• David Ausserhofer © Stiftung Mercator
  • David Ausserhofer © Stiftung Mercator

Den Dialog flicken. Wege zurück zu Meinungsvielfalt & Gesprächskultur

– die JIK Bundeskonferenz 2017 startet

Pressemitteilung der Jungen Islam Konferenz

Berlin, 24.03.2017

  • Unter dem Motto „Den Dialog flicken. Wege zurück zu Meinungsvielfalt & Gesprächskultur“, startet die Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz heute in Berlin.

  • 40 junge Menschen, Muslime und Nicht-Muslime, mit und ohne Migrationshintergrund aus dem ganzen Bundesgebiet diskutieren an drei Tagen warum und wie sich der gesellschaftliche Dialog in Deutschland gewandelt hat und wie wir zu mehr Meinungsvielfalt und einer demokratischeren Gesprächskultur zurückfinden können.

  • Neben dem Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus, begrüßt Aydan Özoğuz, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Schirmherrin der JIK Bundeskonferenz 2017, die Teilnehmer*innen heute (24.03.) im Paul-Löbe-Haus.

  • Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, darunter Riem Spielhaus (Islamwissenschaftlerin), Kübra Gümüşay (Journalistin und Bloggerin) und Frank Richter (Ehem. Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen), sind Teil der diesjährigen Konferenz.

Die Junge Islam Konferenz startet heute ihre diesjährige Bundeskonferenz im Paul-Löbe-Haus. An drei Tagen diskutieren 40 junge Menschen aus ganz Deutschland, wie wir zu mehr Meinungsvielfalt und einer demokratischeren Gesprächskultur zurückfinden können. Hierfür bringt die Junge Islam Konferenz junge Teilnehmende mit Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Blogger*innen und Expert*innen aus Politik und Zivilgesellschaft unter der Überschrift „Den Dialog flicken. Wege zurück zu Meinungsvielfalt & Gesprächskultur“ zusammen. In Keynotes, verschiedenen Workshops und einem Barcamp vermitteln die 17 Speaker*innen Wissen und Handlungskompetenz und schaffen die Grundlage, vermeintliche Grenzen aufzubrechen und Diskursräume zu betreten.

„Vorurteile und Mythen gegenüber Islam und Muslimen halten sich hartnäckig. Verbalattacken, Ausgrenzungen und immer wieder "die Muslime" als scheinbar schlechter abschneidende Vergleichsgruppe sind Teil des öffentlichen Diskurses. Auch im Jahr 2017 wollen viele nicht akzeptieren, dass Muslimsein und Deutschsein für einige Millionen kein Gegensatz, sondern schlicht gelebte Realität in Deutschland ist. Vor allem für Jugendliche ist es z.B. inzwischen völlig normal, mit verschiedenen Kulturen und Religionen aufzuwachsen und gleichzeitig das deutsche "Wir" zu empfinden. Leichter wäre es, wenn muslimischen Jugendlichen die Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft nicht ständig abgesprochen würde. Die Junge Islam Konferenz zeigt, dass Muslime und der Islam natürlich schon längst zu diesem Land gehören und gleichzeitig das Zusammenleben offensiv gestaltet werden muss“, betont Aydan Özoğuz, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Schirmherrin der JIK Bundeskonferenz 2017.

Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, die die Junge Islam Konferenz seit 2011 fördert: „Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Rechtspopulismus und des bröckelnden gesellschaftlichen Zusammenhalts ist es wichtig, dass Räume für Dialog und Austausch geschaffen werden, in denen gemeinsam diskutiert werden kann, wie das Zusammenleben in unserer Einwanderungsgesellschaft in einem positiven Miteinander gestaltet werden kann. Die JIK bietet jungen Menschen genau diese Möglichkeit und möchte sie ermutigen, ihre Ideen auch in die Gesellschaft hinein zu tragen.“

Als Dialogplattform für junge Muslime und Nicht-Muslime mit und ohne Migrationshintergrund, greift die Junge Islam Konferenz Fragen zu einem konstruktiven und gleichberechtigen Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft auf. Durch unterschiedliche Formate schafft die Junge Islam Konferenz Begegnungsmöglichkeiten, baut Vorurteile ab und stärkt junge Menschen, sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzusetzen.

Nina Prasch, Leiterin der Junge Islam Konferenz – Deutschland, erklärt: „Deutschland ist bereits heute eine pluralistische und multireligiöse Gesellschaft und mit Blick auf die weltweiten Entwicklungen wird Einwanderung und Pluralität in Zukunft eher zu- als abnehmen. Vor diesem Hintergrund stellt das Erstarken rechtsnationaler Strömungen, die „im Islam“ ihr Feindbild sehen, eine große Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Die demokratische Dialogkultur hat bereits jetzt durch Stigmatisierungen und verbale Pöbeleien massiven Schaden genommen. Auf unserer Bundeskonferenz stellen wir deshalb die Frage: wie wir wieder zu mehr Akzeptanz von Meinungsvielfalt gelangen und dabei eine demokratische Gesprächskultur bewahren können. Jugendliche, die bereits mit einem höheren Maß an Vielfalt aufgewachsen sind, praktizieren häufig einen deutlich gelasseneren Umgang mit Unterschieden als Erwachsene. Diese junge Generation möchten wir dazu ermutigen, sich mit dieser Haltung auch öffentlich einzumischen und den Diskurs wiederaufzunehmen.“

Nach der Begrüßung der Teilnehmenden durch den Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus, der die Junge Islam Konferenz bei der Organisation der Tagung im Bundestag unterstützt hat, eröffnet die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Schirmherrin der JIK Bundeskonferenz 2017, Aydan Özoğuz, die Konferenz am heutigen Freitag mit einer Eröffnungsrede im Paul-Löbe-Haus in Berlin. Neben Aydan Özoğuz erörtern Riem Spielhaus (Islamwissenschaftlerin), Sabine Achour (Politikwissenschaftlerin), Frank Richter (Ehem. Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen), Firas Alshater (Schauspieler, Autor und YouTuber) und Aylin Cerrah (Mitglied des JIK Bundesgremiums) im Rahmen des Eröffnungspanels, wie Dialog und gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammenhängen und warum eine gesellschaftliche Verständigung zwischen den „Einen“ und den „Anderen“ momentan nicht zu gelingen scheint.

An den darauffolgenden zwei Tagen treffen die Teilnehmenden der Konferenz in mehr als 15 Sessions auf Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Blogger*innen. Dabei stehen die Themenbereiche Dialog, Zugehörigkeit, Feindbild Islam und Medien im Fokus. Die Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay wird in ihrer Keynote auf die Frage eingehen, ob und inwiefern Vielfalt eine Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellen. Weitere Workshops beschäftigen sich mit der Notwendigkeit und den Grenzen des Dialoges mit Rechtspopulisten, mit dem Anti-Islam Kurs im Rechtspopulismus, mit Phänomen wie Fake News und digitaler Hetze oder zeigen, wie (Online-) Journalismus als Werkzeug zur Schaffung von Diskursräumen eingesetzt werden kann.

Die JIK Bundeskonferenz 2017 findet vom 24. bis zum 26. März 2017 in Berlin statt.

Weitere Informationen zur JIK Bundeskonferenz 2017 unter:
www.j-i-k.de/bundesprogramme.html

Für weitere Pressefragen wenden Sie sich gerne an:

Junge Islam Konferenz (JIK) – Deutschland
Rima Hanano | Kommunikationsmanagerin
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 Cathrin Sengpiehl
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