Salons der Aufklärung zu Holzschnitt und Sprache

Stiftung Mercator lädt gemeinsam mit Alexander Ochs Galleries und Yishu8 zu den ersten Pekinger Salons der Reihe „Aufklärung im Dialog“ ein

Pressemitteilung

30.03.2011

Peking/Essen, 30. März 2011. Wie entwickelte sich die Kunst des Holzschnittes in Europa und China? Wie beeinflussten die europäischen und chinesischen Protagonisten der Aufklärung durch ihre Werke die Entwicklung ihrer Muttersprache? Den Themen Holzschnittkunst und Sprache sind die ersten beiden Salons der Stiftung Mercator im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aufklärung im Dialog“ gewidmet.

Am 2. April wird die Veranstaltungsreihe „Aufklärung im Dialog“ der Stiftung Mercator von Bundesaußenminister Guido Westerwelle im National Museum of China eröffnet. Die Stiftung Mercator und ihr Partner, das National Museum of China, führen die Reihe auf Initiative des deutschen Botschafters in China und mit Unterstützung des chinesischen Kulturministeriums durch. Neben den Foren im National Museum of China veranstaltet die Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit verschiedenen chinesischen Partnern eine Reihe von Salons zum Thema, in denen deutsche und chinesische Intellektuelle sich über philosophische, gesellschaftliche und künstlerische Aspekte der Aufklärung austauschen. Die Salonveranstaltungen sind dem klassischen Salon der Aufklärung nachempfunden. Sie sollen Orte für offene Gespräche über Kunst, Kultur und Philosophie sein.

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Salon: Käthe Kollwitz, Lu Xun und das Holzschnittwerk Fang Lijuns
White Space/Alexander Ochs Galleries
Samstag, 9. April 2011, 15 Uhr


Der Holzdruck ist eine Kunstgattung, die in Europa und China bereits vor dem 20. Jahrhundert gleichermaßen verbreitet war. Die Künstler in China und Europa gingen jedoch lange Zeit unterschiedliche Wege. In diesem Salon sollen die europäisch-chinesischen Wechselwirkungen in der Geschichte der Holzdruckkunst herausgearbeitet und der Ausgangspunkt der „Holzschnitt-Bewegung“ in China mit der chinesischen Gegenwartskunst verbunden werden. Dies geschieht am Beispiel des Künstlers Fang Lijun. Der deutsche Sinologe Michael Lackner, der die Salonreihe von Aufklärung im Dialog konzipiert hat, wird gemeinsam mit Heinrich Schulze Altcappenberg, Direktor des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, über die Grundlagen des Holzschnitts in Europa und China sprechen. Anschließend folgt eine Vorstellung am Objekt. Anhand verschiedener Werke des Künstlers Fang Lijun wird gezeigt, wie diese in der Tradition des Holzschnitts des 20. Jahrhunderts stehen.

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Salon: Aufklärung und Sprache
Yishu 8
Sonntag, 10. April 2011, 15 Uhr


Sprache als Medium für die Verbreitung der philosophischen Gedanken der Aufklärer: dies ist das Thema des zweiten Salons von „Aufklärung im Dialog“. Es soll geklärt werden, welchen Einfluss europäische und chinesische Protagonisten der Aufklärung durch ihre Werke auf die Entwicklung ihrer Muttersprachen hatten. Gerda Haßler, Direktorin des Instituts für Romanistik der Universität Potsdam, und Fang Weigui, Professor für vergleichende Literaturwissenschaft am Institut für Chinesische Sprache und Kultur der Beijing Normal University, werden aus ihrer jeweiligen Landessicht über den Einfluss der Sprache auf die Aufklärung sprechen. Anschließend lesen sie aus Texten bekannter Protagonisten.

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Stimmen zu den Salons:
Botschafter Dr. Michael Schaefer, Deutsche Botschaft Peking
„ ‚Aufklärung im Dialog‘ begleitet die wichtigste Ausstellung, die Deutschland je im Ausland präsentiert hat: ‚Kunst der Aufklärung‘. Im Rahmen des ‚Aufklärungsdialogs‘ diskutieren wir mit unseren chinesischen Partnern und Freunden die Werte und Ideale der europäischen Aufklärung. Die europäischen Aufklärer waren schon damals eng verknüpft mit der chinesischen Gesellschaft und inspiriert durch die reiche Tradition, Philosophie und Literatur Chinas. Dies wollen wir für einen fruchtbaren interkulturellen Dialog nutzen.“  

Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator
„Mit dem Salonprogramm im Rahmen von ‚Aufklärung im Dialog‘ möchte die Stiftung Mercator einen Ort der Begegnung zwischen deutschen und chinesischen Intellektuellen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen schaffen. Der Salongedanke entspricht so dem Leitsatz der Stiftung Mercator in ihrer internationalen Arbeit `Einander verstehen, voneinander lernen und gemeinsam Herausforderungen meistern´."

Prof. Dr. Michael Lackner, Professor für Sinologie, Universität Erlangen-Nürnberg
„Die revolutionäre chinesische Holzschnittbewegung, von Lu Xun, einem der bedeutendsten Vertreter der chinesischen Aufklärung der Moderne, im Shanghai der dreißiger Jahre initiiert, bereicherte die chinesische Kunst um eine neuartige Macht der Bilder, wie sie sich in den Holzschnitten von Käthe Kollwitz zeigt. Und noch heute ist dieser Einfluss auf die chinesische Kunstlandschaft in den Kunstwerken von Künstlern wie Fang Lijun zu erkennen."

Alexander Ochs, Gründer, Alexander Ochs Galleries Berlin, Beijing
„Aufklärung tut Not! In Europa wie in China. Aufklärung ist Prozess und Prozess ist nicht linear. Wie der chinesische Zeitbegriff ein prozessualer ist. So können wir von chinesischen Menschen sicher in ihrer Interpretation der Aufklärung lernen.“

Christine Cayol, Gründerin, Yishu 8
„Yishu 8, an unconventional and creative oasis in the heart of Beijing's CBD, warmly welcomes Stiftung Mercator's Events with which we share a common inestimable value of enlightenment through art, dialogue and cross-cultural exchanges.“


Über „Aufklärung im Dialog“
Als Begleitprogramm veranstaltet die Stiftung Mercator gemeinsam mit ihrem Partner, dem National Museum of China, die Reihe „Aufklärung im Dialog“. Die Stiftung Mercator stellt dafür insgesamt rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm besteht aus fünf Dialogblöcken und umfasst die gesamte Dauer – Frühling 2011 bis Frühling 2012 – von „Die Kunst der Aufklärung“, einer Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China. Die Ausstellung wird ermöglicht durch das Auswärtige Amt und gefördert durch die BMW Group.

Jeder Dialog besteht aus einer öffentlichen Vorlesung und Podiumsdiskussion. Neben dem Programm im National Museum of China führt die Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit verschiedenen chinesischen Partnern eine Reihe von Salons zum Thema durch, in denen deutsche und chinesische Intellektuelle sich über philosophische, gesellschaftliche und künstlerische Aspekte der Aufklärung austauschen. Die Veranstaltungsreihe, die von einer deutsch-chinesischen Expertengruppe entwickelt wurde, wird die Grundlagen der europäischen und chinesischen Aufklärung beschreiben. Mitglieder der Expertengruppe sind u. a. der Publizist und Historiker Tilman Spengler, der Soziologe Wolf Lepenies sowie Huang Ping, Professor an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, und der Direktor der Zentralakademie der bildenden Künste, Pan Gongkai.
www.aufklaerung-im-dialog.de


Über „Die Kunst der Aufklärung“

Am 1. April 2011 wird „Die Kunst der Aufklärung”, eine Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München in Zusammenarbeit mit dem National Museum of China, feierlich in Peking eröffnet. Die umfassende Ausstellung zur Kunst der Aufklärung ist die erste internationale Gastausstellung im wieder zu eröffnenden National Museum of China, das derzeit zum größten Museumsgebäude der Welt umgebaut und erweitert wird. Unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Staatspräsident Hu Jintao und Bundespräsident Christian Wulff wird sie für zwölf Monate in Peking zu sehen sein. Mehr Informationen unter www.kunstderaufklaerung.de

Presseakkreditierung: Aus Sicherheits- und Platzgründen ist eine Akkreditierung notwendig. Interessierte Medienvertreter, die an den Gesprächen teilnehmen wollen, werden gebeten, sich bis zum 5. April 2011 unter www.aufklaerung-im-dialog.de/participation für die Salons zu akkreditieren.

Sprache: Die Veranstaltung wird deutsch-chinesisch in die jeweilige Zielsprache simultan übersetzt.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:

Nora Neuwinger
Stiftung Mercator                        
Kommunikationsmanagerin
Tel.: +49 201 245 22-840