelpreisstudie

www.m-five.de/pdf/M_Five_ISI_Niedrige_Oelpreise_Arbeitspapier_151106.pdf