Metropole Ruhr stellt ersten regionalen Bildungsbericht Deutschlands vor

Ruhrgebiet im NRW-Vergleich vorne bei der Ganztagsbetreuung, aber Defizite bei der Sprachkompetenz von Kindern

Pressemitteilung

20.01.2012

Mit dem Bildungsbericht Ruhr legt die Metropole Ruhr als erste Region in Deutschland einen städteübergreifenden Bildungsbericht vor. Der Bildungsbericht Ruhr liefert eine umfassende Analyse des Bildungswesens im Ruhrgebiet, die alle Stationen der Bildungsbiografie erfasst – von der frühkindlichen Bildung über das Schulwesen und die berufliche Bildung bis hin zu den Hochschulen, der Erwachsenenbildung und Bildungsangeboten im Rahmen von Jugendarbeit, Vereinssport und Kultureller Bildung. Damit wird erstmals eine Region mit 5,2 Millionen Menschen, elf kreisfreien Städten und vier Kreisen mit Blick auf ihre Bildungspotenziale und -herausforderungen untersucht. Projektpartner und Veranstalter der Konferenz sind der Regionalverband Ruhr (RVR), das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) und die Stiftung Mercator. Vorgestellt wurde der Bericht in Gegenwart von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf der Konferenz „Vom Bildungsbericht Ruhr zur Bildungsregion Ruhr“ in der Mülheimer Stadthalle.

So liegt die Metropole Ruhr im Vergleich zum übrigen NRW vorne bei der Ganztagsbetreuung in Schulen und auch die Hochschullandschaft ist deutlich attraktiver und vielfältiger geworden. Die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen bringen jedoch auch Herausforderungen hinsichtlich der Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen, den erreichten Bildungsabschlüssen sowie der Qualität und Vernetzung von Bildungsangeboten. 

Mehr als 500 Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Bildungspraxis nutzten die Konferenz in Mülheim an der Ruhr, um über Erfolge, Potenziale und Chancen der regionalen Bildungslandschaft zu diskutieren. Die Vorstellung des Bildungsberichtes ist der Startschuss für einen weiteren intensiven Diskurs aller Akteure über nächste Schritte auf dem Weg zu einer integrierten Bildungsregion in Deutschland.

Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbandes Ruhr, betont, wie wichtig gerade Bildung für die Weiterentwicklung der Metropole Ruhr ist angesichts der nach wie vor großen Herausforderung durch den Strukturwandel. „Der Bildungsbericht bietet eine hervorragende Datengrundlage für eine breite Diskussion in der Region. Wir wollen vor allem gelungene Ansätze und Praxisbeispiele in einem Netzwerk präsentieren und dafür sorgen, dass gute Ideen und Initiativen weiter Schule machen.“
Professor Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator: „Allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen auf Bildung und Bildungserfolg zu eröffnen ist eine Aufgabe, der wir uns in Deutschland nur gemeinsam stellen können. Das macht den Bildungsbericht Ruhr aus Sicht der Stiftung Mercator so wertvoll. Das Ruhrgebiet braucht das individuelle Potenzial aller Kinder und Jugendlichen und dazu braucht es eine neue verbindende Vorstellung von seiner Zukunft. Der Bildungsbericht Ruhr ist ein Bekenntnis zur Region und zu strategischer Kooperation. Gemeinsam und aus dem Schatten des eigenen Kirchturms hinaus – das ist der Weg, den wir in der Metropole Ruhr gehen müssen“, so Lorentz. 

Dagmar Mühlenfeld, Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim an der Ruhr, unterstrich bei der Vorstellung: „Wir Oberbürgermeister, Oberbürgermeisterinnen und Landräte der Metropole Ruhr wollen unsere Arbeit für gelingende Bildung gemeinsam verantworten. Dazu haben wir den Bildungsbericht Ruhr beim RVR in Auftrag gegeben. Nun bekommen wir mit dem Bericht einen gemeinsamen Blick auf die Region. Und wir haben eine gute Grundlage in den Händen, um Bildung für die Kinder, die Jugendlichen und die Erwachsenen in unserer Region sozial gerechter und erfolgreicher zu gestalten. Denn unser Handeln muss sich letztendlich daran messen lassen, wie es uns gelingt, das Leben der Menschen zu verbessern.“

Professor Dr. Wilfried Bos vom Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund: „Der Bericht deckt nicht nur Herausforderungen und Schwächen der Region auf. Er zeigt auch deutlich die Notwendigkeit eines regionalen Bildungsmonitorings: Den Kommunen steht an vielen Stellen keine einheitliche Datengrundlage zur Verfügung, die für eine kontinuierliche Berichterstattung aber zwingend notwendig ist. Hier müssen die Städte und Kreise der Metropole Ruhr enger zusammenarbeiten.“

Ein Konsortium von mehr als 20 Wissenschaftlern unter dem Vorsitz von Professor Bos vom IFS hat den Bericht erstellt. Begleitet wurde es von zwei Arbeitskreisen, denen im „politischen Beirat“ Mitglieder der Verbandsversammlung und in der „kommunalen Begleitgruppe“ Bildungsexperten aus den Städten und Kreisen der Metropole Ruhr angehören.

Alle Informationen zum Bildungsbericht, die zentralen Ergebnisse und gelungene Beispiele aus der Praxis finden Sie unter www.bildungsbericht-ruhr.de

Folgende gelunge Beispiele aus der Praxis sind Projekte, die von der Stiftung Mercator gefördert werden: 

Pressekontakt bei Rückfragen:
Jens Hapke 
Pressesprecher
Regionalverband Ruhr
Telefon: +49 (0)201 2069 495
E-Mail: hapke@remove-this.rvr-online.de

Downloadbereich:
Bildungsbericht Ruhr (2,8 MB)
Zentrale Ergebnisse
Anhang: Erprobungsfelder guter Praxis
Anhang: Tabellen, Grafiken


Der Bildungsbericht Ruhr kann als Publikation beim Waxmann Verlag erworben werden: www.waxmann.de