Deutsch-Türkische Jugendbrücke

Jugendliche zusammenbringen, Freundschaften stiften

Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke (DTJB) ist eine Initiative der Stiftung Mercator

Tragfähige Beziehungen von Deutschland und Europa zur Türkei sind für ein handlungsfähiges Europa von großer Bedeutung. Für die Stiftung Mercator ist die Türkei ein Teil Europas. Mit der DTJB hat sie 2012 deshalb eine Institution ins Leben gerufen, die den Austausch junger Menschen zwischen Deutschland und der Türkei intensiviert, um die Beziehungen zwischen beiden Ländern langfristig zu stärken.

Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke will den Austausch junger Menschen zwischen Deutschland und der Türkei intensivieren, um die Beziehungen zwischen beiden Ländern langfristig zu stärken.

Die 16-jährige Melli hat viele Fragen. „Habt ihr Erfahrungen mit einem Austausch in die Türkei? Wisst ihr, wo man dort unterkommt? Bis jetzt habe ich immer nur von Istanbul gehört. Was sagt ihr zu einem Türkeiaustausch? Würdet ihr es wagen?“, so schreibt sie in einem Schülerforum. In einem anderen Chat meint Rana, der in Deutschland lebt und zur Schule geht: „Es wird viel über Schüleraustausch geredet, aber kaum über Schüleraustausch mit der Türkei.“ Auch Eltern zeigen sich im Internet ratlos: „Wir suchen für unsere Tochter entweder eine türkische Gastfamilie mit Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren oder ein gut organisiertes Mädchenferienlager in den kommenden Sommerferien“, so heißt es auf einer Webseite für Austauschprogramme. Drei Stimmen, die bezeichnend sind für den Schüler- und Jugendaustausch zwischen Deutschland und der Türkei: Das Interesse seitens der Familien ist offenkundig vorhanden – dabei mangelt es aber teilweise an Gelegenheiten, vor allem aber an Informationen über bestehende Angebote.

Fakten

Deutsch-Türkische Jugendbrücke

Den Austausch von Schülern und Jugendlichen aus Deutschland und der Türkei voranbringen, um die Beziehungen der beiden Länder weiter zu stärken

Deutschland und die Türkei verbinden vielfältige und intensive Beziehungen, die auch für das Zusammenwachsen eines zukunftsorientierten Europa von höchster Bedeutung sind. Diesen engen Beziehungen stehen jedoch im internationalen Vergleich bislang relativ wenige Austauschaktivitäten im Schüler- und Jugendbereich gegenüber.

Was sind die Ziele?

Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke will den deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch intensivieren und mit konkreten Maßnahmen sowie der Bündelung bereits bestehender Programme die Möglichkeiten für den gegenseitigen Austausch verbessern. Sie hat das Ziel, in beiden Ländern ein besseres Verständnis füreinander zu schaffen und die Beziehungen weiter zu stärken.

Wie sieht die Umsetzung aus?

Die Initiative möchte Schüler und Jugendliche aus Deutschland und der Türkei für den Austausch mit dem jeweils anderen Land begeistern. Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke soll zentrale Anlaufstelle für alle Schüler und Jugendlichen, Studierende, Auszubildende, Lehrer, Fachkräfte und Eltern sein, die im deutsch-türkischen Austausch aktiv sind oder es werden wollen. Projektträger in beiden Ländern haben darüber hinaus die Möglichkeit, finanzielle Mittel aus einem Projektfonds zu beantragen. Um den Austausch zu intensivieren, bietet die Jugendbrücke eine zweisprachige Website mit einer umfassenden Datenbank für Interessierte und Akteure des deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustauschs in beiden Ländern an. Sie stellt zusätzliche finanzielle Mittel für Austauschprojekte bereit, sie unterstützt aber auch den Austausch zum Beispiel über Netzwerktreffen, umfassende Beratungsangebote in beiden Ländern sowie über die Kommunikation in den politischen Raum und in die breite Öffentlichkeit für eine stärkere Sichtbarkeit des bilateralen Austauschs.

Wie ist das Projekt organisiert?

Die Geschäftsstelle der gemeinnützigen Deutsch-Türkischen Jugendbrücke GmbH hat fünf feste Mitarbeiter. In Düsseldorf hat die DTJB ihren Sitz in den Räumen des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Von hier aus werden konkrete Projekte angeschoben, hier finden Organisationen und Institutionen, die am deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch interessiert sind, ihre Ansprechpartner, und von hier aus soll mit Öffentlichkeitsarbeit ein breites Interesse am deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch geweckt werden. In Istanbul hat das Programmbüro Türkei der Jugendbrücke beim Träger TOG seinen Sitz.

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Kontakte knüpfen: Die Jugendbrücke als Anlaufstelle

Das will die Deutsch-Türkische Jugendbrücke jetzt ändern: Die im Jahr 2012 gegründete gemeinnützige Gesellschaft, von der Stiftung Mercator ins Leben gerufen, will Akteure und Einrichtungen im deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch vernetzen, die bestehenden Informationen gezielt bündeln – und das Angebot in der Folge deutlich ausweiten. „Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke soll zentrale Anlaufstelle für Schüler und Jugendliche, Studierende, Auszubildende, Lehrer, Fachkräfte und Eltern sein, die im deutsch-türkischen Austausch aktiv sind oder es werden wollen“, sagt Geschäftsführer Jan Tasci. Die Jugendbrücke verfügt darüber hinaus über einen Projektfonds, aus dem Träger von Austauschprogrammen in beiden Ländern künftig Mittel beantragen können. Insgesamt fünf Mitarbeiter sind im Programmbüro Deutschland tätig, das noch in Essen sitzt, aber bald nach Düsseldorf umzieht, zwei weitere sind es im Programmbüro Türkei.

Anerkannt - in Politik und Gesellschaft

In Düsseldorf zieht die Deutsch-Türkische Jugendbrücke in Räume des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Das ist bezeichnend für die Unterstützung, die die Initiative im politischen Raum erfährt – bis hin zur Bundesregierung. Das Auswärtige Amt stellt zum Beispiel Mittel im Rahmen von Projektförderungen zur Verfügung. Die Jugendbrücke wird als deutsch-türkische Kooperation und als zivilgesellschaftliche Initiative mit staatlicher Förderung aufgebaut. Sie wird etwa auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ideell unterstützt. Auch mit türkischen Regierungsvertretern wurden konstruktive Gespräche geführt, die Catharina Dufft optimistisch stimmen, was die weitere Entwicklung der Initiative betrifft. Zivilgesellschaftliche Träger sind in Deutschland die Stiftung Mercator, die bis 2018 rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt, und in der Türkei die private Jugendorganisation Toplum Gönüllüleri Vakfı (TOG, Stiftung Freiwillige der Gesellschaft). Bei TOG in Istanbul hat das Programmbüro Türkei der Jugendbrücke seinen Sitz.

Eines der ersten Projekte der DTJB war das Austauschprogramm „Youth Cultures Exchange between Germany and Turkey“ zum Thema Hip-Hop als Brücke der Verständigung, das Schüler und Jugendliche aus Istanbul und Köln zusammenbrachte, und zwar je eine Woche hier wie dort. Durchgeführt wurde das Hip-Hop-Projekt in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Gesellschaft für urbane Jugendarbeit (GUJA) aus Köln.

Mit Hip-Hop gegen Berührungsängste

Viele der Teilnehmer aus Deutschland waren vorher nie im Ausland und hatten zunächst Schwellenängste. Die Jugendlichen waren allerdings bewusst ausgesucht worden: „Wir zielen vor allem auf junge Menschen, die an internationalen Austauschprogrammen in der Regel nicht teilnehmen“, erklärt Jan Tasci – darunter zum Beispiel Schüler und Jugendliche, die gerade eine Ausbildung machen oder sich noch beruflich orientieren. In dem Hip-Hop-Projekt seien Unsicherheiten aufgrund fehlender Sprachkenntnisse mit einem Dolmetscher ausgeräumt worden. Tatsächlich kamen sich die jungen Musiker über den Rap schnell näher. Gemeinsame Choreografien wurden erarbeitet, das verbindende Thema Hip-Hop wurde auf Deutsch, Türkisch und Englisch vielfältig umgesetzt – was in einem spontanen kleinen Straßenkonzert in Istanbul und einem großen gemeinsamen Auftritt in Köln mündete. Freundschaften wurden geschlossen, gemeinsame künftige Musikprojekte verabredet. Darüber hinaus haben die Jugendlichen selbst einen Film, eine Broschüre und einen Musik-Sampler über das Projekt erstellt – alles zweisprachig.

Ein typisches Bild – denn die meisten Jugendlichen, die eine Zeit in der Türkei verbringen, kommen mit neuen Perspektiven zurück. „Ich bin jetzt seit fast drei Monaten in der Türkei und bin total froh, hier zu sein. Ich wohne in Ankara bei einer supertollen Familie“, so antwortet etwa Stefanie im Schülerforum auf Mellis Fragen. „Ich muss sagen, ich wurde nur positiv überrascht, viele der Vorurteile über die Türkei, die es in Deutschland gibt, sind falsch. Man muss wirklich keine Angst haben, hierher zu kommen.“ Eine Aussage, die wohl öfter zu hören wäre, wenn es mehr solcher Begegnungen gäbe, da ist sich Jan Tasci sicher. Dafür wird die Deutsch-Türkische Jugendbrücke sorgen, so meint der Geschäftsführer – und damit letztlich dazu beitragen, das Verständnis zwischen Deutschland und der Türkei zu verbessern.

Geschichten aus dem Projekt

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Projektmanager

Dr. Daniel Grütjen
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+49 201 24522-701
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Aktuelles aus dem Projekt

Pressemitteilung der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke

Doppeltes Fördervolumen

Auswärtiges Amt und Deutsch-Türkische Jugendbrücke setzen neue Impulse für den Jugendaustausch [...]

Pressemitteilung der Stiftung Mercator

Jan Tasci ist neuer Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke

„Wie besonders die deutsch-türkischen Beziehungen sind, zeigt sich in unserer traditionell engen [...]

Pressemitteilung der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke

Begegnungsprojekte zum Jahresende stärken deutsch-türkischen Jugendaustausch

Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke beschließt das Jahr mit vier gelungenen Projekten, die aus [...]

Presseschau

Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe

Neue Impulse für den Jugendaustausch zwischen Deutschland und der Türkei

Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke startet ihre Projektreihe "Strengthening Bridges: Youth Exchange between Turkey and Germany".

FOCUS online

„Wir wollen eine Brücke in die Türkei schlagen“ – Jugendliche aus Izmir zu Gast in Herne

Im Rahmen der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke lernten Jugendliche aus der Türkei unter anderem das Talentkolleg Ruhr kennen.

deutschland.de

Menschen und Berufen begegnen

YFU Deutschland und die Deutsch-Türkische Jugendbrücke haben Berufsschüler aus der Türkei nach Norddeutschland eingeladen. Ein Bericht über das Programm „Go [...]

FOCUS Online

Gastfamilien für türkische Jugendliche in Nordhorn gesucht

Ein Gastbeitrag zum Austauschprogramm der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke.

n-tv.de

Leben in der neuen Türkei: Verlassen Deutsche Erdogans Reich?

Der Beitrag greift die aktuellen politischen Entwicklungen in der Türkei und deren Auswirkungen auf die Arbeit unseres Büros in Istanbul auf.  [...]