Mercator Institute for China Studies (MERICS)

Die Weltmacht China besser verstehen

Das Mercator Institute for China Studies (MERICS) ist eine Initiative der Stiftung Mercator

MERICS ist ein im Jahr 2013 gegründetes Institut der gegenwartsbezogenen und praxisorientierten China-Forschung mit Sitz in Berlin, das die Stiftung eingerichtet hat, um einen zentralen Ort für die Auseinandersetzung mit China in Deutschland zu schaffen und damit die Grundlagen für eine bessere Urteilsfähigkeit – vor allem bei Entscheidungsträgern in Deutschland und Europa – zu legen.

Das Mercator Institute for China Studies (MERICS) sorgt für ein realistisches China-Bild in Deutschland, um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit grundlegenden Informationen zu dienen.

Mitunter hat Sebastian Heilmann einen recht langen Weg zur Arbeit – rund 7.400 Kilometer oder zehn Flugstunden. Das ist die Entfernung zwischen Berlin und Peking; eine Strecke, die der Politikwissenschaftler in der Regel alle zwei Monate bewältigen muss. Und dann, nur wenige Tage später, auch wieder zurück. Dazwischen liegt stets ein dicht gefülltes Programm. Heilmann reist im Land umher. Er spricht mit chinesischen Wissenschaftlern, Unternehmern und Offiziellen, mit Künstlern und Dissidenten. Er hält Kontakt zu Deutschen in China, auch zur deutschen Botschaft – kurz: Er sammelt Informationen, die in Deutschland nützlich sein können, um China mit seinen rund 1,3 Milliarden Einwohnern und das aktuelle Geschehen dort zu verstehen.

Fakten

Mercator Institute for China Studies (MERICS)

Chinas Aufstieg zu einem der zentralen Akteure in der Welt führt zu einer weitreichenden Verschiebung der internationalen Macht-, Markt- und Kommunikationsstrukturen. Dies hat Konsequenzen für Deutschland. Das Mercator Institute for China Studies (MERICS) analysiert die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Entwicklungen in China und deren internationale Auswirkungen. Die deutsche Sicht auf China soll auf diese Weise bereichert und erweitert werden

Was sind die Ziele?

MERICS ist ein unabhängiges Forschungszentrum, das Erkenntnisse aus der gegenwartsbezogenen und praxisorientierten China-Forschung in die Öffentlichkeit vermittelt. MERICS informiert Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und ist ständiger Ansprechpartner für die Medien. MERICS will auf diese Weise ein differenzierteres Bild vom bevölkerungsreichsten Land der Erde zeichnen, öffentliche Debatten prägen sowie die China-Expertise in Deutschland und Europa vertiefen.

Wie sieht die Umsetzung aus?

Das Mercator Institute for China Studies (MERICS) ist ein Forschungs- und Analyseinstitut („Think Tank“) mit Sitz in Berlin. Mit etwa 30 Mitarbeitern ist es das größte europäische Institut für Forschung und Wissensvermittlung über das gegenwärtige China. Die Forschung konzentriert sich auf vier Forschungsfelder:

  • Internationale Beziehungen
  • Innenpolitik
  • Wirtschaft und Technologie
  • Gesellschaft.

MERICS kooperiert in der gegenwartsbezogenen Chinaforschung mit Universitäten und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Mit einem eigenen Fellowship-Programm bindet MERICS führende Wissenschaftler und Politikberater aus China, Europa und den USA in die Arbeit ein.

Wie ist das Projekt organisiert?

Die in Berlin angesiedelte Geschäftsstelle der gemeinnützigen MERICS GmbH organisiert die Forschungsarbeit und sorgt für die Kommunikation nach außen. Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung ist Sebastian Heilmann, Professor für Vergleichende Regierungslehre mit Schwerpunkt Ostasien sowie Politik und Wirtschaft Chinas an der Universität Trier. Kaufmännische Geschäftsführerin ist Bettina Bubnys, die schon als Project Director für den Bereich Internationale Verständigung der Bertelsmann Stiftung verantwortlich war. Ein namhaft besetztes Kuratorium, dem zum Beispiel Thomas Bagger, Chef des Planungsstabes des Auswärtigen Amts, und Kai Strittmatter, China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, angehören, berät die Leitung von MERICS in strategischen Fragen. Ein internationaler Forschungsrat soll die Geschäftsführung darüber hinaus in chinabezogenen Forschungsschwerpunkten beraten und den internationalen Forschungsaustausch stützen.

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Differenziertes China-Bild bekommen

„Wir wollen ein differenziertes China-Bild bekommen und damit in die Politik hineinwirken“, sagt Heilmann, Professor für Vergleichende Regierungslehre mit Schwerpunkt Ostasien sowie Politik und Wirtschaft Chinas. „Wir“ – das steht für die Experten vom Mercator Institute for China Studies (MERICS), ein auf Initiative der Stiftung Mercator 2013 gegründetes Forschungs- und Analyseinstitut mit Sitz in Berlin. Heilmann ist dessen Direktor. Er sitzt, gerade aus Peking zurückgekehrt, mit hochgekrempelten Ärmeln am Besprechungstisch in seinem Büro.

Bis auf eine Vase im China-Dekor erinnert hier wenig an den Forschungsgegenstand. Gefällige Fotos mit chinesischem Lokalkolorit oder asiatisches Kunsthandwerk an den Wänden? Fehlanzeige. „Wir sind ein Forschungs-, kein Kultur- oder Freundschaftsinstitut“, sagt Heilmann, die Gedanken seines Gegenübers offenbar erratend. Der Professor zeigt auf einen Aufsteller, auf dem das MERICS-Logo prangt, ein gelb-rotes Endlosband, das wie lebendig im Raum zu wabern scheint. „Ein veränderungsbereiter, agiler Organismus“ – dafür stehe die Form, und so sei MERICS, erläutert Heilmann: eine wissenschaftliche Einrichtung nämlich, die sich flexibel allen bedeutenden Entwicklungen in China widme. Keine bürokratische Organisation mit starren Strukturen und einem vorgefertigten, womöglich romantisierenden China-Bild.

Bessere Urteilsfähigkeit ermöglichen

Rund 30 feste Mitarbeiter sind tagtäglich damit beschäftigt, Informationen in vier Themengebieten – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie Innovation und Umwelt – zu sammeln und zu analysieren. Dazu kommen Gastforscher, die für zeitlich begrenzte Aufenthalte nach Berlin eingeladen werden. Die Stiftung Mercator wendet dafür bis 2018 insgesamt 18,4 Millionen Euro auf. MERICS ist damit europaweit das größte Institut für Forschung und Wissensvermittlung über das gegenwärtige China. Die Experten in der Berliner Geschäftsstelle werten nicht nur die offiziellen chinesischen Medien aus, sondern sichten auch die in China zur Meinungsbildung wichtigen, offeneren Blogs. Dass die chinesische Botschaft nicht weit entfernt von der Geschäftsstelle in Berlin-Mitte liegt, ist Zufall. Es gibt zwar Kontakte, aber keinen regelmäßigen Austausch. Professionelle Distanz ist gefordert.

„Unser Ziel ist es, durch strukturierte Wissensvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und internationalen Austausch die Grundlagen für eine bessere Urteilsfähigkeit in chinabezogenen Fragestellungen zu schaffen – vor allem bei Entscheidungsträgern in Deutschland“, erklärt Heilmann. Wichtig dabei: Das Institut sei kein wissenschaftlicher Elfenbeinturm, in dem abseitige Fragestellungen behandelt würden. Die MERICS-Wissenschaftler gingen vielmehr auf Nachfragen aus der Wirtschaft, der Gesellschaft – wozu ausdrücklich auch die Medien zählen – oder der Politik ein. „Praxisbezogene China-Expertise“, so nennt das Heilmann. Aktuelle Fragestellungen sind etwa: Was bedeutet es für den Euro, dass der Yuan, die chinesische Währung, bald an den Finanzbörsen handelbar ist? Wie reagiert die chinesische Regierung auf internationale Herausforderungen wie die Ukraine-Krise? Wie geht China mit der Luftverschmutzung um, einem der drängendsten Umweltprobleme des Landes?

Über neueste Entwicklungen in China informieren

Erkenntnisse werden in Workshops, Podiumsdiskussionen oder Vorträgen vermittelt. Ein zweiwöchentlich erscheinender Newsletter informiert Interessierte über die neuesten Entwicklungen in China. Und hin und wieder bietet sich für die MERICS-Experten auch die große Bühne an, um vor einem Millionenpublikum zu sprechen – so, als unlängst der chinesische Staatspräsident Xi Jinping Deutschland zu Gast war und die ARD-Tagesschau den MERICS-Direktor live um eine Einschätzung bat.

Was es denn zu bedeuten habe, dass Xi mit einer Delegation von 100 Wirtschaftsvertretern angereist sei, wollte Moderator Michail Paweletz von Hamburg aus wissen – Heilmann, ein Bild vom Brandenburger Tor im Hintergrund, antwortete vom ARD-Hauptstadtstudio aus: Dies sei schon ein Zeichen dafür, dass China eine neue Phase der Wirtschaftsbeziehungen mit Europa und insbesondere mit Deutschland einläute, dass China nicht mehr nur Handelspartner sein wolle, sondern auch zu investieren gedenke. Die deutsche Wirtschaft könne sich schon mal auf rege Kontakte einstellen. Insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Umwelttechnologien und Medizintechnik gebe es ein großes Interesse auf chinesischer Seite. Informationen, die für deutsche Unternehmen zweifellos von praktischem Nutzen sind. Wie hatte Heilmann seine Arbeit und die seiner Kollegen im Gespräch so treffend genannt? „Praxisbezogene China-Expertise“.

Projektmanager

 Marc Bermann
Marc Bermann
Programmleiter China
+49 201 24522-834
znep.oreznaa@fgvsghat-zrepngbe.qr

Beitrag der Stiftung

Bewilligte Summe: 18.400.000 € Laufzeit: 2013 - 2018

Zusätzliche Infos

www.merics.org

MERICS Blog

Downloads zum Projekt

China Flash: Fragen an Dr. Sandra Heep, Expertin für Wirtschaft und Finanzen am MERICS
Mappe anschauen (0)Sie können in diese Mappe ausgewählte Dokumente ablegen und gesammelt auf Ihren Computer laden.

Aktuelles aus dem Projekt

Veranstaltung auf Einladung des Mercator Institute for China Studies (MERICS)

MERICS China Lounge „Ein deutsch-chinesischer Fußballtraum? Was Berlin und [...]

Mercator Institute for China Studies, Berlin
Öffentliche Veranstaltung des Mercator Institute for China Studies (MERICS)

MERICS China Lounge

Berlin
Veranstaltung auf Einladung des Mercator Institute for China Studies

Reif für die Couch? Warum die Psychologie in China einen Boom erlebt

Mercator Institute for China Studies, Berlin

Presseschau

Der Tagesspiegel

Investitionen: Made in China statt made in Germany

Ein Beitrag zum Investionsplan Chinas greift die MERICS Studie "Made in China 2025" auf

Wirtschafts Woche

"China wird auf amerikanische Härte mit eigener Härte antworten"

Jost Wübbeke, Leiter des Programms Wirtschaft & Technologie am MERICS (Mercator Institute for China Studies) im Interview

Frankfurter Rundschau

China fordert die EU heraus

Die chinesische Regierung sucht in Europa nach Partnern. Doch wer profitiert? Ein Gastbeitrag von dem Wissenschaftler Jan Gaspers, Leiter des European China Policy Unit [...]

Phoenix

Nordkoreakrise - Wer kann Kim Jong Un stoppen?

MERICS Senior Policy Fellow Hanns Maull war zu Gast in der Phoenix Runde.

Deutschlandfunk Kultur

Nach dem Wasserstoffbomben-Test: Droht ein Atomkrieg mit Nord-Korea?

MERICS Senior Policy Fellow Hanns Maull zu Gast in der Sendung "Wortwechsel".

WirtschaftsWoche

Nordkorea: "Die Öl-Sanktionen treffen Nordkorea nicht"

Hanns Maull, MERICS Senior Policy Fellow, im Interview zu den aktuellen Entwicklungen in Nordkorea.

ZEIT ONLINE

Investitionsfonds: Endlich mutig

Der EU Investitionsfonds und seine Gestaltungsmöglichkeiten werden mit einer Studie von MERICS über ähnliche Investionen in China verglichen.  [...]

Handelsblatt

Stärkere Kontrolle des Finanzsystems: Peking rüstet auf

Max Zenglein von Merics schätzt ein: China geht es hierbei um die Kontrolle des bisher wenig regulierten, aber risikoreichen Versicherungsmarkts. (Paywall)  [...]

FOCUS Online

Big China is watching you

"Bei chinesischen Konsumenten gibt es sehr, sehr wenige Bedenken in Sachen Datensicherheit", sagt Björn Conrad von MERICS.

WELT online

Chinas drei Optionen im Umgang mit Nordkorea

MERICS: "Peking hat kein Interesse an einem Krieg an seiner Grenze und strebt nach einer friedlichen koreanischen Halbinsel".

Tagesschau

China errichtet Militärbasis in Dschibouti

ab 3:34 min, Jan Gaspers von MERICS schätzt ein: China will signalisieren, dass es auch als globale Gestaltungsmacht gesehen werden will.

Süddeutsche Zeitung

Warum China Europa mit einer Charmeoffensive überzieht

Ein Artikel über die chinesisch-europäischen Beziehungen zitiert MERICS und den ECFR

Der Tagesspiegel

Volkskongress tagt - Chinas schöner Schein

Ein Beitrag zum Volkskongress in China zitiert die Einschätzung von Matthias Stepan von MERICS.

ZEIT online

China: Schlaue Doppelstrategie

Der Artikel zum Seidenstraßen-Gipfel greift unter anderem den Gastkommentar von Sebastian Heilmann, dem Leiter von MERICS, in der FAZ vom März 2017 auf.  [...]

ZEIT online

Forschungsinstitut sieht wachsende Bedeutung Chinas für Deutschland und Europa

Ein Bericht über die Einschätzung von MERICS zu deutsch-chinesichen Beziehungen.

ZEIT online

China: Der unheimliche Freund

Der Artikel über die deutsch-chinesichen Beziehungen zitiert Sebastian Heilmann, den Leiter von MERICS.

ZEIT ONLINE

Xi Jinping in Berlin: Chinas Technologienationalismus

Ein Gast-Beitrag von Jost Wübbeke, Leiter des Programms Wirtschaft und Technologie bei MERICS.

WirtschaftsWoche

Direktinvestitionen aus Fernost: Wie sich China in Europas Zukunftsbranchen einkauft

Eine MERICS-Studie stellt fest: Chinesische Investoren sind unter Druck, die eigenen Technologien, Marken und strategische Vermögenswerte schnellstmöglich [...]

Berliner Morgenpost

Hongkong: Guter Bürger, böser Bürger

Das Sammeln von Big Data der chinesischen Regierung würde "tief in das Wirtschaftsleben eingreifen", so Sebastian Heilmann von Merics.

Handelsblatt

"Der Staat greift stark in die Wirtschaft ein"

Jost Wübbeke, Programmleiter Wirtschaft bei Merics, erklärt im Interview, warum Peking verstärkt ausländische Firmen ins Visier nimmt und wie das dem Standort China [...]