Polizei in einer pluralisierten Gesellschaft: Deutsche Hochschule der Polizei und Universität Freiburg forschen nach neuen Ansätzen

Welche neuen Kompetenzen brauchen Polizisten in einer zunehmend pluralen Gesellschaft?

Pressemitteilung

Münster/ Freiburg i. Br./ Essen, 20.11.2019

Welche neuen Kompetenzen brauchen Polizisten in einer zunehmend pluralen Gesellschaft? Wie können Nachwuchswerbung und Auswahlverfahren mit Blick auf eine zunehmende Pluralisierung in der Gesellschaft verbessert werden? Wie wirksam sind interkulturelle Qualifizierungsmaßnahmen in der polizeilichen Aus- und Fortbildung?

Die zunehmende Pluralisierung in der Gesellschaft stellt für die Ausbildungs- und Personalpolitik der Polizeien des Bundes und der Länder eine Herausforderung dar. Das neue Forschungsprojekt "ZuRecht – Die Polizei in der offenen Gesellschaft" geht der Fragestellung nach, wie die Polizei den gesellschaftlichen Wandel und die Vielfalt von Kulturen, Religionen, Wertvorstellungen und Verhaltenskodizes in ihrer Ausbildungs- und Personalpolitik abbilden kann.

Das Forschungsprojekt wird vom Centre for Security and Society (CSS) der Universität Freiburg und der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) getragen. Das Freiburger Max-Plack-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht unterstützt das Projekt als assoziierter Partner. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Mercator mit 1,74 Mio. Euro. Unterstützt wird das Projekt auch von den Polizeien der Bundesländer, dem Bundeskriminalamt und der Bundespolizei, die für das Forschungsprojekt entsprechende Daten zu Verfügung stellen werden.

"Die Gleichbehandlung durch Recht und Verwaltung ist zentral für die Teilhabe jedes einzelnen an der Gesellschaft", betonen die Projektleiter am Centre for Security and Security der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Prof. Dr. Stefan Kaufmann, Prof. Dr. Ralf Poscher und Sabrina Ellebrecht. Denn die Polizei als eine der wichtigsten staatlichen Organisationen zur Gewährleistung von Recht und Sicherheit steht in einer pluralisierten Gesellschaft vor der besonderen Herausforderung, so zu handeln, dass Rechte auch de facto für alle gelten und alle gleichermaßen vor Straftaten geschützt werden.

Ein besonderer Fokus im Projekt liegt auf dem Austausch. "Das Forschungsprojekt versteht sich selbst als Netzwerk zwischen Wissenschaft und Praxis. Vor allem der Dialog mit dem Beirat kann diesen intensiven Austausch fördern. Wir möchten Bedarfe und Impulse der Polizeipraxis berücksichtigen und unsere gewonnenen Erkenntnisse zurückgeben", betont Stefan Jarolimek, Projektleiter an der DHPol und Professor für Kommunikationswissenschaft.

Dr. Felix Streiter, Leiter des Bereichs Wissenschaft in der Stiftung Mercator, sagt zur Fördermotivation: "Mit dem Projekt ZuRecht möchte die Stiftung Mercator den wichtigen und politisch gewollten Reformprozess einer interkulturellen Öffnung der Polizei und die Stärkung der interkulturellen Kompetenzen von Polizisten unterstützen." Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet.

Heute hat sich in Münster der Beirat für dieses Projekt konstituiert, der sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Verantwortlichen aus den Behörden und der Polizei zusammensetzt. Er berät das Projekt sowohl fachkritisch in der Forschung als auch bei der praktischen Umsetzung seiner Ergebnisse. Dabei lassen die 21 Beiratsmitglieder ihre individuellen Blickwinkel in die Forschungsarbeit einfließen und unterstützen die konzeptionelle und interdisziplinäre Herangehensweise.

Der ZuRecht-Beirat konstituiert sich wie folgt:

Dr. Marwan Abou Taam (HU Berlin, LKA Rheinland-Pfalz), Dr. Mounir Azzaoui (Stiftung Mercator), Necati Benli (LKA Hessen), Prof Dr. Rafael Behr (Akademie der Polizei Hamburg), Dr. Peter Faesel (Polizeiakademie Niedersachsen), Prof. Dr. Karim Fereidooni (Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Naika Foroutan (HU Berlin), LMRin Anne Heselhaus (Ministerium des Inneren NRW), Dr. Anna Katharina Jacob (CAPITALENT), Prof. Dr. Anna Katharina Mangold (Europa-Universität Flensburg), Thomas Model (Akademie der Polizei Hamburg), Thomas Müller (Amnesty International), Prof. Dr. Lars Rademacher (Hochschule Darmstadt), Dr. Benjamin Rusteberg (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Dirk Sauerborn (Polizei Düsseldorf), Prof. Dr. Albert Scherr (Pädagogische Hochschule Freiburg), Prof. Dr. Stefan Strohschneider (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Dr. Michaela Wendekamm (Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz).

Weitere Informationen zum Projekt unter: www.projekt-zurecht.de

 

 

 

Pressekontakt

 Jochen Heimberg
Jochen Heimberg
Teamleiter Kommunikation und Kommunikationsmanager Presse
+49 201 24522-841
wbpura.urvzoret@fgvsghat-zrepngbe.qr

Downloads zum Projekt

ZuRecht - Polizei in einer pluralisierten Gesellschaft
Mappe anschauen (0)Sie können in diese Mappe ausgewählte Dokumente ablegen und gesammelt auf Ihren Computer laden.