RuhrFutur

RuhrFutur – eine Bildungslandschaft im Aufbruch

Die Bildungsinitiative mit dem Land NRW, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herten und Mülheim a. d. Ruhr, der RUB, der FH Dortmund, TU Dortmund, der Universität Duisburg-Essen, der Hochschule Ruhr West, der Westfälischen Hochschule und dem RVR.

Ihr Ziel ist eine Verbesserung des Bildungssystems in der Metropole Ruhr, um allen Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet Bildungszugang, Bildungsteilhabe und Bildungserfolg zu ermöglichen. Als zentrale Plattform bindet RuhrFutur bereits bestehende Bildungsinitiativen ein und vernetzt diese miteinander. So werden vor allem der Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den einzelnen Kommunen und den Hochschulen verbessert und daraus resultierende Erkenntnisse allgemein zugänglich gemacht.

RuhrFutur, eine gemeinsame Initiative von Stiftung Mercator, Land NRW, fünf Städten, sechs Hochschulen und Regionalverband Ruhr, soll die Kräfte für die Entwicklung des Bildungssystems in der Metropole Ruhr bündeln – und so für bessere Bildungschancen sorgen.

Bei der allwöchentlichen Sitzung im hellen Konferenzraum an der Huyssenallee 52 unweit des Essener Hauptbahnhofs geht es lebhaft zu. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RuhrFutur berichten vom Stand der Maßnahmen, in denen sie engagiert sind – ein pralles Sammelsurium von Bildungsaktivitäten , so scheint es, ebenso bunt und lebendig wie die Akteurinnen und Akteure, die hier zusammensitzen und diskutieren. Mittendrin: Ulrike Sommer und Dr. Oliver Döhrmann, die Geschäftsführer von RuhrFutur, denen trotz der vielen angesprochenen Themen der Überblick nicht verloren geht.

Gerade haben sich alle 19 Mitarbeiter im großen Konferenzraum versammelt: Man blickt in strahlende Gesichter, denn gestern ist die Kooperationsvereinbarung für die zweite Förderphase unterschrieben worden: Es geht weiter, gemeinsam, für fünf Jahre. Die Partner der Bildungsinitiative bekräftigen damit die Weiterentwicklung ihres Engagements für ein durchlässiges und leistungsfähigeres Bildungssystem sowie für mehr Bildungsgerechtigkeit in der Metropole Ruhr.

Fakten

RuhrFutur

Die Bildungslandschaft der Metropole Ruhr so weiterentwickeln, dass sie allen jungen Menschen gleiche Chancen auf Bildungszugang, Bildungsteilhabe und Bildungserfolg eröffnet.

Komplexe gesellschaftliche Aufgaben lassen sich nur bewältigen, wenn alle systemrelevanten Akteure daran mitwirken. Die Stiftung Mercator, das Land Nordrhein-Westfalen, fünf Kommunen, sechs Hochschulen und der Regionalverband Ruhr haben sich zur Bildungsinitiative RuhrFutur zusammengeschlossen, um sich gemeinsam einer der größten Herausforderungen für die Metropole Ruhr zu stellen – der nachhaltigen Verbesserung des Bildungssystems.

Was sind die Ziele?

Die Partner von RuhrFutur haben sich darauf verständigt, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass alle jungen Menschen in der Region Chancen auf eine umfassende Bildung haben. Sie wollen strukturelle Hürden abbauen und Rahmenbedingungen im Bildungssystem verändern, um jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft Bildungserfolg zu ermöglichen. Dabei nehmen sie Strukturen, Institutionen, Inhalte und die Qualität von Bildungsprozessen sowie die Qualifizierung von Fachkräften in den Blick. Im Einzelnen wollen sie bis 2022 ihre bisherige Kooperation vertiefen, alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen so fördern und in ihrer Persönlichkeit stärken, dass sie ihr Leben eigenverantwortlich führen und die Gesellschaft mitgestalten können, für ein durchlässiges Bildungssystem innerhalb der Metropole Ruhr sorgen und die Wirkung ihrer Aktivitäten prüfen.

Wie sieht die Umsetzung aus?

Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligen sich gemeinsam mit der Stiftung Mercator die Kommunen Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herten und Mülheim an der Ruhr sowie die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund, die Fachhochschule Dortmund, die Universität Duisburg-Essen, die Hochschule Ruhr West, die Westfälische Hochschule und der Regionalverband Ruhr (RVR) an RuhrFutur. Eine zentrale Aufgabe der Initiative besteht darin, Ziele für die Umsetzung zu identifizieren und Indikatoren auszuwählen, mit denen sich an verschiedenen Messpunkten entlang der Bildungsbiografie Entwicklungen aufzeigen lassen. Auf diese Weise sollen Verbesserungen über einen längeren Zeitverlauf anhand aussagekräftiger Daten sichtbar gemacht werden.

Wie ist das Projekt organisiert?

Die Geschäftsstelle, die gemeinnützige RuhrFutur GmbH, unterstützt und koordiniert die Gremien der Initiative sowie die beteiligten Kommunen und Hochschulen. Eine beratende Funktion für die Geschäftsstelle hat der Fachbeirat. Aufgrund der Vielzahl der Mitwirkenden und Beteiligten, deren Engagement ein wichtiger Erfolgsfaktor für RuhrFutur ist, bedarf es einer kontinuierlichen und umfassenden Kommunikation über die Arbeit. Dazu gehören unter anderem die Durchführung von Veranstaltungen, wie der Kongress Zukunftsbildung Ruhr im September 2018 oder einer überregionalen Konferenz zum Thema Bildungsmonitoring, die Veröffentlichung von Fachpublikationen, wie das Handbuch Kinderstuben, und die Erstellung von Print- und Online-Materialien wie ein Handbuch und eine Website zur Studienwahlorientierung an den RuhrFutur-Hochschulen.

Weitere Informationen: www.ruhrfutur.de

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Ein Netzwerk für die Bildung im Ruhrgebiet

Die Arbeit der Initiative, die 2013 gegründet wurde, zeigt bereits jetzt Wirkung. So berichtete beispielsweise die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ aus Mülheim an der Ruhr: „Die Realschule Mellinghofer Straße nutzt die Bildungsinitiative RuhrFutur für die individuelle Förderung der Schüler. Der Erfolg ist bereits spürbar.“ Hintergrund: Das Kollegium beteiligt sich an einer RuhrFutur-Maßnahme zur Schulentwicklung, bei der Schulleitungen und Lehrkräfte durch Coaching, Beratung und didaktische Trainings von erfahrenen Experten begleitet und unterstützt werden. Gemeinsam entstehen dann Ideen, Konzepte, Strategien für die pädagogische Praxis. RuhrFutur bringt die Beteiligten, darunter Schulen, Verwaltungen und Kommunen, in einen Austausch miteinander, um die positiven Erfahrungen systematisch zu erfassen und weiterzutragen. Ein engmaschiges Netzwerk für die Bildung im Ruhrgebiet, welches dem Ansatz des “Gemeinsamen Wirkens“ folgt.

Vertrauen schaffen und Beziehungen knüpfen

Ein höchst erfolgreicher Ansatz. „RuhrFutur hat erkennbar Fahrt aufgenommen“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Sommer im persönlichen Gespräch, lächelt und erklärt: „Ablesen lässt sich das nicht nur an Zahl und Vielfalt der Maßnahmen, die die Partner gemeinsam entwickelt haben. Ablesbar ist die Dynamik unserer Bildungsinitiative auch daran, wie die Kooperation von den Partnern im Alltag gelebt wird. So sind neue fachliche Netzwerke entstanden und belastbare Vertrauensbeziehungen zwischen den Akteuren, die zuvor unter Umständen nur wenig oder gar nicht miteinander zu tun hatten.“

Ulrike Sommer spielt damit auf den Ausgangspunkt von RuhrFutur im Jahr 2012 an: den Bildungsbericht Ruhr - dem deutschlandweit ersten regionalen Bildungsbericht. Dieser zeigte, dass im Ruhrgebiet zwar eine große Zahl von meist lokal operierenden – oft vorbildlichen – Bildungsmaßnahmen und -initiativen existierte, diese jedoch vielfach ohne Bezug zueinander arbeiteten. Um künftig alle Kräfte für die Bildung in der Metropole Ruhr zu bündeln, schlossen sich die Stiftung Mercator, die fünf Ruhrgebietsstädte Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herten und Mülheim a.d.R., die Fachhochschule Dortmund, die Technische Universität Dortmund, die Universität Duisburg-Essen sowie die Westfälische Hochschule und das Land NRW zur Bildungsinitative RuhrFutur zusammen. Inzwischen sind der Regionalverband Ruhr und die Hochschule Ruhr West als Partner hinzugekommen. „Das Bildungssystem in der Metropole Ruhr leistungsfähiger und chancengerechter zu gestalten, allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Ruhrgebiet unabhängig von ihrer Herkunft bestmögliche Entwicklungsperspektiven zu bieten – dies ist das Ziel“, erklärt Geschäftsführer Oliver Döhrmann.

Das ist ein extrem ehrgeiziger Ansatz, wie sich an den sechs Handlungsfeldern ablesen lässt, in denen RuhrFutur agiert: Sie reichen von der Frühkindlichen Bildung über die Schule bis hin zur Hochschule und – zwei übergreifenden Themen – Sprachbildung, die in einer zunehmend heterogenen Schülerschaft immer wichtiger wird, sowie „Daten & Analyse“. Das hat gute Gründe: „Bildungsprozesse machen vor kommunalen Grenzen nicht halt“, sagt Ulrike Sommer. Es reicht also nicht, wenn jede Stadt für sich darauf schaut, wie sich zum Beispiel die Schülerzahlen entwickeln oder wie viele Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Wer mit knappen Ressourcen möglichst gut umgehen und Probleme vorausschauend lösen will, der muss wissen, wo die drängendsten Probleme sind – und wo mögliche Lösungen liegen. RuhrFutur bringt deshalb gemeinsam mit dem RVR ein regionales Bildungsmonitoring voran, ein stetiges Sammeln und Auswerten von Daten für die gesamte Region also, das eine gezielte Entwicklung des Bildungssystems in der Region erlaubt.

Gemeinsam Entscheidungen treffen

So bunt wie die Handlungsfelder sind die Maßnahmen, in denen sich die Partner von RuhrFutur gemeinsam engagieren – und die in der wöchentlichen Teamsitzung zur Sprache kommen: ob es sich um „Kinderstuben nach dem Dortmunder Modell“ handelt, eine qualitativ hochwertige Tagespflege für Kleinkinder, um“ Schul- und Unterrichtsentwicklung“, in der schulische Bildung als gemeinsame staatlich-kommunale Aufgabe in der Metropole Ruhr weiterentwickelt und verankert wird, oder um das hochschulübergreifende „Dortmunder Zentrum Studienstart“, das Studienanfängerinnen und -anfängern bei vielfach auftretenden Schwierigkeiten in der Mathematik hilft. Wichtig ist, dass nichts im Alleingang geht. Stets steht der Bedarf im Vordergrund, und den definieren vor allem die Partner der Initiative.

Keine Frage, RuhrFutur hat sich zu einem zentralen Akteur der Bildung im Ruhrgebiet entwickelt. Das wird auch von den Medien anerkannt. „Mit ihrem partizipativen Ansatz fördert und optimiert RuhrFutur die Bildungsregion“, so schrieb die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann im Dezember 2017 auf „bildungsklick“. „Durch Kommunikation und Vernetzung hat RuhrFutur Handlungswissen für professionelle Prozessbegleitung, Organisations- und Qualitätsentwicklung unter anderem über Stadtgrenzen hinweg bereitgestellt. Sie hat einen gemeinsamen ‚Verantwortungsraum‘ vorbereitet, dem allerdings mittelfristig alle Kommunen beitreten sollten.“ Die Autorin betont: „Das ist ein großer Fortschritt.“

 

 

Geschichten aus dem Projekt

Bildungswege

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Drei Fragen an Ulrike Sommer

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Bildungsübergänge

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Projektmanager

Dr. Annett Schmeck
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Projektmanagerin
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Aktuelles aus dem Projekt

Pressemitteilung der ZukunftsBildung Ruhr

Starkes Bündnis für Bildung und Talentförderung

Kongress „ZukunftsBildung Ruhr 2018“ ist Auftakt einer gemeinsamen Initiative von Regionalverband [...]

Veranstaltung auf Einladung der RuhrFutur

Mülheimer Schultüte

Mülheim an der Ruhr
Veranstaltung auf Einladung der RuhrFutur

Abschlussveranstaltung "Schulen im Team"

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Mülheim an der Ruhr

Presseschau

FOCUS online

Ruhr-Universität Bochum: Bildungsprojekte in der Metropolregion gehen weiter

RUB-Experten setzen ihre Arbeit in unserer Bildungsinitiative RuhrFutur fort.

WAZ

Bildungsnetzwerk: Erklärfilm hilft Bochumer Grundschülern bei der Schulsuche

Der Film erklärt das Schulsystem auf einfache Art und Weise. Es sollen besonders auch Eltern angesprochen werden, die erst seit kurzem in Deutschland leben und eine [...]

Westfalenpost

Neue „Kinderstuben“ gehen in Gelsenkirchen an den Start

Das Mini-Kita-Konzept von RuhrFutur geht gezielt auf die Bedürfnisse von Zuwanderer-Kindern ein.

WAZ

Grundschulen wollen Bildung der Jüngsten weiter verbessern

Seit drei Jahren arbeiten die Mülheimer Grundschulen mit der Bildungsinitiative RuhrFutur zusammen - jetzt zogen sie Bilanz.

WAZ

Kinderstuben als Baustein auf dem Weg zur besten Bildung

Ein Bericht über die Einrichtung von Kinderstuben in Flüchtlingsunterkünften durch RuhrFutur