RuhrFutur

RuhrFutur – eine Bildungslandschaft im Aufbruch

Die Bildungsinitiative mit dem Land NRW, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herten und Mülheim a. d. Ruhr, der RUB, der FH Dortmund, TU Dortmund, der Universität Duisburg-Essen, der Hochschule Ruhr West, der Westfälischen Hochschule und dem RVR.

Ihr Ziel ist eine Verbesserung des Bildungssystems in der Metropole Ruhr, um allen Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet Bildungszugang, Bildungsteilhabe und Bildungserfolg zu ermöglichen. Als zentrale Plattform bindet RuhrFutur bereits bestehende Bildungsinitiativen ein und vernetzt diese miteinander. So werden vor allem der Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den einzelnen Kommunen und den Hochschulen verbessert und daraus resultierende Erkenntnisse allgemein zugänglich gemacht.

RuhrFutur soll das Engagement unterschiedlichster Partner für Bildung im Ruhrgebiet bündeln – und so gleiche Bildungschancen ermöglichen.

Auftakt der Initiative RuhrFutur in der Philharmonie Essen: Gastgeberin Ulrike Sommer hat zur Begrüßung viele Hände zu schütteln – darunter die von zwei nordrhein-westfälischen Ministerinnen (Schulministerin Sylvia Löhrmann und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze), zwei Oberbürgermeistern (Dagmar Mühlenfeld aus Mülheim an der Ruhr und Reinhard Paß aus Essen), einem Bürgermeister (Uli Paetzel aus Herten) sowie dem damaligen Leiter des Bildungsbereichs und heutigen Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Winfried Kneip. Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist dabei: In einer Videobotschaft macht sie vor den insgesamt rund 300 Gästen aus Politik, Wissenschaft und von gesellschaftlichen Organisationen deutlich, wie wichtig sie den Anlass für ihre heutige Zusammenkunft nimmt. Es gehe schließlich um nichts Geringeres als die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen im Ruhrgebiet.

Fakten

RuhrFutur

Die Bildungslandschaft Ruhrgebiet so weiterentwickeln, dass sie allen jungen Menschen gleiche Chancen auf Bildungszugang, Bildungsteilhabe und Bildungserfolg eröffnet.

Das Ruhrgebiet gilt vielerorts als strukturschwach; viele Familien mit Zuwanderungsgeschichte leben hier. Gleichzeitig existiert im Ruhrgebiet eine große Zahl von meist lokal operierenden – oft vorbildlichen – Bildungsmaßnahmen und -initiativen. Diese arbeiten jedoch vielfach ohne Bezug zueinander und erzielen so zwar Wirkung vor Ort, tragen diese aber zumeist nicht in die Breite. Dies hat der von Wissenschaftlern 2012 vorgelegte Bildungsbericht Ruhr aufgezeigt. RuhrFutur bietet nun neue Chancen, die Bildungslandschaft der Metropole Ruhr zu entwickeln, indem sie die Kräfte bündelt: Sie stellt eine Plattform dar, mit der vorhandene Angebote verbunden werden können. So soll der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Bildungseinrichtungen, zwischen den fünf beteiligten Kommunen sowie zwischen den Kommunen und Hochschulen verbessert und Erkenntnisse allgemein zugänglich gemacht werden.

Was sind die Ziele?

Die Partner von RuhrFutur haben sich auf fünf konkrete Ziele geeinigt:

  1. ein Bildungssystem zu gestalten, das mittels individueller Förderung die bestmögliche Stärkung der Persönlichkeit, Entfaltung von Potenzialen und Vermittlung von Kompetenzen leistet,
  2. eine durchgängige Sprach- und Ausdrucksbildung zu etablieren,
  3. ein Modell für gelingende inter- und intrakommunale, die Hochschulen einschließende Kooperation zu entwickeln,
  4. eine gelingende Kooperation von Schulen und Hochschulen zur Motivation von mehr Studienberechtigten zum Studium zu gestalten und
  5. eine Angleichung der Studienerfolgsquote von Studierenden mit bildungsfernem und bildungsnahem Hintergrund zu erreichen.

Wie sieht die Umsetzung aus?

Vier Netzwerke – begleitet von einer fachlichen Steuerungsgruppe – werden die zentralen Bildungsstationen Kindertagesstätte, Grundschule, Sekundarstufe und Hochschule in den Blick nehmen. Zudem wird die Initiative operative Ziele identifizieren und Indikatoren auswählen, mit denen sich an verschiedenen Messpunkten entlang der Bildungsbiografie Entwicklungen aufzeigen lassen. Es wird angestrebt, Verbesserungen im längeren Zeitverlauf anhand aussagekräftiger Daten sichtbar zu machen. Strategische Vorgaben kommen von einer Leitungsgruppe, die sich aus den Spitzen der beteiligten Partner zusammensetzt.

Wie ist das Projekt organisiert?

Die in Essen angesiedelte Geschäftsstelle der gemeinnützigen RuhrFutur GmbH unterstützt, koordiniert und berät alle Gremien der Initiative, darunter die vier Netzwerke sowie die beteiligten Kommunen und Hochschulen.

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Bessere Zugänge, bessere Chancen, bessere Bildung

In der Tat: Die Veranstaltung markiert den Auftakt zur operativen Arbeit einer gemeinnützigen Gesellschaft, die in der Region, so Kraft – die Schirmherrin des Projektes ist – „für bessere Zugänge zu Bildung, für bessere Chancen auf Bildung und für bessere Abschlüsse“ sorgen soll: RuhrFutur, eine gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Städte Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Mülheim an der Ruhr sowie der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund, der Fachhochschule Dortmund, der Universität Duisburg-Essen und der Westfälischen Hochschule. „Der Bildungserfolg junger Menschen im Ruhrgebiet wird stark von ihrer Herkunft bestimmt – und so hat eine vergleichsweise große Zahl von Kindern und Jugendlichen aufgrund der sozialen Lage ihrer Familien schwierige Ausgangsbedingungen“, erklärt Geschäftsführerin Sommer in einem Gespräch einige Tage vor der Auftaktveranstaltung. „Und auch gibt es hier zu viele junge Menschen, für die die Übergänge im Bildungssystem zu Bruchstellen ihrer persönlichen Bildungsbiografie werden.“ Anders ausgedrückt: Zu viele scheitern.

Miteinander und voneinander lernen

Das soll RuhrFutur ändern. Die Initiative, die die Stiftung Mercator bis Ende 2017 mit rund 15,3 Millionen Euro fördert, will die Bildungslandschaft im Ruhrgebiet nachhaltig und systemisch stärken. Die Geschäftsführerin sitzt in einem Besprechungsraum, an dessen Wänden Poster mit Überschriften wie „Kindertagesstätte“, „Grundschule“, „Sekundarstufe“ und „Hochschule“ die thematischen Schwerpunkte umreißen. Im Ruhrgebiet, so erläutert Ulrike Sommer, existiere eine große Zahl von meist lokal operierenden – oft vorbildlichen – Bildungsmaßnahmen und -initiativen. Diese arbeiteten jedoch vielfach ohne Bezug zueinander und erzielten so zwar Wirkung vor Ort, trügen diese aber zumeist nicht in die Breite. Tatsächlich war dies ein zentrales Ergebnis des Bildungsberichts Ruhr, einer von der Stiftung Mercator mitinitiierten und 2012 erschienenen wissenschaftlichen Analyse des Bildungswesens im Ruhrgebiet. Und jetzt gehe es darum, so Sommer, die Konsequenzen aus dem Befund zu ziehen.

Genau hier setzt RuhrFutur an: Die Initiative stellt die Plattform dar, mit der vorhandene Angebote verbunden werden können – und gewonnenes Wissen und Erfahrungen zwischen den Einrichtungen, zwischen den Kommunen und zwischen den Kommunen und Hochschulen ausgetauscht werden können. Kurzum: bereits bestehende Erkenntnisse allgemein zugänglich gemacht werden, sodass die Akteure miteinander und voneinander lernen können. Was lässt sich mit Vernetzung in der Bildung erreichen, was nicht auch die einzelnen Akteure und Institutionen für sich schaffen könnten? „An die Stelle von Einrichtungen, die sich zwar kennen, aber in der Vergangenheit eher nebeneinander her gearbeitet haben, soll die systematische Zusammenarbeit und Vernetzung verschiedener Akteure des Bildungswesens treten und zum Gelingen individueller Bildungsbiografien beitragen“ , antwortet Sommer. Sie hat vor sich eine Karikatur liegen, die den eher abstrakten Begriff „Netzwerk“ fröhlich aufnimmt – und als Spielplatzgerät zeigt, das von Kindern wild beklettert wird. Die Geschäftsführerin lächelt.

Kein Kind zurücklassen

Das Ganze ist ein höchst anspruchsvolles, in Deutschland beispielloses Vorhaben – zumal RuhrFutur operative Ziele identifizieren und Indikatoren auswählen will, mit denen sich an verschiedenen Messpunkten entlang der Bildungsbiografie Entwicklungen wissenschaftlich aufzeigen lassen. Es wird angestrebt, Verbesserungen im längeren Zeitverlauf anhand aussagekräftiger Daten sichtbar zu machen. Bei Fehlentwicklungen könne dann zielgerichtet gegengesteuert werden, so erläutert das die Geschäftsführerin, eine gebürtige Essenerin, die vor ihrem Engagement für RuhrFutur in verschiedenen Landesministerien Verantwortung als Referatsleiterin getragen hat. Wie soll die Bildungslandschaft des Ruhrgebiets in 20 Jahren aussehen? Ulrike Sommer und ihr Team haben ambitionierte Pläne: „Meine Vision ist, dass dann eine Bildungsregion entstanden ist, die sich selbst als dauerhaft lernend versteht und daher auch neue Herausforderungen – wie etwa derzeit die Zuwanderung aus Südosteuropa – anzunehmen weiß. Eine Bildungslandschaft, in der es eine enge Begleitung der Bildungsbiografie gibt, die jedem Kind oder Jugendlichen eine bestmögliche Entfaltung seiner Potenziale und Talente und eine demokratische Teilhabe sichert.“

Ministerpräsidentin Kraft bringt es in der Videobotschaft vor den Gästen der Auftaktveranstaltung auf den Punkt – bezogen auf die Bildungspolitik des Landes, passend aber auch zu RuhrFutur: „Wir wollen kein Kind zurücklassen.“

Geschichten aus dem Projekt

Bildungswege

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Drei Fragen an Ulrike Sommer

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Bildungsübergänge

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Projektmanager

Dr. Annett Schmeck
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Projektmanagerin
+49 201 24522-848
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Aktuelles aus dem Projekt

Öffentliche Veranstaltung der RuhrFutur

Herbstschule – Heterogenität in Schule und Unterricht

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Essen

Studentische Hilfskraft (M/W) für Bildungsinitiative RuhrFutur mit Schwerpunkt [...]

Die RuhrFutur gGmbH in Essen sucht eine studentische Hilfskraft, die die Geschäftsstelle ab sofort [...]

Verwaltungskraft und Teamassistenz in Teilzeit (M/W)

RuhrFutur ist eine gemeinsame Bildungsinitiative der Stiftung Mercator, des Landes [...]

Presseschau

FOCUS online

Ruhr-Universität Bochum: Bildungsprojekte in der Metropolregion gehen weiter

RUB-Experten setzen ihre Arbeit in unserer Bildungsinitiative RuhrFutur fort.

WAZ

Bildungsnetzwerk: Erklärfilm hilft Bochumer Grundschülern bei der Schulsuche

Der Film erklärt das Schulsystem auf einfache Art und Weise. Es sollen besonders auch Eltern angesprochen werden, die erst seit kurzem in Deutschland leben und eine [...]

Westfalenpost

Neue „Kinderstuben“ gehen in Gelsenkirchen an den Start

Das Mini-Kita-Konzept von RuhrFutur geht gezielt auf die Bedürfnisse von Zuwanderer-Kindern ein.

WAZ

Grundschulen wollen Bildung der Jüngsten weiter verbessern

Seit drei Jahren arbeiten die Mülheimer Grundschulen mit der Bildungsinitiative RuhrFutur zusammen - jetzt zogen sie Bilanz.

WAZ

Kinderstuben als Baustein auf dem Weg zur besten Bildung

Ein Bericht über die Einrichtung von Kinderstuben in Flüchtlingsunterkünften durch RuhrFutur