Klimaschutzziel erfordert deutlichen Rückgang der Kohleverstromung bis 2020

Emissionen müssen um 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich gesenkt werden

Pressemitteilung

Berlin, 21.10.2014

Deutschland kann sein Klimaschutzziel nur noch erreichen, wenn es die Verstromung von Braun- und Steinkohle deutlich reduziert. Darauf weist Agora Energiewende nach einer Auswertung mehrerer Studien hin. „Alle vorliegenden wissenschaftlichen Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass zwar im Bereich Gebäudesanierung und Verkehr erhebliche weitere Anstrengungen möglich und notwendig sind, diese aber keinesfalls ausreichen können, um die Klimaschutzlücke zu schließen“, heißt es in einem Hintergrundpapier des Berliner Denk- und Politiklabors. Bis 2020 soll Deutschland nach dem Willen der Bundesregierung 40 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als 1990.

Der Analyse zufolge müssen die jährlichen Emissionen bis 2020 um gut 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu 2013 sinken. Durch die bisherigen Pläne, insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien, sind bisher gut die Hälfte, nämlich 114 Millionen Tonnen Kohlendioxid gesichert, so dass 87 Millionen Tonnenungedeckt sind. „Diese Lücke kann nur geschlossen werden, wenn die Kohleverstromung vermindert wird. Hierdurch können Emissionen in Höhe von rund 50 Millionen Tonnen im Jahr vermieden werden“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die Menge entspricht in etwa dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß der beiden größten Braunkohlekraftwerkedes Landes,beziehungsweise der elf größten Steinkohlekraftwerke.

Es stehen mehrere Instrumente zur Verfügung, um die Kohleverstromung zu reduzieren. „Eine deutliche Erhöhung des CO2-Preises im Rahmen einer Reparatur des Emissionshandels, die Reduktion des Stromverbrauchs oder die Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke sind drei von mehreren Möglichkeiten zur Schließung der Klimaschutzlücke“, so Graichen. „Welche Option am Ende gewählt wird, sollte das Ergebnis eines politischen Prozesses sein.“

Das Hintergrundpapier steht unter www.agora-energiewende.de zum Download bereit.

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